Obenauf: Dani Schahin gewinnt diesen Luftkampf  im gestrigen Training des FSV Frankfurt.
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Obenauf: Dani Schahin gewinnt diesen Luftkampf im gestrigen Training des FSV Frankfurt.

FSV Frankfurt

FSV hofft auf Schahins Tore

  • vonMichael Helms
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Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt der Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt die Eintracht aus Braunschweig. Und Dani Schahin, der bei den Bornheimern wieder an seine früheren Leistungen anknüpfen möchte, dürfte wohl wieder in der Startformation stehen.

Als Tomas Oral im Frühjahr 2007 seinen Kader für die anstehende Saison in der Fußball-Regionalliga Süd zusammen stellte, setzte er auch auf eine Vielzahl von Spielern, die aus den verschiedensten Gründen auf dem sportlichen „Abstellgleis“ gelandet waren. Das Risiko des jungen Cheftrainers des damaligen Oberligisten FSV Frankfurt sollte sich ein Jahr später auszahlen. Mit Profis wie Markus Kreuz, Daniel Schumann, Christian Mikolajczak, Angelo Barletta oder David Ulm, denen man bei anderen Clubs nicht mehr viel zugetraut hatte, schaffte Oral mit dem FSV den nicht für möglich gehaltenen Aufstieg in die Zweite Bundesliga, was auch das Produkt dieser klassischen Win-Win-Strategie war.

Harte zwei Jahre

Und diesen Effekt erhofft sich Oral, seit Sommer diesen Jahres wieder beim FSV Frankfurt in Amt und Würden, jetzt auch von der Zusammenarbeit mit Dani Schahin, den die Bornheimer kurz vor Rundenbeginn für ein Jahr vom Bundesligisten FSV Mainz 05 auf Leihbasis verpflichteten.

Für Schahin ist das Engagement bei dem hessischen Zweitligisten nämlich so etwas wie ein Neustart, denn der 26-Jährige hat aus sportlicher Sicht eine harte Zeit hinter sich. Seit über zwei Jahren hat der Stürmer im Ligabetrieb keinen Treffer mehr erzielt, sein letztes Tor gelang ihm im Mai 2013 für die Düsseldorfer Fortuna, für die er in 31 Bundesligaspielen acht Mal getroffen hatte. Die Fortuna musste dennoch den Gang in die Zweitklassigkeit antreten, während es für den Fachabiturienten weiter aufwärts zu gehen schien.

1,5 Millionen Euro Ablöse zahlten die Mainzer seinerzeit für den bulligen Angreifer, der die an ihn gestellten Erwartungen allerdings nicht erfüllen konnte. Beide Leisten, die immer wieder Schmerzen verursachten, warfen Schahin in seiner Entwicklung zurück. Die Mainzer, wo er noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 besitzt, liehen ihn in der abgelaufenen Saison dann an den Ligarivalen aus Freiburg aus. Aber auch im Breisgau nahm seine Leidenszeit kein Ende. Aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit kam er nur auf elf Einsätze für die Freiburger, die am Ende in die Zweite Liga abstiegen, während Schahin wieder nach Mainz zurück kehrte. Mittlerweile hatte Oral Kontakt zu dem früheren deutschen Juniorennationalspieler, der beim FSV Luckenwalde, Energie Cottbus und dem Hamburger SV seine fußballerische Ausbildung genoss, Kontakt aufgenommen, der sich in der Folgezeit intensivieren sollte.

Denn der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer kann sehr hartnäckig werden, wenn er an die schlummernden Fähigkeiten eines Spielers glaubt und ihn deshalb unbedingt verpflichten will. „Wir hatten sehr gute Gespräche und ich vertraue ihm zu hundert Prozent. Er ist der Grund, warum ich jetzt beim FSV Frankfurt spiele“, lobt Schain seinen sportlichen Vorgesetzten, der ihn vor zwei Wochen beim Heimsieg gegen den FC St. Pauli gemeinsam mit Felipe Pires, einem weiteren Neuzugang, zum ersten Mal in die Startformation der Bornheimer beorderte.

Und Oral glaubt daran, dass Schahin das ihm entgegen gebrachte Vertrauen mit Toren zurück zahlen wird. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er an seine frühere Leistungen anknüpfen wird. Aber er muss weiter hart an sich arbeiten, denn er hat noch Luft nach oben“, sagt Oral über den robusten Stürmer, der diese Viel-Nationen-Mannschaft des FSV Frankfurt mit Profis aus Deutschland, Brasilien, Österreich, Nigeria, Albanien, dem Kosovo, Südkorea, Kasachstan, Iran, Slowenien, Kroatien, Eritrea und den USA mit einer außergewöhnlichen Vita bereichert.

„Multi-Kulti-Knipser“

Schahin besitzt zwar seit 2007 die deutsche Staatsbürgerschaft, aber wegen seiner multikulturellen Herkunft bezeichnete er sich in einem Interview selbst als „Multi-Kulti-Knipser“. Denn Schahin erblickte in Donezk in der heutigen Ukraine als Sohn einer Russin und eines Palästinensers mit libanesischer Herkunft das Licht der Welt, ehe seine Familie mit ihm zunächst in den Libanon zog und später aufgrund der angespannten politischen Lage in dem Land dann nach Deutschland auswanderte.

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