FSV Frankfurt

Mission Klassenerhalt kann beginnen

  • vonMichael Helms
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Mit drei neuen Spielern und einer Hiobsbotschaft begann gestern die Vorbereitung des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt auf die Fortsetzung der Rückrunde.

Frostiges Klima beim Beginn der Mission Klassenerhalt: Dies lag allerdings nicht an irgendwelchen zwischenmenschlichen Dissonanzen. Sondern schlicht an der Tatsache, dass der Winter gestern Nachmittag auch den Bornheimer Hang fest in seinem Griff hatte. Als Benno Möhlmann, der Cheftrainer des FSV Frankfurt, 26 Berufsfußballer zur ersten Übungseinheit des neuen Jahres bat, herrschten auf dem Trainingsgelände des Fußball-Zweitligisten eisige Temperaturen. Das Interesse der frierenden Kiebitze galt vor allem einem Trio: Patrick Schorr, Florian Ballas und Timm Golley waren von den Verantwortlichen des FSV Frankfurt in den letzten Tagen verpflichtet worden, um die Qualität im Kader anzuheben.

„Wir haben an alle drei Spieler den Anspruch, dass sie uns so schnell wie möglich verstärken“, erklärte Uwe Stöver, der als Geschäftsführer den sportlichen Bereich des Zweitligisten verantwortet. „Sie sind alle sehr talentiert und wollen etwas erreichen“, charakterisiert Stöver die Neuzugänge, die ihren Beitrag leisten sollen, damit die Bornheimer ihre dann achte Saison in Folge im Bundesliga-Unterhaus bestreiten können. „Wenn wir von großen Problemen verschont bleiben, müssten wir mit dieser Mannschaft den Klassenerhalt schaffen“, ist Stöver optimistisch, dass dieses Unterfangen ein erfolgreiches Ende nehmen wird.

Eine Hiobsbotschaft musste Stöver gestern allerdings verkraften: Denn für Denis Epstein ist die Saison vorzeitig beendet. Bei dem Linksfuß, der seit Monaten an einer Schambeinentzündung laboriert, sind wieder Schmerzen aufgetreten. Eine Eigenbluttherapie hat nicht die erwünschte Wirkung erzielt, der 28-Jährige wird sich deshalb einer Operation unterziehen müssen. Neben Epstein fehlten beim Trainingsauftakt auch noch Zafer Yelen, dessen Rückkehr in das Mannschaftstraining noch offen ist, sowie Joan Oumari (Knieprobleme) und der Langzeitverletzte Chhunly Pagenburg. Dafür nahmen gestern vier Profis am Training teil, deren Perspektiven, das wurde ihnen schon vor Weihnachten mitgeteilt, nicht gerade rosig sind. Aber Joni Kauko, Faton Toski, Marcel Kaffenberger und Ahmed Azaouagh haben noch keine neuen Vereine gefunden. Für Kaffenberger und Azaouagh gibt es möglicherweise zwei Clubs, die die beiden Talente für ein halbes Jahr ausleihen würden. Und auch einen weiteren Neuzugang wollte Stöver gestern nicht ausschließen. „Es kann durchaus sein, dass wir auf dem Transfermarkt noch einmal aktiv werden“, kündigte der frühere Bundesligaprofi gestern an.

Definitiv ist hingegen, dass die Bornheimer bei ihrer Vorbereitung auf die Fortsetzung der Rückrunde, die am 8. Februar mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg beginnt, einen Ortswechsel vollziehen werden. Denn im Gegensatz zu den vergangenen drei Jahren, als der hessische Zweitligist vor dem deutschen Winter an die türkische Riviera floh, zieht es die Frankfurter dieses Mal an die spanische Mittelmeerküste nach San Pedro del Pinatar. Vom 18. bis zum 28. Januar wird der FSV an der Costa Calida in der Region Murcia sein Wintertrainingslager beziehen, wo Stöver auch viele Verhandlungen führen wird. Zum Beispiel mit Benno Möhlmann, dessen Vertrag ebenso auslaufen wird wie der von Abwehrchef Hanno Balitsch oder der von Torhüter Patric Klandt.

Zuvor wird der FSV-Geschäftsführer eine ganz ungewohnte Funktion übernehmen. Stöver, der unter Flugangst leidet, wird die 1800 Kilometer lange Strecke nach Spanien nämlich im Auto bestreiten. Er wird gemeinsam mit Physiotherapeut Christian Bieser den Materialbus der Bornheimer an die Mittelmeerküste steuern.

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