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Hoeneß wettert gegen Katar-Kritiker: FC Bayern kein „Amnesty International“ – Hainer und Ott reagieren

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Von: Christoph Gschoßmann

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Uli Hoeneß stieß der Auftritt von Michael Ott auf der JHV im letzten Jahr sauer auf. Das warf der Bayern-Patron dem Katar-Kritiker in diesem Jahr an den Kopf.

Update vom 16. Oktober, 11.44 Uhr: Bayern Münchens wiedergewählter Vereinspräsident Herbert Hainer hat Ehrenpräsident Uli Hoeneß nach dessen grantigen Worten auf der Jahreshauptversammlung gegen Katar-Kritiker Michael Ott verteidigt. „So kennen wir Uli Hoeneß, er ist emotional, er ist der FC Bayern durch und durch. Er verteidigt seinen FC Bayern auch mit allen Facetten“, sagte Hainer am Sonntag dem TV-Sender Bild.

Stellte Katar-Kritiker Michael Ott zur Rede: Uli Hoeneß (li.), Ehrenpräsident des FC Bayern München.
Stellte Katar-Kritiker Michael Ott zur Rede: Uli Hoeneß (li.), Ehrenpräsident des FC Bayern München. © IMAGO / Eibner

Auch Ott äußerte sich zu dem Vorfall. „Das hat mich schon überrascht“, erklärte er nach der JHV ebenfalls Bild. „Wir haben einen sachlichen Dialog hier geführt auf der Mitglieder-Versammlung, der Herr Hoeneß fällt da etwas aus dem Rahmen. Er ist sicher an keinem sachlichen Dialog interessiert, das hat man gemerkt.“

Ott weiter: „Ich hatte auch eine Anfrage der ‚Zeit‘ vor Monaten, über ein Streitgespräch mit Herrn Hoeneß. Das ist offensichtlich am Hoeneß gescheitert, nicht an mir. Aber jetzt kann er mir offensichtlich ein paar böse Worte an den Kopf werfen.“ Er habe „ihm noch gesagt, auch der Fußballclub Bayern München sollte sich an die Menschenrechte halten, aber er wollte meine Antwort gar nicht hören.“

Hoeneß wettert gegen Katar-Kritiker Ott: FC Bayern kein „Amnesty International“

Erstmeldung vom 16. Oktober, 9:51 Uhr: München - Hoeneß gegen Ott: Katar-Kritiker Michael Ott hat sich nach seinem Redebeitrag bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München laut eigener Aussage einige „böse Worte“ von Uli Hoeneß anhören müssen. Der 70 Jahre alte Ehrenpräsident ging das Vereinsmitglied Ott im Audi Dome demnach verbal an, wie mehrere Medien berichteten. Hoeneß sagte demnach zu Ott: „Ihr Auftritt war peinlich. Das ist der Fußballclub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International.“ Ott gab den Wortlaut nach der Veranstaltung am Samstagabend auch so wieder.

Vor einem Jahr wollte Ott wollte auf der tumultartigen Jahreshauptversammlung einen Spontanantrag einbringen, um die Mitglieder über den bei einem Teil der Münchner Fans sehr umstrittenen Sponsorenvertrag des FC Bayern mit der Fluglinie Qatar Airways abstimmen zu lassen. Das ließ das Präsidium um Herbert Hainer seinerzeit nicht zu. Am Samstagabend fragte Ott den wiedergewählten Präsidenten nun direkt, ob er den Vertrag - Stand jetzt - verlängern würde. „Diese Frage kann ich heute nicht mit Ja oder Nein beantworten“, antwortete Hainer. Der 68-Jährige hielt das Auftreten des kritischen Vereinsmitglieds in der aktuellen Versammlung für okay.

Ott: „FC Bayern wird instrumentalisiert“ - Hainer bei Wahl wohl wegen Katar abgestraft

Ott zog daraus seine Schlüsse. Aus den Äußerungen der Vereinsführung um Oliver Kahn und Hainer habe er eher „die Tendenz zur Verlängerung“ der Partnerschaft mit der katarischen Fluglinie herausgehört, sagte der Bayern-Fan. Die Frage nach Plan B sei von den Verantwortlichen schließlich „umschifft“ worden. Er beklagte, dass der FC Bayern seitens Katar „instrumentalisiert“ werde. Das sei aus seiner Sicht „inakzeptabel“.

Die Meinungen zum Thema Katar gehen weiterhin stark auseinander, was Verein und Fans angeht. Vorstandschef Kahn verwies in seiner Rede auf „Fortschritte bei Arbeitsrechten und Menschenrechten“ im WM-Gastgeberland Katar. Daran habe auch der FC Bayern einen Anteil. Laut Ott bewirken eher die Fans mit ihrer Kritik etwas in dem Emirat, in dem vom 20. November bis 18. Dezember die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Die Bayern-Anhänger straften Präsident Hainer mit einem mäßigen Wahlergebnis (83,3 Prozent Zustimmung im Vergleich zu 98,1 vor drei Jahren) ab. Hainer gab zu, dass die Katar-Kontroverse ein Grund dafür gewesen sei: „Das Thema hat sicherlich mitgespielt“, sagte der 68-Jährige bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die JHV. (cg mit dpa)

Oliver Kahn wird für seine Emotionen gegen Dortmund von den Fans auf der Bayern-JHV gefeiert. Gegen Niklas Süle tritt er nach.

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