Man kennt sich: Achim Beierlorzer (li.) und Hasan Salihamidzic vom FC Bayern München.
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Man kennt sich: Achim Beierlorzer (li.) und Hasan Salihamidzic vom FC Bayern München.

Nach nur zwei Spieltagen

Nächstes Bundesliga-Beben: Klub entlässt Trainer nach 1:4-Pleite - Prominente Nachfolger gehandelt

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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In der Bundesliga gibt es nach dem zweiten Spieltag schon die zweite Trainer-Entlassung. Nach Schalke hat Mainz seinen Trainer gefeuert. Achim Beierlorzer muss gehen.

  • Der 1. FSV Mainz 05 hat sich nach dem 1:4 gegen den VfB Stuttgart von Trainer Achim Beierlorzer getrennt.
  • Diese Entwicklung war nach den jüngsten Vorkommnissen in der Bundesliga fast vorhersehbar.
  • Wer wird Beierlorzer-Nachfolger? Viele deutsche Kandidaten sind auf dem Markt.

Update vom 28. September, 12.10 Uhr: Es ist eine Entwicklung, mit der viele Beobachter der Bundesliga gerechnet haben: Der 1. FSV Mainz 05 hat sich an diesem Montag von Trainer Achim Beierlorzer getrennt.

Das berichtete am Montagmittag zuerst die Bild. Um 12.18 Uhr folgte die Bestätigung des Klubs via Twitter.

Bundesliga: FSV Mainz 05 trennt sich von Trainer Achim Beierlorzer

Es ist schon die zweite Trainerentlassung dieser jungen Bundesliga-Saison. Am Wochenende musste bereits David Wagner nach dem Katastrophen-Start des FC Schalke in Gelsenkirchen gehen. In Mainz übernimmt vorerst Co-Trainer Jan-Moritz Lichte das Training mit der Profimannschaft.

Die Rheinhessen verloren am ersten Spieltag 1:3 bei RB Leipzig, es folgte ein sattes 1:4 gegen Aufsteiger VfB Stuttgart - trotz Führung. Damit belegen die Nullfünfer trotz einer Tordifferenz von minus fünf nach nur zwei Spieltagen den vorletzten Tabellenplatz.

Hinzu kam vergangene Woche ein Spielerstreik, als sich die Mannschaft des FSV Mainz 05 nach der Demission des beliebten Stürmers Adam Szalai geschlossen weigerte, zum Training zu erscheinen.

„Wir haben uns gemeinsam sehr intensiv mit unserem sportlichen Weg auseinandergesetzt und mit der Frage, in welcher Form wir der aktuellen Entwicklung Rechnung tragen und der Mannschaft kurzfristig und perspektivisch neue Impulse geben können“, erklärte Sportvorstand Rouven Schröder in der offiziellen Mitteilung der Mainzer: „Ergebnis dieses sehr offenen und ehrlichen Gespräches ist, dass wir als Verein die gemeinsame Arbeit mit Achim Beierlorzer nicht fortsetzen.

Ein Grund für die Krise in Mainz: die Demission von Führungsspieler und Publikumsliebling Adam Szalai.

FSV Mainz 05: Wer wird Nachfolger von Achim Beierlorzer?

Beierlorzer wurde wie folgt zitiert: „Ich bin enttäuscht über die Entscheidung des Vereins. Nichtsdestotrotz wünsche ich Mainz 05 und der Mannschaft für den weiteren Weg alles Gute.“ Wie geht es weiter in Mainz?

Aktuell sind viele deutsche Trainer auf dem Markt. David Wagner ist nach seiner Entlassung auf Schalke vereinslos, Markus Weinzierl, Hannes Wolf, Tayfun Korkut - alles potenzielle Kandidaten für die Beierlorzer-Nachfolge. Vielleicht kommt es ja sogar zur Sensations-Rückkehr von Sandro Schwarz?

FSV Mainz 05: Aussprache zwischen Achim Beierlorzer und der Mannschaft

Update vom 24. September, 14 Uhr: Die Wogen scheinen sich geglättet zu haben. Nachdem die Profi-Mannschaft des FSV Mainz am Mittwochnachmittag das Training sausen ließ und streikte, gab es nun eine interne Aussprache.

Auf der Pressekonferenz der Rheinhessen am Donnerstagmittag verkündeten Sport-Vorstand Rouven Schröder und Trainer Achim Beierlorzer, dass das Mannschaftstraining am Nachmittag wieder normal stattfinden würde.

Bundesliga: FSV Mainz 05 taumelt in die Krise

„Gestern ist etwas passiert, was uns alle, die Fußball lieben in eine sehr unangenehme Situation gebracht hat - eine einzigartige Situation“, reagierte Schröder sehr emotional. „Das Thema Szalai hat nichts mit dem Thema Gehalt zu tun. Wir haben die Entscheidung aus sportlichen Gründen getroffen. Wir haben ihm bereits im Sommer gesagt, dass er kaum Einsatzzeiten bekommt“, stellte der Sport-Vorstand klar. Er räumte aber auch „Fehler in der Kommunikation untereinander“ ein. Schröder will den Skandal schnellstmöglich ad acta legen. „Wir haben das Thema intern mit der Mannschaft aufgearbeitet. Auf Wunsch der Mannschaft und auch des Vereins wird die Angelegenheit intern gehalten. Das Wichtigste ist der Verein.“

Trotzdem halten sich weiterhin Gerüchte, dass Trainer Achim Beierlorzer Probleme mit der Mannschaftsführung hat. „Der Zusammenhalt ist positiv. Ich sehe kein Zerwürfnis. Das Statement der Mannschaft kann ich nachvollziehen, sie hat sich solidarisch gegenüber Szalai gezeigt“, zeigte Beierlorzer einerseits Verständnis für den Streik der Mannschaft. Andererseits wäre er „als Spieler oder Trainer nie auf die Idee gekommen, nicht zum Training zu gehen.“ Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist wohl noch nicht gesprochen.

Bundesliga: Skandal bei Mainz 05 - Training ausgefallen

Erstmeldung vom 24. September: Mainz - „Das Training der Profimannschaft am Mittwochnachmittag hat nicht wie geplant stattgefunden. Ursache waren emotionale Diskussionen innerhalb der Mannschaft um Adam Szalai, der am Nachmittag nicht mit der Profimannschaft trainieren sollte“, teilte der FSV Mainz 05* mit und bestätigte damit einen Bericht der Bild-Zeitung.

Spieler von Mainz 05 streiken wegen Rauswurf von Adam Szalai

Demnach soll das Team geschlossen die Rücknahme des Rauswurfs von Szalai fordern. Der 32 Jahre alte Ungar war am Montag mit sofortiger Wirkung vom Training freigestellt worden. Laut Bild erschien Szalai am Mittwochmorgen dennoch zur Athletikeinheit, die er jedoch nicht mit der Mannschaft absolvieren durfte. Daraufhin erschienen die 05-Profis am Nachmittag nicht auf dem Platz.

Bundesliga: Mainz 05 - Eklat zwischen Trainer und Spieler

Am Abend kam der Vorstand des Vereins zu einer Krisensitzung zusammen. Öffentlich wollen sich die Verantwortlichen erst am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger VfB Stuttgart am kommenden Samstag äußern.

Die Mainzer* hatten für die Trennung von Szalai sportliche Gründe angegeben. Nach Informationen des Kicker soll es jedoch zu einem Eklat zwischen dem Routinier und Trainer Achim Beierlorzer gekommen sein. (ck/pm/dpa) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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