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Axel Witsel, Maximilian Philipp, Torschütze Marco Reus und Achraf Hakimi (l-r) bejubeln das zwischenzeitliche 2:0.

Erstmals BVB-Zauberfußball: Mit 7:0-Kantersieg auf Rang zwei

Mehr Spielwitz, mehr Tempo, mehr Stimmung - Borussia Dortmund ist nach zuletzt schwachen Vorstellungen zurück auf Kurs und zum ersten Verfolger von Spitzenreiter FC Bayern aufgestiegen.

Mehr Spielwitz, mehr Tempo, mehr Stimmung - Borussia Dortmund ist nach zuletzt schwachen Vorstellungen zurück auf Kurs und zum ersten Verfolger von Spitzenreiter FC Bayern aufgestiegen.

Mit dem 7:0 (2:0)-Kantersieg über den 1. FC Nürnberg verkürzte der phasenweise groß aufspielende Revierclub den Abstand zum Serienmeister der vergangenen Jahre aus München auf zwei Zähler und rangiert punktgleich mit Werder Bremen nun auf Platz zwei.

„Wir haben von der ersten Minute an gut gepresst, in der Defensive einen guten Job gemacht und vorne die Chancen genutzt. Mein erstes Tor für den BVB zu schießen war ein sehr gutes Gefühl”, sagte Debütant Achraf Hakimi. „Ich bin gerade richtig geflasht. Das ist schon deftig”, sagte Nürnbergs Georg Margreitter bei Sky. „Wir werden die Köpfe wieder hochnehmen un nächsten Samstag ein ganz anderes Spiel zeigen”, sagte Nürnbergs Hanno Behrens vor dem Aufsteiger-Duell gegen Fortuna Düsseldorf.

Vor 75.700 Zuschauern im Signal Iduna Park sorgten Jacob Bruun Larsen (9. Minute), Marco Reus (32./58.), Debütant Achraf Hakimi (49.), Manuel Akanji (74.), Jadon Sancho (85.) und Julian Weigl (88.) am Mittwoch für den verdienten Sieg des Revierclubs, der damit auch im siebten Pflichtspiel unter der Regie des neuen Trainers Lucien Favre ohne Niederlage blieb. Dagegen müssen die Nürnberger weiter auf den ersten Erfolg in Dortmund seit November 1990 warten.

Wie schon beim 1:1 am vorigen Samstag gegen 1899 Hoffenheim verzichtete BVB-Trainer Favre auf Mario Götze. Der Weltmeister von 2014 stand erneut nicht im Kader und sorgte damit weiter für Gesprächsstoff. Doch auch ohne den Edeltechniker und die anfängliche Unterstützung der Fans, die sich an den bundesweiten Protesten gegen den DFB und die DFL beteiligten und in den ersten Minuten schwiegen, erwischte der BVB einen Traumstart. Nach sehenswerter Vorarbeit von Christian Pulisic beförderte der ins Team gerückte Angreifer Bruun Larsen den Ball aus schwieriger Position ins Tor.

Diese frühe Führung schien die zuletzt spielschwache Borussia zu beflügeln. Nur zwei Minuten später bot sich Marco Reus die große Chance zum 2:0, doch der Nationalspieler scheiterte aus kurzer Distanz am Nürnberger Torhüter Fabian Bredlow.

Erst nach dieser Dortmunder Startoffensive fanden auch die Nürnberger besser ins Spiel. So traf Angreifer Virgil Misidjan in der 18. Minute an das Außennetz. Gleichwohl blieb die Borussia das dominierende Team - und wurde noch vor der Halbzeit ein weiteres Mal belohnt. Ein vom Nürnberger Abwehrspieler Georg Margreitter abgefälschter Fernschuss von Reus bescherte das 2:0.

Auch nach Wiederanpfiff bot der BVB mitunter sehenswerten Fußball. Ein Konter über Reus schloss der im Sommer von Real Madrid ausgeliehene und erstmals ins Team berufene Hakimi mit einem platzierten Flachschuss zum 3:0 ab. Mit dem 100. Pflichtspieltor von Reus für den BVB nach zauberhaftem Zusammenspiel mit Bruun Larsen war die Gegenwehr der deutlich unterlegenen Nürnberger endgültig gebrochen. Aufgrund der sicheren Führung konnte es sich Trainer Favre leisten, Stammkräfte wie Marco Reus und Axel Witsel (beide 62.) auszuwechseln und für die schweren Aufgaben in Leverkusen und gegen Monaco zu schonen.

(Von Heinz Büse, dpa)

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