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FSV Frankfurt: Geniestreich besiegt Heimfluch

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Von: Michael Helms

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Hier geblieben: Mario Engels ?herzt? Besar Halimi, der gerade den herrlichen Siegtreffer für den Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt erzielt hat.
Hier geblieben: Mario Engels ?herzt? Besar Halimi, der gerade den herrlichen Siegtreffer für den Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt erzielt hat. © Christian Klein (Foto Klein)

Mit viel Leidenschaft, einer hohen Laufbereitschaft trotz tropischer Temperaturen und ein wenig Glück feiert der FSV Frankfurt in der Zweiten Fußball-Bundesliga endlich wieder einen Heimsieg.

Uwe Stöver hatte gestern im wahrsten Wortsinn alle Hände voll zu tun. Der frühere Bundesligaprofi, der sechs Jahre lang als Geschäftsführer die sportlichen Geschicke des FSV Frankfurt geleitet hatte, ehe er eine Woche vor dem Finale der abgelaufenen Saison gemeinsam mit Cheftrainer Benno Möhlmann beurlaubt wurde, besuchte gestern erstmals wieder ein Heimspiel des hessischen Zweitligisten. Stöver, der mit den Verantwortlichen des FSV nach eigenen Worten mittlerweile seinen Frieden geschlossen hat, musste bei seiner Rückkehr an den Bornheimer Hang nämlich viele Hände schütteln.

Und er erlebte eine Frankfurter Mannschaft, die mit jener aus der vergangenen Spielzeit nicht mehr viel gemein hat. Lediglich fünf Profis aus der „Ära Stöver“ standen gestern in dem Duell mit dem FC St. Pauli noch in der Startformation der Bornheimer, die von Möhlmanns Nachfolger Tomas Oral weiter umgebaut wird. Dabei ist der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der viel auf den Faktor Konstanz setzte, immer wieder für Überraschungen gut. Beim Sieg vor einer Woche in Fürth zum Beispiel beorderte Oral unerwartet den Amerikaner Shawn Barry in die erste Elf, der eine ansprechende Leistung zeigte, um gestern wieder auf der Bank zu sitzen. Da nahm auch Zlatko Dedic Platz, der in Fürth noch von Beginn an gespielt hatte, weil sein sportlicher Vorgesetzter sich überraschend dazu entschieden hatte, Dani Schahin und den erst am Mittwoch verpflichteten Brasilianer Felipe Pires als Zweimann-Sturm aufzubieten.

Daran lag es allerdings nicht, dass der FSV gestern endlich seinen Heimfluch besiegte. Schahin hatte es gegen die beiden kantigen Innenverteidiger der Gäste, die baumlangen Lasse Sobiech und Philipp Ziereis, sehr schwer, sich durchsetzen. Und der junge Pires war zwar schnell unterwegs, doch ihm fehlte es noch an der notwendigen Bindung zu seinen Mitspielern. Sein erster Einsatz für die Bornheimer war dann auch nach 42 Minuten vorzeitig beendet, weil er nach einem Zusammenprall mit Ziereis mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste.

Es waren vielmehr ein Geniestreich des jungen Besar Halimi sowie die Reflexe von Torhüter André Weis, die dem FSV den ersten Heimsieg seit dem 22. Februar dieses Jahres bescherten. Damals hatten die Frankfurter den 1. FC Kaiserslautern souverän mit 2:0 besiegt, gestern feierten sie am Ende einen schwer erkämpften und auch etwas glücklichen 1:0-Erfolg. Denn die besseren Chancen vor mehr als 10 000 Zuschauern besaßen die Gäste, die trotz ihres imponierenden Saisonstarts nur wenig investierten.

„Wir waren heute suboptimal unterwegs“, beschrieb Trainer Ewald Lienen den etwas lethargischen Auftritt seiner Mannschaft, die sich tief stehend ganz der Defensive verschrieben hatte und auf Fehler der Bornheimer lauerte. Die haben im Frühsommer allerdings einen Torwart verpflichtet, der mit den großen Fußstapfen seines Vorgängers Patric Klandt, der jahrelang Publikumsliebling am Bornheimer Hang war, keine Probleme hat. „Es war der richtige Schritt, nach Frankfurt zu wechseln. Ich bin glücklich, dass es so läuft“, erklärte Weis, der beim VfB Stuttgart ausgebildet wurde, nach zwei Jahren als Nummer zwei beim FC Ingolstadt zum FSV wechselte und gestern die Gäste mit vier Glanzparaden zur Verzweiflung brachte.

Große Zukunft vor sich

Noch spektakulärer aber war der Treffer des Tages, bei dem Halimi erneut eindrucksvoll demonstrierte, dass er ganz offensichtlich der Spieler für die ganz besonderen Tore beim FSV ist. „Dass er ein Füßchen hat, muss ich nicht betonen. Er hat eine große Zukunft vor sich, auch wenn bei ihm noch viel Luft nach oben ist“, lobte Oral den offensiven Mittelfeldspieler, der eine Minute nach Wiederanpfiff mit einem traumhaften Schuss aus 18 Metern dieses Spiel zugunsten der Bornheimer entschied. Es war bereits der dritte herrliche Saisontreffer des gebürtigen Frankfurters, der in der vergangenen Saison noch beim Drittligisten Kickers Stuttgart spielte, ehe er vom Bundesligisten Mainz 05 verpflichtet und dann an die Hessen weiter verliehen wurde.

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