+
Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel diskutiert mit den Schiedsrichtern.

Düsseldorfs Trainer Funkel hadert mit Videobeweis

Friedhelm Funkel gab sich nach seinem Comeback in der Fußball-Bundesliga sachlich wie immer - aber auch ein wenig verkniffen. Denn der Trainer-Routinier hatte Anlass, sich nach dem 1:2 (1:0) von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gegen den FC Augsburg dezent zu echauffieren.

Friedhelm Funkel gab sich nach seinem Comeback in der Fußball-Bundesliga sachlich wie immer - aber auch ein wenig verkniffen. Denn der Trainer-Routinier hatte Anlass, sich nach dem 1:2 (1:0) von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gegen den FC Augsburg dezent zu echauffieren.

„Wenn ich schon rausgehe, darf ich das Tor nicht geben”, kommentierte er die Entscheidung von Schiedsrichter Markus Schmidt, das 1:1 durch Martin Hinteregger in der 57. Minute anzuerkennen.

Seine Bewertung zum Einsatz des Augsburger Kapitäns Daniel Baier gegen Benito Raman war eindeutig: „Der Ellbogen war sehr, sehr hoch. Da kann man auch Freistoß für uns geben.” Die Schlussfolgerung des 64-Jährigen: Wenn der Videobeweis erfolge, „darf ich das Tor nicht geben”.

Schmidt ließ den Treffer gelten, die Fortuna-Führung durch den Belgier Benito Raman (39.) war passé. Und weil FCA-Rückkehrer André Hahn in der 76. Minute das 2:1 für die Schwaben gelang, wurde es nichts mit einem Sieg oder zumindest einem Remis der Fortuna, die 1925 Tage nach ihrem letzten Erstligaspiel punktlos blieb.

Die Augsburger dagegen beendeten ihren kleinen Fluch. „Im achten Jahr das erste Mal das erste Spiel gewonnen”, stellte FCA-Coach Manuel Baum erleichtert fest nach dem Premierenerfolg seiner Mannschaft an einem ersten Erstligaspieltag. Der vom HSV nach Augsburg zurückgekehrte Siegtorschütze Hahn kommentierte diesen Sachverhalt mit einem Wort: „Wunderschön.”

Vor Spielbeginn wurde es unter den 40.996 Zuschauern und mit Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne emotional: Mit einem Ehrenapplaus gedachte die Fortuna ihres Ende Juni im Alter von 76 Jahren gestorbenen früheren Managers Wolf Werner. Nach diesem ergreifenden Augenblick ergaben sich auf dem Rasen zunächst deutliche Vorteile für Augsburg und erste Gefahrenmomente für Fortuna-Keeper Michael Rensing durch den kessen Youngster Marco Richter (2./5./10.).

Beide Trainer spielten im 4-2-3-1-System. Die Fortuna zog sich aber weit zurück und überließ dem Tabellenzwölften der Vorsaison die Initiative. Aus dieser Konstellation ergaben sich durch Michael Gregoritsch (16.), Hinteregger (18.) und Hahn (29.) weitere gute Möglichkeiten.

Plötzlich kippte die Partie. Der aus Bochum gekommene Kevin Stöger und Raman hatten zweimal die Führungschance. Dem Belgier war dann per Kopf das 1:0 vorbehalten. Die Fortuna wollte nach dem Seitenwechsel direkt nachlegen, doch Jean Zimmer traf nur das Außennetz (47.). Zehn Minuten später verwertete Hinteregger eine Flanke von Jonathan Schmid per Kopf zum aus Düsseldorfer Sicht umstrittenen 1:1. Hahns Kopfball 14 Minuten vor dem Ende war dann entscheidend, obwohl die Fortuna heftig drängte und sich durch Schmidt zudem noch mehrfach benachteiligt fühlte.

(Von Dietmar Fuchs, dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare