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VfB-Angreifer Mario Gomez (l) ist vor Bremens Theodor Gebre Selassie am Ball.

Erster Sieg trotz Eigentor-Wahnsinn: VfB schlägt Bremen

Nach dem schwer erkämpften ersten Saisonsieg des VfB Stuttgart hatte Sportvorstand Michael Reschke an seinem 61. Geburtstag richtig Lust auf den Wasen-Besuch.

Nach dem schwer erkämpften ersten Saisonsieg des VfB Stuttgart hatte Sportvorstand Michael Reschke an seinem 61. Geburtstag richtig Lust auf den Wasen-Besuch.

„Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und ich weiß, dass heute auf dem Wasen was los ist. Ich werde auch da sein”, kündigte Reschke nach dem 2:1 (1:0) an. Am Eröffnungswochenende des zweitgrößten Volksfests der Welt hatten beide Mannschaften in der Mercedes-Benz Arena zuvor für eine emotionale Achterbahnfahrt bei allen Beteiligten gesorgt - inklusive Eigentor-Wahnsinn, Pfostenschüssen und langer Unterzahl der Bremer.

Am Ende der wilden Partie verhinderte Stuttgart mit dem ersten Saisonsieg den schlechtesten Saisonstart seiner Geschichte und verwehrte Bremen den Sprung auf Rang eins der Fußball-Bundesliga. Anastasios Donis (19. Minute) und Gonzalo Castro (74.) erzielten die beiden ersten Heimtore der Schwaben und verschafften dem in die Kritik geratenen Trainer Tayfun Korkut mit nun fünf Punkten etwas Luft. „Heute ist wichtig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Egal, wie”, sagte Korkut.

Der VfB verlässt zumindest bis Sonntag die Abstiegsränge und die Profis konnten mit Humor über die kurioseste Szene des Spiels sprechen. Beim 1:1 schmiss Borna Sosa einen Einwurf Richtung Zieler, doch der war mit seinem Stutzen beschäftigt und unaufmerksam. Da er den Ball aber noch vor der Linie berührte, zählte der Treffer (68.) überhaupt. „Da habe ich aber gewusst: So verlieren wir heute nicht”, sagte Mario Gomez. Er behielt Recht.

Bremen kassierte in Unterzahl am 6. Spieltag die erste Niederlage und rutschte aus den Top vier. „Ich finde wir haben über 90 Minuten eine überragende Auswärtsleistung gebracht”, lobte Trainer Florian Kohfeldt sein Team dennoch, das am Freitag gegen den VfL Wolfsburg auf Milos Veljkovic verzichten muss. Der Verteidiger sah in der 36. Minute Gelb-Rot.

Tatsächlich hatte Bremen vor 58.569 Zuschauern in der am Ende intensiven und unterhaltsamen Partie nach dem Slapstick-Eigentor von Zieler weitere sehr guten Chancen. So trafen Maximilian Eggestein (58.) und der eingewechselte Claudio Pizarro (72.) den Pfosten. Auf der Gegenseite verpasste Nicolás González allerdings auch dreimal die Entscheidung (81./84./89.).

Die Grundlage für den Stuttgarter Sieg legte Donis mit seinem ersten Saisontor. Daniel Didavi schickte den Griechen vor dem 1:0 mit einem feinen Pass in die Tiefe, der 22-Jährige legte den Ball vorbei an Bremens Torwart Jiri Pavlenka und schob ihn danach ins leere Tor. Ähnliche Kombinationen wird es erst mal nicht mehr geben, Donis musste mit einer Muskelverletzung nach einer Stunde vom Platz. Reschke sprach bei ihm und dem ebenfalls verletzten Dennis Aogo von Faserrissen. Gegen Hannover am Samstag seien beide keine Option.

Nur mit Glück überstand der VfB, der zwar immer wieder ein optisches Übergewicht hatte, aber die Partie nie wirklich in den Griff bekam, die gefährlichen Situationen vor und nach dem Platzverweis. Veljkovic sah nach 36 Minuten die Gelb-Rote Karte, nachdem er Didavi zum zweiten Mal kurz vor dem Strafraum umgerissen hatte. Bremen spielte davon unbeirrt weiter offensiv und brachte den VfB vor allem in der zweiten Halbzeit oft in Verlegenheit. „Das war eine aus meiner Sicht unglückliche und auch unverdiente Niederlage”, sagte Kohfeldt.

(Von Maximilian Haupt, dpa)

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