Bayern München

Corentin Tolisso schwer verletzt, auch Rafinha fällt länger aus: Trainer und Präsident sind empört

Beim perfekt gestarteten FC Bayern ist die Vorfreude auf die Champions League getrübt. Niko Kovac sieht seine Spieler als „Freiwild“.

Nach dem Schock um den schwer verletzten Corentin Tolisso klagten Uli Hoeneß und Niko Kovac an. „Das Foul von Bellarabi war natürlich geisteskrank. Das ist vorsätzliche Körperverletzung“, empörte sich Bayern-Präsident Hoeneß über die Szene, bei der Rafinha einen Innenbandteilriss am linken Sprunggelenk erlitt. „So einer gehört drei Monate gesperrt – und zwar für Dummheit.“ Viel schlimmer als Rafinha erwischte es vier Tage vor dem Start der neuen Champions-League-Saison aber Tolisso: Nach seinem Kreuzband- und Außenmeniskusriss im rechten Knie humpelte der Weltmeister an Krücken zum Mannschaftsbus.

„Wir haben den dritten Spieltag und ich habe das Gefühl, dass wir Freiwild sind“, sagte der aufgebrachte Trainer Kovac unter dem Eindruck zweier verletzter Münchner Stars: „So langsam reicht es mir.“ Drei Verletzte in zwei Heimspielen lautet die alarmierende Zahl. Die Bayern räumten nach dem teuer erkauften 3:1 gegen Schlusslicht Leverkusen ein, dass beim Aus des Weltmeisters viel Pech dabei war. „Für die Verletzung von Tolisso kann keiner was. Im Gegensatz zum Hoffenheim-Spiel, wo es in der ersten Halbzeit teilweise körperverletzend war, kann man das heute nicht sagen“, sagte Hoeneß. „Man kann Leverkusen nicht vorwerfen, dass sie überhart gespielt haben.“

Die angeschlagenen Nationalspieler Mats Hummels (Achillessehne) und Leon Goretzka (Hüfte) mussten auf der Tribüne trotzdem mit ansehen, wie sich vor dem Auswärtsspiel am Mittwoch bei Benfica Lissabon die nächsten Kollegen verletzten. Kingsley Coman fällt wegen eines Syndesmosebandrisses monatelang aus, bei Tolisso muss mit einem halben Jahr Pause gerechnet werden. „Wir haben das in den letzten Spielen teuer bezahlt“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach dem Sieg durch Treffer von Tolisso, Arjen Robben und James Rodríguez. Die Tabellenspitze wurde auf neun Punkte und 9:2-Tore ausgebaut.

„Das, was bleibt, sind aber natürlich die Verletzungen“, haderte Kapitän Manuel Neuer. Er stufte die böse Aktion von Karim Bellarabi als „brutal“ ein. „Das ist nicht nur Rot, das ist Doppelrot“, echauffierte sich Kovac. Der ehemalige Nationalspieler Bellarabi, der sich am Sonntag im sozialen Netzwerk entschuldigte, wurde nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung vom Platz gestellt.

(dpa)

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