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Michael Görlitz (rechts) trifft heute auf den FSV.

FSV Frankfurt

Heißer Tanz auf der Alm

Nach dem Auftaktspiel gegen den Topfavoriten RB Leipzig ist der Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt heute Abend (18.30 Uhr) beim hochmotivierten Aufsteiger Arminia Bielefeld gefordert, denn die Aufgabe wird alles andere als leicht.

Das war schon eine kleine Überraschung, als Marc Kruska am vergangenen Samstag beim Saisonauftakt des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt gegen RB Leipzig 90 Minuten lang die Bank drücken musste.

„Ich war schon ein wenig enttäuscht. Aber ich bin lange genug im Geschäft, um damit leben zu können. Ich werde jetzt weiter Gas geben, um dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen“, sagte der Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison unter dem damaligen Cheftrainer Benno Möhlmann trotz wechselhafter Leistungen immer gesetzt war. Möhlmanns Nachfolger Tomas Oral allerdings setzte in der Begegnung gegen die Sachsen auf Manuel Konrad und Neuzugang Fanol Perdedaj auf den beiden Sechserpositionen.

Michael Görlitz weiß, was Kruska im Moment durchmacht. Der offensive Mittelfeldspieler, der zweieinhalb Jahre lang erfolgreich beim FSV die rechte Außenbahn beackerte, ehe er im vergangenen Jahr zum FC St. Pauli wechselte, saß fast die gesamte Saison bei dem Club vom Kiez nur auf der Bank. In der Winterpause wollten die Bornheimer den flinken Flügelspieler zurückholen, was allerdings am Veto von Ewald Lienen, dem Cheftrainer der Hamburger, scheiterte.

Im Frühsommer entschloss sich Görlitz schließlich, den Verein zu verlassen, und wechselte gemeinsam mit Christopher Nöthe vom FC St. Pauli zum Aufsteiger Arminia Bielefeld, der heute Abend (Anpfiff: 18.30 Uhr) den FSV Frankfurt empfängt. Doch während Nöthe nur auf der Bank sitzen wird, hat Görlitz einen Platz in der Stammformation sicher und will nach dem 0:0 beim Auftakt in St. Pauli mit seiner Mannschaft gegen die Bornheimer den ersten Saisonsieg einfahren.

Tomas Oral ist sich darüber im Klaren, was seine Spieler in dem gut gefüllten Stadion auf der Alm erwartet. „Die Aufgabe wird noch schwieriger als gegen Leipzig. Jeder erwartet etwas von einer Mannschaft, die im achten Jahr in der Zweiten Liga spielt“, erklärte der Chefcoach des FSV Frankfurt, der beim Gastspiel in Ostwestfalen auf Heinrich Schmidtgal (Knieoperation), Florian Ballas (Sprunggelenkverletzung) und Dani Schahin (Trainingsrückstand) verzichten muss.

Glück im Unglück hatte derweil der Bielefelder Jungprofi Samir Benamar, dem Michael Schweika, der Physiotherapeut der Arminia, möglicherweise das Leben gerettet hat. Der 22-jährige Benamar, der erst vor der Saison von der TuS Koblenz nach Bielefeld gewechselt ist, war gestern im Training nach einem Luftkampf mit Fabian Klos unglücklich auf den Rücken gefallen und kurzzeitig bewusstlos. Schweika zog ihm die Zunge aus dem Hals, Christian Müller hielt seinem Mitspieler dabei den Mund auf. Benamar wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, wurde aber schon kurz danach wieder entlassen. „Die Versorgung hat sehr gut geklappt“, erklärte Bielefelds Trainer Norbert Meier nach dem dramatischen Zwischenfall. mh/sid

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