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Schiedsrichter Robert Kampka darf am Wochenende nicht als Vierter Offizieller agieren.

Schiedsrichter wird degradiert

Nach strittigem Bayern-Elfmeter im Pokal: Harte Konsequenzen für Video-Schiri

Nach dem Sieg des FC Bayern München gegen Werder Bremen wird viel über den Elfmeter diskutiert. Nun wurde der verantwortliche Video-Schiri degradiert.

Update vom 26. April 2019: Der Deutsche Fußball-Bund hat vor dem Bundesliga-Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) kurzfristig den Vierten Offiziellen gewechselt. Der vorgesehene Robert Kampka wurde am Freitag durch Florian Heft ersetzt. 

Kampka war am Mittwoch Videoassistent beim DFB-Pokalspiel zwischen den Bremern und Bayern München und griff aufgrund mangelnder Kommunikation mit Schiedsrichter Daniel Siebert nach einem falschen Elfmeterpfiff nicht ein. Der Strafstoß wurde von Robert Lewandowski in der 80. Minuten zum 2:3-Endstand verwandelt. Schiedsrichter der Partie in Düsseldorf bleibt Benjamin Cortus.

Strittiger Bayern-Elfmeter im Pokal: Video-Schiri gesteht Fehler ein

Bremen - Jochen Drees hat als Chef der DFB-Videoschiedsrichter einen Kommunikationsfehler beim umstrittenen Elfmeter für den FC Bayern München im Pokalhalbfinale bei Bremen (3:2) eingeräumt. „Wir erwarten, dass der Videoassistent eine fachliche Einschätzung vornimmt, ob eine Situation in einem klar strafbaren oder nicht strafbaren Bereich liegt. Und ob eine falsche Wahrnehmung des Schiedsrichters vorliegt.

Ist einer der Faktoren aus Sicht des Videoassistenten offensichtlich der Fall, muss es unbedingt zu einem On-Field-Review kommen, damit der Schiedsrichter auf der Grundlage der Videobilder in der Review-Area diese Beurteilung eigenständig vornehmen und anschließend eine Entscheidung treffen kann“, so Drees in einer Pressemitteilung vom DFB

„Im DFB-Pokalhalbfinale zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München ist dies in der 78. Spielminute leider nicht der Fall gewesen, da die Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und dem Videoassistenten nicht gut abgelaufen ist. Einerseits gibt es Aspekte, die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen. Andererseits gibt es allerdings auch einen Aspekt, der für ein strafstoßwürdiges Vergehen spricht. Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt." Auch diverse Spieler von Werder Bremen sind erbost über den Elfmeter.

„Sind beim Elfmeter nicht einer Meinung“

Schon am Abend nach Abpfiff der Partie hatte es hitzige Diskussionen gegeben. Die Trainer Niko Kovac und Florian Kohfeldt hatten beide einen „packenden Pokalfight“ gesehen, doch beim Knackpunkt des Spiels fanden sie nicht zueinander. „Wir sind zwei befreundete Trainer, aber beim Elfmeter sind wir nicht einer Meinung“, sagte Werders Kohfeldt. Der Rekord-Pokalsieger Bayern zog nach dem knappen, aber verdienten Erfolg zum 23. Mal ins Finale ein - Gegner ist am 25. Mai in Berlin RB Leipzig. Werder bleibt dann nur die Zuschauerrolle.

Das fand Kohfeldt ungerecht, denn den siegbringenden Foulelfmeter, den Robert Lewandowski (80. Minute) verwandelt hatte, stufte er als „brutal“ und unberechtigt ein. Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie hatte den an diesem Abend kaum zu stoppenden Wirbelwind Kingsley Coman im Strafraum leicht mit dem Ellbogen berührt, der Franzose fiel daraufhin und holte so den Strafstoß heraus.

„Im Leben kein Elfmeter“

„Neun von zehn Schiedsrichtern hätten da nicht gepfiffen“, betonte der Werder-Coach verstimmt. „Da gibt es keine große Diskussion. Das war im Leben kein Elfmeter“, befand auch Sportchef Frank Baumann.

Kovac hingegen sprach lediglich von einer harten Entscheidung. „Wenn er nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen. Der King (Coman) fällt nicht von allein. Der Ellbogen von Gebre Selassie war schon da, den hätte er besser weglassen sollen“, meinte Kovac. Und fügte süffisant hinzu: „Da hat er sich ein bisschen dumm angestellt.“ Auch Thomas Müller pflichtete seinem Mannschaftskollegen Kingsley Coman bei* und muss sich dafür einiges im Netz anhören.

Kohfeldts Ärger richtete sich weniger gegen Schiedsrichter Siebert, der nach Rücksprache mit seinen Assistenten bei der Entscheidung blieb, als vielmehr gegen den Videoassistenten Kampka. Der hätte stärker intervenieren müssen, meinte der Werder-Coach. „Ich bin normal ein großer Freund des Videobeweises, aber mit diesem Elfmeterpfiff könnte ich besser leben, wenn es keinen Videoschiedsrichter gegeben hätte“, sagte Kohfeldt.

dpa

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