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Er hat eine lange Leidenszeit hinter sich: Benjamin Hübner.

Gehirnerschütterung

Benjamin Hübner fehlt weiter bei TSG Hoffenheim

Seit knapp drei Monaten fehlt der Sohn des Eintracht-Sportdirektors bei TSG Hoffenheim. Der Grund: eine Gehirnerschütterung, von der Benjamin Hübner sich nur langsam erholt.

Sein Vater macht sich nach wie vor große Sorgen. „Das Wichtigste ist, dass er wieder vollständig gesund wird“, sagte Bruno Hübner, der Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, zuletzt über seinen Sohn Benjamin. Richtig gesund ist der Profi des Ligarivalen TSG Hoffenheim allerdings schon lange nicht mehr. Der Filus des Eintracht-Funktionärs leidet seit knapp drei Monaten an den Folgen einer Gehirnerschütterung.

Dabei hatte Hübner am 3. August im Trainingslager im österreichischen Windischgarsten eigentlich nur einen Ball ins Gesicht bekommen. Doch schon am selben Abend fehlte der 29-Jährige beim Grillen mit den Fans. Der Leistungsträger, den Trainer Julian Nagelsmann als „im Grunde unverzichtbar“ bezeichnet hat, damals die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus in Kirchdorf verbringen. Doch damit war es noch lange nicht getan.

Die Symptome verschwanden einfach nicht. Der Innenverteidiger wurde von dauerhaften Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit geplagt. Einer Untersuchung folgte die nächste. Mit Neuro-CT, Neuro-MRT und anderen Methoden wurde nach Ursachen geforscht. Heraus kam aber nur, dass es sich wohl um eine Gehirnerschütterung handelt, deren Heilung ungewöhnlich lange dauert.

Hübner, der es unter anderem mit Akupunktur versuchte, durfte sein Smartphone nicht mehr nutzen. Ebenso waren Fernsehen, Lesen und Autofahren verboten. Nagelsmann machte keinen Hehl aus der Sorge um seinen Schützling – schließlich sind schwerwiegende Spätfolgen von Kopfverletzungen aus anderen Sportarten längst bekannt. „Mir tut er einfach leid, weil er in der Luft hängt“, sagte der Trainer: „Wir brauchen ihn – von der Art wie er spielt und als Charakter.“

Ein wenig aufatmen konnte er vorige Woche. Endlich gab es positive Nachrichten, Hübner kehrte nach vielen Tests ins Lauftraining zurück. „Er verkraftet Belastung wieder“, sagte Sportchef Alexander Rosen. Wann Hübner aber wieder zur Verfügung stehen wird, ist völlig offen. „Im Fußball hat man mit solchen Verletzungen wenig Erfahrung. In anderen Sportarten, etwa Rugby oder Football, ist das anders“, äußerte Rosen: „Da gibt es bei Kopfverletzungen sogar Schutzsperren. Die Situation erfordert einfach Geduld – und die haben wir.“

Geduld wünscht sich auch Papa Bruno von seinem Sohn. „Ich kann verstehen, wenn er so schnell wie möglich fit werden will, um seiner Mannschaft helfen zu können und auch das Highlight Champions League zu erleben“, sagte Bruno Hübner. „Zeit sollte aber keine Rolle spielen.“

(sid)

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