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Ab dem 9. Mai könnte es zu Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga kommen.

Fußball-Bundesliga

Kommentar: Fortsetzung der Bundesliga ist die richtige Entscheidung

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Die Fortsetzung der Bundesliga ist die richtige Entscheidung, denn es geht um zahlreiche Arbeitsplätze. Ein Kommentar. 

Die Fußball-Bundesliga darf die derzeit wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison ab der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen fortsetzen. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte. Für viele Menschen ist dies eine willkommene Abwechslung in der aktuellen Corona-Zeit. „Brot und Spiele“, wenn man so will. Der Fußball hat eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Für die zahlreichen organisierten Fans ist er zum Teil Lebensinhalt, für viele anderen Zuschauer ein schöner und spannender Zeitvertreib, um die Alltagssorgen für eine kurze Zeit auszublenden. Eine Fortsetzung des Spielbetriebs wäre deshalb ein positives Zeichen an die Bevölkerung.

Bundesliga-Fortsetzung: DFL kämpft um ihr Produkt

Nicht zu leugnen ist, dass die Bundesliga in den vergangenen Jahren einiges an Vertrauen eingebüßt hat, und dass das Vorgehen in der Corona-Krise nicht zur Besserung beiträgt. Der Fußball ist natürlich nicht systemrelevant, die DFL hat aber das Recht und sogar die Pflicht, um sein Produkt Bundesliga zu kämpfen - wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen eben auch in der Corona-Krise.

Klar ist, dass das nicht jedem gefällt - muss es aber auch nicht. Zudem geht es nicht nur um die Profifußballer, die Millionengehälter verdienen, sondern auch um viele weitere Arbeitsplätze in den Vereinen, die alle mit der Bundesliga unmittelbar zusammenhängen. 56.000 Menschen arbeiten in den Profivereinen und zittern aktuell um ihre Jobs - wie in der klassischen Wirtschaft auch. Bei einem Abbruch der Saison und einer möglichen Insolvenz mehrerer Vereine würden zahlreiche dieser Angestellten ihre Existenzgrundlage verlieren. Das darf nicht in Kauf genommen und sollte mit aller Macht vermieden werden.

Bundesliga: Umdenken zwingend notwendig

Es ist verständlich, dass viele Gegner der Fortsetzung des Spielbetriebs eine Sonderstellung der Bundesliga und des Fußballs beklagen, es geht aber eben um viel mehr als nur den Spaß am Spiel. In der Zukunft muss es ein Umdenken geben in der Liga. Die Kommerzialisierung und der schier endlose Kapitalismus müssen ein Ende haben. Diese Änderungen können aber nur angegangen werden, wenn es die Profi-Vereine nach der Corona-Krise noch gibt - und dazu müssen Geisterspiele ab Mitte Mai stattfinden.

(smr)

Thomas Kilchenstein, Redakteur der Frankfurter Rundschau, ist der Meinung, dass es ein befremdlicher Gedanke* ist, wenn der Profifußball vor vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen wieder losrollen soll. Außerdem könnten einige Punkte im Maßnahmenkatalog* beim Kampf um gesellschaftliche und politische Akzeptanz heikel werden.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

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