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Nicht nur nach diesem Elfmeter-Tor von Harry Kane (oben Mitte) ein optisches Übergewicht: England hatte mit Panama leichtes Spiel.

Fußball-WM 2018 in Russland

6:1 gegen Panama: Historisches Schützenfest für England

Harry Kane führt die Three Lions durch das 6:1 vorzeitig ins Achtelfinale. Mit drei Treffern setzt sich der Mittelstürmer an die Spitze der Torjägerliste. Doch auch Panama hat einen erfreulichen Moment.

Nach dem historischen Schützenfest in Nischni Nowgorod suchte Harry Kane zunächst die Verlierer auf. Der Anführer der Three Lions weiß eben, was sich für einen englischen Kapitän gehört. Kane bedankte sich also bei den völlig chancenlosen WM-Neulingen aus Panama für die faire Partie, klemmte sich den Spielball unter den Arm und feierte dann mit den englischen Fans den mit Abstand höchsten Turniersieg einer Auswahl aus dem Fußball-Mutterland.

Beim 6:1 (5:0) hatte Kane die Junglöwen mit drei Toren nicht nur locker-leicht ins Achtelfinale geführt, er verewigte sich auch in den Geschichtsbüchern seiner Heimat: Drei Treffer in einem WM-Spiel hatten zuvor nur Gary Lineker 1986 gegen Polen und Geoff Hurst beim 4:2 im Finale 1966 gegen Deutschland erzielt – darunter das legendäre Wembley-Tor. „Nicht viele Spieler schießen drei Tore in einem WM-Spiel. Darauf bin ich sehr stolz“, sagte Kane.

Lineker hatte schon während der Torflut der ersten Halbzeit via Twitter wissen lassen, dass es nun „langsam albern“ werde. Tatsächlich zeigte sich Panama beim zweiten Auftritt in Russland untauglich für die große Fußballbühne und bewies, dass es bei der Endrunde sehr wohl noch kleine Mannschaften gibt. Das erste WM-Tor der Mittelamerikaner durch Felipe Baloy (78.) feierten die Anhänger unter den 43 319 Zuschauern trotzdem begeistert. Trainer Hernan Gomez sagte: „Wir wollten in der zweiten Halbzeit eine Katastrophe verhindern.“

Kane, der zwei Foulelfmeter (22./45.) verwandelte und einmal glücklich mit der Hacke ins Tor abfälschte (62.), wusste genau, wie der Kantersieg einzuschätzen ist. „Der Weg ist noch sehr lang und steinig“, sagte er: „Jetzt schauen wir auf ein großes Spiel gegen Belgien.“ Zwischen den punkt- und torgleichen Favoriten geht es am Donnerstag um den Gruppensieg, England reicht dafür dank weniger Strafpunkten in der Fair-Play-Wertung ein Unentschieden.

Selbstvertrauen besitzen beide Mannschaften zur Genüge, dazu jeweils einen Ausnahmestürmer aus der Premier League. Kane von Tottenham Hotspur führt die Torjägerliste der WM mit fünf Treffern vor dem Belgier Romelu Lukaku von Manchester United und Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo (je 4) an.

Anders als beim 2:1 gegen Tunesien bekam Kane gegen Panama auch Unterstützung von seinen Teamkollegen. Abwehrchef John Stones traf doppelt (8./40.), Jesse Lingard erzielte mit einem Schlenzer das schönste Tor des Tages (36.). Southgate kam aus dem Jubeln kaum heraus. Der Coach riss allerdings stets nur den linken Arm in die Höhe. Die rechte Schulter hatte er sich bei einem Sturz verletzt.

Während Southgate angeschlagen ist, strotzt sein Team vor jugendlichem Elan. Das Vertrauen in die eigenen Stärken scheint grenzenlos zu sein. Tempo, Kreativität und Kane – die Dreifaltigkeit der Engländer reichte trotz einiger Wackler zu Beginn gegen Panama locker aus, auch weil die Standards erneut eine spitze Waffe waren.

Stones, der Manchester City vor zwei Jahren 55 Millionen Euro wert war, erzielte bereits das dritte Tor nach einer Ecke. Gegen Tunesien hatte Kane zweimal zugeschlagen. Der 24-Jährige hämmerte voller Selbstvertrauen seine beiden Elfmeter ins Netz, als letzter Engländer hatte David Beckham 2002 bei einer WM per Strafstoß getroffen.

Die Torjägerliste der WM:

1. Harry Kane (England) 5 Tore

2. Romelu Lukaku (Belgien) 4

2. Cristiano Ronaldo (Portugal) 4

4. Diego Costa (Spanien) 3

4. Denis Tscheryschew (Russland) 3

6. Philippe Coutinho (Brasilien) 2

6. Artem Dschjuba (Russland) 2

6. Eden Hazard (Belgien) 2

6. Mile Jedinak (Australien) 2

6. Luka Modric (Kroatien) 2

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