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FIFA-„Weltgipfel“ zur Zukunft des Fußballs - Streitthema WM

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Das FIFA-Council hatte im Oktober beschlossen, dass über mögliche Reformen des internationalen Spielkalenders beraten werden soll. © Omar Zoheiry/dpa

Der Weltverband lädt zu einem „Weltgipfel“, um über die Zukunft des Fußballs zu debattieren. Vor allem geht es um den WM-Rhythmus - das Streitthema der vergangenen Monate. Die Opposition steht.

Doha - Mit einer sperrigen Überschrift platzierte die Europäische Fußball-Union UEFA rechtzeitig noch einmal ihre klare Ablehnung der FIFA-Pläne.

„Unabhängige Studie zu einer alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft zeigt negative wirtschaftliche Auswirkungen für den Fußball“, schrieb die UEFA vor dem Gipfeltreffen des Weltverbands an diesem Montag. Der von FIFA-Präsident Gianni Infantino gestützte Plan zur Verkürzung des WM-Rhythmus belastet den Weltfußball seit Monaten.

„Es werden 500 Menschen in der Videokonferenz sein. Ich gehe nicht davon aus, dass da sehr viele tiefe Entschlüsse gefasst werden. Bisher haben wir nicht einmal eine Agenda bekommen“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin am vergangenen Donnerstag. „Wir wissen nur, dass der Titel „Die Zukunft des Fußballs“ lauten soll - das kann viel heißen, oder gar nichts.“

Das FIFA-Council - im Übrigen mit Ceferin und DFB-Interimschef Peter Peters - hatte im Oktober beschlossen, dass am 20. Dezember in riesiger Runde über mögliche Reformen des internationalen Spielkalenders beraten werden soll. Ein „Weltgipfel zur Zukunft des Fußballs“, wie die FIFA schrieb. Eine Abstimmung über einen neuen, zweijährigen WM-Turnus scheint aber längst vom Tisch.

UEFA beklagt fehlende Informationen

„Es ist sehr hart, über irgendeinen Kompromiss nachzudenken, wenn du keine Informationen hast“, sagte Ceferin. Die UEFA gehe mit keiner bestimmten Strategie in die Konferenz. Der Europaverband hat in der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL einen starken Verbündeten gefunden. Beide beraten über eine gemeinsame Nations League ab 2024. Ein noch globaleres Turnier schwebt auch Infantino vor, möglicherweise als Kompromiss.

Laut der UEFA-Studie müssen sich die nationalen Verbände bei der Ausrichtung von Weltmeisterschaften im Zweijahresrhythmus auf geringere Einnahmen einstellen. Diese könnten sich innerhalb von vier Jahren um 2,5 bis 3 Milliarden Euro reduzieren. Die UEFA verwies auf eine von ihr beauftragte Studie einer Beratungsfirma, deren Ergebnisse sie am Freitag vorlegte.

Unterdessen präsentierte der Weltverband eine Umfrage, die nach FIFA-Angaben ein Interesse von Fans an einem verkürzten WM-Rhythmus belegen soll. So hätten sich knapp ein Drittel von 30.390 Befragten, die Fußball als ihren Lieblingssport nannten, für eine häufigere WM der Männer ausgesprochen. Die Ablehnung war hinter England vor allem in Deutschland besonders hoch, 50 Prozent sprachen sich dagegen aus. Vollständige Informationen zur Methodik sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. dpa

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