André Weis
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FSV Frankfurt

FSV gegen Leipzig: Das Duell der Gegensätze

  • VonMichael Helms
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Zum Saisonauftakt der Zweiten Fußball-Bundesliga empfängt der FSV Frankfurt am Samstag (Anpfiff: 15.30 Uhr) RB Leipzig. Und hat gegen den Topfavoriten eigentlich keine Chance.

Tomas Oral nimmt es gelassen. „Diese Liga ist so ausgeglichen und stark. Da ist es eigentlich egal, gegen wen man spielt“, sagt der Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt vor dem Aufeinandertreffen mit RB Leipzig, das man getrost als das Duell der Gegensätze bezeichnen kann. Auf der einen Seite der Stadtteilclub aus dem Frankfurter Osten, der sich trotz seines schmalen Budgets seit sieben Jahren wacker im Bundesliga-Unterhaus schlägt, obwohl ihm in jedem Frühsommer einige Leistungsträger den Rücken kehren, weil sie bei der Konkurrenz einfach mehr verdienen oder die besseren Perspektiven geboten bekommen. Und auf der anderen Seite der finanzstarke Emporkömmling aus Leipzig, den der österreichische Milliardär Dietrich Mateschitz in die Bundesliga hieven will.

In der abgelaufenen Saison hat das noch nicht funktioniert, deshalb hat Ralf Rangnick die „Mission Bundesliga“ zur Chefsache erklärt. Weil er sich von seinen Wunschkandidaten Thomas Tuchel und Markus Gisdol Absagen einhandelte, übernahm Rangnick in Leipzig zusätzlich zum Amt des Sportdirektors auch noch den Posten des Cheftrainers. Und der 57 Jahre alte Fußball-Lehrer nahm bei seiner fast schon beängstigenden Shopping-Tour richtig Geld in die Hand. Rangnick holte unter anderem David Selke von Werder Bremen, Willi Orban vom 1. FC Kaiserslautern und Atinc Nukan von Besiktas Istanbul und blätterte allein für dieses Trio 16 Millionen Euro auf den Tisch. Das ist fast das Dreifache, was der FSV Frankfurt in einer Saison für sein spielendes Personal ausgibt.

Trotz dieses Ungleichgewichts gibt sich Oral vor dem Heimspiel gegen den großen Favoriten optimistisch. „Wir wollen gegen Leipzig sauber in die Saison starten“, erklärte der 42-Jährige, der die Sachsen intensiv beobachtete und natürlich weiß, was für eine enorm schwierige Aufgabe da am Samstag auf seine Spieler zukommt. „Sie verteidigen sehr hoch, spielen ein klassisches Forechecking. Sie erzeugen unheimlich viel Chaos auf dem Spielfeld und werden uns kaum Zeit zu Ballannahme lassen“, charakterisiert Oral die Spielweise der Leipziger, die in der abgelaufenen Saison mit den Bornheimern allerdings ihre Probleme hatten. „Wir haben vier Punkte gegen sie geholt, warum sollte das nicht wieder so sein“, sagte Alexander Huber, der am Samstag als Rechtsverteidiger gesetzt sein dürfte und einen arbeitsreichen Nachmittag verbringen wird. „Wir werden extrem früh angegriffen in der Abwehr, das Gegenpressing der Leipziger ist brutal für diese Liga“, so Huber.

Weis die Nummer eins

Über mangelnde Arbeit wird sich auch André Weis nicht beklagen können. Der Neuzugang vom Bundesligaaufsteiger FC Ingolstadt wird nämlich künftig das Tor des FSV Frankfurt hüten. Patric Klandt, der langjährige Torhüter der Bornheimer, wechselte bekanntlich zum Ligarivalen SC Freiburg. Und so wird Sören Pirson, drei Jahre lange hinter Klandt die Nummer zwei beim FSV, sich erneut hinten anstellen müssen. Keine Veränderung nahm Oral beim Kapitänsposten vor. Wie schon unter seinem Vorgänger Benno Möhlmann bleibt Mittelfeldspieler Manuel Konrad der verlängerte Arm des Cheftrainers. Nicht zum Einsatz kommen werden am Samstag die beide Neuzugänge Heinrich Schmidtgal (Knie) und Dani Schahin (Trainingsrückstand).

(mh)

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