FSV Frankfurt

Grenzgänger

  • vonMichael Helms
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Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt der Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt den 1. FC Kaiserslautern, der von mindestens 5000 Anhängern aus der Pfalz begleitet wird.

Uwe Stöver hat sich in diesen Tagen von der Mannschaft des FSV Frankfurt distanziert. Dies liegt allerdings nicht daran, dass der für den sportlichen Bereich verantwortliche Geschäftsführer des Fußball-Zweitligisten nicht gut auf die Profis vom Bornheimer Hang zu sprechen ist. Ganz im Gegenteil: Das Team von Cheftrainer Benno Möhlmann hat nach dem Ende der Winterpause und einer ganz offensichtlich äußerst gelungenen Vorbereitung einen beachtlichen Zwischenspurt hingelegt, den man in dieser Form sicherlich nicht erwarten konnte. Denn mit dem 1. FC Nürnberg und RB Leipzig besiegten die Bornheimer zuletzt zwei Schwergewichte der Liga, was ihnen ein vorerst beruhigendes Punktepolster von neun Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz bescherte.

Dennoch hat Uwe Stöver den Kontakt zu den Frankfurtern Spielern gemieden, weil auch der frühere Bundesligaprofi nicht von den Folgen der grassierenden Grippewelle verschont blieb. Halsschmerzen und ein kräftiger Schnupfen setzen dem 48-Jährigen im Moment zu, was der Vorfreude auf das Heimspiel am Sonntag (Anpfiff: 13.30 Uhr) im Frankfurter Volksbankstadion gegen den 1. FC Kaiserslautern keinen Abbruch tut. Schließlich wird die kleine Arena im Frankfurter Osten wie schon vor zwei Wochen gegen Nürnberg mit knapp 10 000 Zuschauern gut gefüllt sein, auch wenn mindestens die Hälfte davon mit dem 1. FC Kaiserslautern sympathisieren werden. Ein Club übrigens, mit dem auch Uwe Stöver eine Menge verbindet. Von 2001 bis zum Oktober 2007 arbeitete der gebürtige Wuppertaler nämlich bei den Pfälzern. Zunächst als Trainer der A-Junioren, später als Coach der U 23, ehe er die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums übernahm. Im November 2007 wurde er Geschäftsführer beim damaligen Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden, seit Sommer 2009 leitet Uwe Stöver mit großem Erfolg die sportlichen Geschicke beim FSV Frankfurt, der drauf und dran ist, sich das Ticket für die dann achte Zweitliga-Spielzeit in Folge zu sichern. Auch wenn die Hessen am Sonntag im Aufeinandertreffen der beiden besten Rückrundenmannschaften natürlich nur die Außenseiterrolle einnehmen. Dennoch erhebt Benno Möhlmann das Spiel gegen den Tabellenzweiten, der sich in den letzten Monaten zu einem spielstarken Ensemble entwickelt hat, zu einem Charaktertest. „Es wird eine Riesenaufgabe, weil wir nach den zwei gewonnen Spielen zeigen können, ob wir es auch nach der relativen Zufriedenheit schaffen, wirklich Fußball mit Leidenschaft, Einsatz, Kampf und großer Intensität auf den Platz zu bringen“, erklärte der FSV-Coach, der seiner Mannschaft gegen die „Roten Teufel“ durchaus Chancen einräumt. „Wir können es schaffen, wenn wir alle an unsere Grenzen gehen“, sagte der 60 Jahre alte Fußball-Lehrer, der es am Sonntag mit einem selbstbewussten Gegner zu tun bekommt. „Die Frankfurter stehen stabil und kompakt, aber wir sind darauf gefasst“, so Lauterns Trainer Kosta Runjaic, der bis auf den früheren Bornheimer Marcel Gaus keine Ausfälle zu beklagen hat. Im Gegensatz zu Möhlmann, der mit Sicherheit Mario Engels ersetzen muss. Dem jungen Flügelspieler hatte tagelang eine Grippe zugesetzt, erst gestern konnte der gebürtige Kölner ein leichtes Lauftraining absolvieren. Dafür scheint Vincenzo Grifo wieder rechtzeitig vor dem Duell mit den Pfälzern zu Kräften zu kommen. Der offensive Mittelfeldspieler, der beim jüngsten Gastspiel des FSV in Leipzig schmerzlich vermisst wurde, hat nach überstandener Grippeerkrankung die ganze Woche wieder trainieren können.

Geregelt haben die Verantwortlichen des FSV Frankfurt mittlerweile auch die Nachfolge von Slaven Skeledzic als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Die Aufgaben von Skeledzic, der zum neuen Trainer der afghanischen Nationalmannschaft ernannt wurde, werden bis zum Sommer auf mehrere Schultern verteilt. Armin Alexander, der Trainer der U 17, übernimmt die sportliche Leitung des Nachwuchsleistungszentrums, während der bisherige Nachwuchskoordinator Andreas Horneff die Bereiche Organisation und Administration übernimmt. Nikola Jovanovic wurde gleichzeitig vom Co-Trainer zum verantwortlichen Coach der U 19-Junioren befördert, die von Skeledzic trainiert wurde.

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