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FC Bayern im Schiri-Glück: Siebert gesteht Elfmeter-Fehler ein - „Ist ein Foul“

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Von: Michael Haug

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Schiedsrichter Daniel Siebert erklärt seine Sicht auf die Aufreger-Szene im Spiel zwischen Bayern und Dortmund. Marco Rose reagierte sarkastisch, auch Julian Nagelsmann äußerte sich.

München - Der FC Bayern München hat es geschafft. 3:1-Sieg über Dortmund, zum zehnten Mal in Serie deutscher Fußball-Meister. Party und Weißbierduschen auf der einen Seite, Frust auf der anderen. Auf BVB-Seite hat dazu auch eine Szene aus der 59. Minute beigetragen.

Pavard gegen Bellingham: Schiedsrichter Daniel Siebert gesteht Fehler ein

Borussia Dortmund hatte durch einen Elfmeter von Emre Can auf 1:2 verkürzt. Einige Minuten später lief Jude Bellingham von links in den Strafraum. Benjamin Pavard setzte zur Grätsche an, traf mit rechts zuerst Bellinghams Bein und dann den Ball. „Regeltechnisch ist es ein Zufallbringen und damit ein Foul. Dass Pavard kurz danach den Ball berührt, ist irrelevant“, gibt Schiedsrichter Daniel Siebert nun im Nachhinein zu. „Auf dem Feld verdeckte mir Pavard mit seiner Grätsche den Blick auf den entscheidenden Kontakt im Fußbereich“, erklärt der Erdkundelehrer.

Er habe sich vorgenommen, nicht mehr auf Verdacht Foul zu pfeifen. „Im Zweifel immer weiter“, in Erinnerung an das DFB-Pokalhalbfinale zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern. Damals hatte Siebert ein Foul von Gebre Selassie an Coman gesehen, entschied auf Elfmeter. „Die TV-Bilder widerlegten jedoch später diesen Eindruck“, erinnert sich der FIFA-Schiedsrichter, der sich in solchen Szenen als „gebranntes Kind“ bezeichnet.

Kehl ärgert auch das Hinspiel noch: „Sind nicht fair behandelt worden“

BVB-Trainer Marco Rose dürfte das Zustandekommen der Fehlentscheidung herzlich egal sein. „Das ist nichts Neues für uns. Es ist ein absolutes Spitzenspiel. Dann erwarte ich, dass die Dinge anständig geregelt werden. Wenn das wieder nicht passiert, dann sage ich: Hut ab!“, äußerte Rose sarkastisch.

Der 45-Jährige ließ seinem Ärger freiem Lauf „Was willst du von mir hören? Ich kann jetzt auch ‘nen Purzelbaum machen, dann krieg ich auch keinen Elfmeter“, sagte der gebürtige Leipziger im Sky-Interview mit Patrick Wasserziehr. Rose ärgerte sich außerdem darüber, dass er von Sky-Moderator Uli Köhler am Vortag als emotionslos bezeichnet wurde.

FC Bayern-Borussia Dortmund: Schiedsrichter Daniel Siebert trennt Marco Reus und Leon Goretzka, Robert Lewandowski schaut zu.
Schiedsrichter Daniel Siebert trennt Marco Reus und Leon Goretzka, Robert Lewandowski schaut zu. © IMAGO/Eduard Martin

„Es war mehr drin“, meinte Borussia Dortmunds Sportdirektor-in-spe Sebastian Kehl nach der 1:3-Niederlage. Dass nicht einmal der VAR bei der Elfmeter-Szene eingriff, ärgerte Kehl besonders. Auch das Hinspiel, in dem Felix Zwayer einen umstrittenen Handelfmeter gegen Mats Hummels pfiff, lässt Kehl scheinbar nicht los. „Wenn man beide Spiele sieht, wird hinterher wieder über eine Schiedsrichter-Entscheidung diskutiert, das ist unnötig und schade“, findet der Nachfolger von Michael Zorc. „In Summe sind wir in den direkten Duellen nicht fair behandelt worden“, lautet Kehls frustriertes Fazit.

Nagelsmann über die Pavard-Grätsche: „Video-Assistent-Referee wird seine Gründe gehabt haben“

„Den kann man geben“, sagte auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Er habe die Szene nur aus großer Entfernung auf einem kleinen Monitor gesehen. „Der Video-Assistent-Referee wird seine Gründe gehabt haben, warum er ihn nicht gegeben hat“, ergänzte der Meistertrainer. Welche, weiß allerdings auch Nagelsmann nicht.

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