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Kommentar zur neuen Europa League: Es geht auch einen Nummer kleiner

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Vor ein paar Wochen noch redeten alle über die Super League, ein Projekt der superreichen europäischen Fußball-Clubs. Doch diese wird es möglicherweise nie geben. "Da muss es in den Ohren der kontinentalen Krösusse wie Hohn klingen, wenn die Europäische Fußball-Union (Uefa) ausgerechnet jetzt eine Europa League 2 ankündigt", sagt unser Sportredakteur Christian Heimrich. 

War da was? Es ist gerade ein paar Wochen her, da redete alles über die Super League, das Projekt der superreichen europäischen Fußball-Clubs. Der „Spiegel“ hatte – basierend auf Recherchen der Enthüller von „Football Leaks“ – eine regelrechte Verschwörung ausgemacht. Die Reichen, darunter auch Bayern München, wollten noch reicher werden, so der Vorwurf. 

Aber: Eine Super League gibt es nicht und wird es möglicherweise auch nie geben. Da muss es in den Ohren der kontinentalen Krösusse wie Hohn klingen, wenn die Europäische Fußball-Union (Uefa) ausgerechnet jetzt eine Europa League 2 ankündigt. Es geht also auch eine Nummer kleiner. 

Viele fragen sich nun, wozu ein solcher Wettbewerb gut sein soll. Alle Welt redet über eine Übersättigung durch Fußball und gleichzeitig sinkendes Niveau, wie bei der Diskussion um die Aufstockung der WM von 32 auf 48 Mannschaften. Und nun schafft die Uefa die Aussicht auf Europacup-Spiele in Liechtenstein und Rumänien. Das ist nur etwas für absolute Fanatiker. Die TV-Quoten dürften überschaubar sein. 

Auf der anderen Seite: Die Geldquellen sprudeln auch im europäischen Fußball stärker denn je. In Frankfurt genießt man das Europa-Gefühl nicht nur wegen der schönen Reisen und der imposanten Fan-Choreographien im Stadion. Nach der jüngsten Erhöhung der Prämien für die Europa League gibt es für erfolgreiche Clubs auch richtig was zu verdienen. Die Eintracht kalkuliert mit einem Zubrot in dieser Saison von über zehn Millionen Euro. 

Die Pläne der Uefa haben natürlich auch eine politisch-taktische Dimension. Stichwort Stimmen von kleinen Verbänden bei Wahlen. Aber niemand ist gezwungen, eine Eintrittskarte zu kaufen oder den Fernseher einzuschalten.

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