Der Blick geht ins Leere: Die Frankfurter Profis Joan Oumari (links) und Dani Schahin.
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Der Blick geht ins Leere: Die Frankfurter Profis Joan Oumari (links) und Dani Schahin.

FSV gegen Heidenheim

Schwarzer Freitag

  • vonMichael Helms
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Nach dem 0:4-Heimdebakel gegen den FC Heidenheim muss sich der Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt auf einen stürmischen Herbst einstellen. Den Bornheimern droht nämlich der Abstiegskampf.

Nach der Pause wurde es dann etwas lauter. Als die rund 200 Fußball-Fans aus Heidenheim, aufgehalten von diversen Staus auf der Autobahn, mit fast einstündiger Verspätung endlich ihr Ziel im Frankfurter Osten erreicht hatten und jubelnd und singend ihre Plätze im Gästeblock einnahmen, machte sich im Frankfurter Volksbank Stadion ein Hauch von Stimmung breit.

In den 45 Minuten zuvor hatte sich über die mit knapp 4000 Zuschauern nur spärlich besetzte Heimspielstätte des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt schnell eine gespenstige Stille gelegt, die mit dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Arne Aarnink in ein gellendes Pfeifkonzert mündete. Der erste Teil dieses Schwarzen Freitags war beendet, die Bornheimer lagen nach einer desolaten Vorstellung und dem Treffer von Norman Theuerkauf (14. Minute), einem Eigentor von Ehsan Haji Safi (24.) und dem Tor von Sebastian Griesbeck (40.) mit 0:3 im Hintertreffen, während die Mannschaft des FC Heidenheim im Gegensatz zu ihren mitgereisten Anhängern schon fast am Ziel ihrer Wünsche waren. Sie erzielten nicht nur ihre ersten Auswärtstore in dieser Saison, sondern legten in der ersten Halbzeit auch den Grundstein zum ersten Saisonsieg in der Fremde.

Dabei mussten die Spieler von der schwäbischen Ostalb noch nicht einmal über sich hinaus wachsen. „Wir haben die Räume genutzt, die uns der Gegner gestattet hat“, blieb Heidenheims Trainer Frank Schmidt bei der Aufarbeitung dieser einseitigen Begegnung noch höflich. Der Fußball-Lehrer hätte auch anmerken können, dass es seiner Mannschaft in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich nicht noch einmal so leicht gemacht wird, ein Erfolgserlebnis zu feiern. Am Freitagabend trafen sie nämlich auf einen Gegner, der es in allen Belangen an der notwendigen Zweitligatauglichkeit vermissen ließ, sich erschreckend harmlos in der Offensive und schon fast anfängerhaft in seinem Abwehrverhalten präsentierte.

„Heute eine Erklärung für dieses Spiel zu finden, macht selbst mich sprachlos. Aber wir werden über dieses Spiel reden müssen, denn in der zweiten Halbzeit haben wir den Kopf verloren“, sagte der Frankfurter Cheftrainer Tomas Oral und meinte damit nicht nur das 0:4 durch Smail Morabit (66.) sowie die Fortsetzung des blutleeren und einfallslosen Auftritts seiner Spieler im zweiten Teil dieses aus Frankfurter Sicht so bitteren Fußball-Abends.

Undiszipliniert

Zu allem Überfluss hatten zwei Profis des FSV Frankfurt auch ihre Nerven nicht mehr im Griff. Zunächst sah Innenverteidiger Joan Oumari, der seit Wochen alles andere als souverän agiert, in der 67. Minute nach einer rüden Attacke gegen Robert Leipertz völlig zurecht die Rote Karte. Kurz danach handelte sich auch noch Kapitän Manuel Konrad nach einem unnötigen Foul seine fünfte Gelbe Karte ein und ist für das nächste Spiel beim 1. FC Nürnberg gesperrt.

„Solche Undiszipliniertheiten sind nicht zu tolerieren. Von Führungsspielern erwarte ich ein wesentlich professionelleres Verhalten. Im Hinblick auf das Spiel gegen Nürnberg ist es ärgerlich, dass zwei gute Spieler ausfallen werden“, erklärte FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger, den die Heimpleite sehr nachdenklich gestimmt hatte. „Ich dachte, dass die Mannschaft schon weiter wäre. Die Mannschaft muss reflektieren und auch verstehen, dass wir in jedem Spiel in der Zweiten Bundesliga immer hundert Prozent abrufen müssen. Ansonsten wird es auch für uns ein schwieriges Jahr“, so Krüger, der gemeinsam mit Oral vor dem Saisonstart trotz des gewaltiges personellen Umbruchs eigentlich das ehrgeizige Saisonziel ausgegeben hatte, sich so früh wie möglich aus dem Abstiegskampf zu verabschieden. Davon sind die Bornheimer allerdings derzeit weit entfernt, auch wenn Krüger die Hoffnung hegt, dass die Pleite gegen Heidenheim „der richtige Schuss vor den Bug war“. Wenn nicht, droht dem FSV Frankfurt angesichts der nächsten Spiele gegen Nürnberg, Bochum und Paderborn ein stürmischer Herbst.

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