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Nachdenklicher Blick in die Zukunft: Vincenzo Grifo vom Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt.

FSV Frankfurt

Kommt bald der Abschied vom Profifußball?

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Sollte der FSV Frankfurt sein Klassenziel in der Zweiten Bundesliga nicht erreichen, könnte dies das Ende des Profifußballs am Bornheimer Hang bedeuten.

Dieses Saisonfinale hätte dann noch so entspannend werden können. Da hatte die Geschäftsführung des FSV Frankfurt ihre Hausaufgaben in wirtschaftlicher Hinsicht erledigt und Anfang der vergangenen Woche nach Überwindung kleinerer Hürden die Lizenz für eine weitere Zweitliga-Spielzeit ohne Auflagen und Bedingungen im ersten Anlauf erhalten. Und auch die Suche nach einem neuen Hauptsponsor – der bisherige (Sparhandy) beendet im Sommer bekanntlich sein Engagement am Bornheimer Hang – ist ganz offensichtlich erfolgreich verlaufen. Nun wollten die Verantwortlichen des FSV die neue Partnerschaft – dem Vernehmen handelt es sich um ein Arzneimittelunternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet – der Öffentlichkeit präsentieren, wenn der Klassenerhalt endlich in trockenen Tüchern ist. Nur das spielende Personal der Bornheimer, denen ein einziger Sieg zum Klassenerhalt genügt, machte ihren Vorgesetzten einen dicken Strich durch die Rechnung.

Diese aus Frankfurter Sicht so verkorkste Saison, die zunächst einer Achterbahnfahrt glich und sich nach einem Zwischenhoch mittlerweile zu einer bedrohlichen Schussfahrt entwickelt hat, kann ein böses Ende nehmen: in der fußballerischen Drittklassigkeit, wo der FSV keine Überlebenschancen hätte. Träume von einer sofortigen Rückkehr in die Zweite Liga verbieten sich angesichts der geringen finanziellen Möglichkeiten der Bornheimer, die in Sachen Zuschaueraufkommen und Sponsoren-Zuspruch nach wie vor ein Nischendasein fristen und deshalb am Tropf der Fernsehgelder hängen wie ein Schwerstkranker. So würden dem FSV bei einem Abstieg allein fünf Millionen Euro an TV-Geldern wegbrechen, was der Stadtteilclub kaum kompensieren könnte. So befürchten nicht wenige, dass ein Abstieg des FSV Frankfurt aus dem Bundesliga-Unterhaus einen Abschied auf Raten aus dem Profifußball zur Folge hätte und der Club wieder dorthin zurückkehrt, wo vor acht Jahren seine wundersame Erfolgsgeschichte begann: im Amateurfußball.

Allerdings haben die Bornheimer wie im Vorjahr, als man sich am vorletzten Spieltag mit einem 1:1 in Bielefeld den Klassenerhalt sicherte, immer noch die Möglichkeit, sich aus eigener Kraft vor dem Abstieg zu retten. Zum Beispiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) zu Hause gegen Union Berlin oder eine Woche später am Pfingstsonntag, wenn der FSV bei der Düsseldorfer Fortuna gastiert. Sollten die Frankfurter am Ende den 16. Platz belegen, müssen sie am 29. Mai und 2. Juni die Relegation gegen den Dritten der Dritten Liga bestreiten. Der Gegner wäre dann entweder Bielefeld, Duisburg oder Kiel.

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