Kommt bei den Hertha-Profis gut an: Jürgen Klinsmann. Foto: Gregor Fischer/dpa
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Kommt bei den Hertha-Profis gut an: Jürgen Klinsmann. Foto: Gregor Fischer/dpa

Berlin zu Gast in Frankfurt

Motivator Klinsmann will den ersten Hertha-Sieg

Das mit dem schnellen Zug zwischen Berlin und Frankfurt kannte Jürgen Klinsmann aus Kalifornien nicht. Schnell soll sich auch seine Arbeit auszahlen: Ein Sieg gegen Frankfurt wäre ein Stimmungsbeschleuniger bei Hertha. Der Effekt durch den neuen Coach bleibt spürbar.

Berlin (dpa) - Nach einer Woche Kennenlern- und Findungsprozess hat Jürgen Klinsmann die Spieler mit seiner Art ganz und gar für sich gewonnen - nun soll auch der erste Sieg als Trainer von Hertha BSC folgen.

Gut gelaunt, voller Tatendrang und zuversichtlich präsentierte sich der ehemalige Nationaltrainer bei einer Pressekonferenz auf dem Olympiagelände. Zur Partie an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) zum Auftakt des 14. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt reise man mit "breiter Brust" betonte Klinsmann: "Das wird eine spannende Kiste, das wird richtig gut."

Klinsmann stand die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Der Frust über die 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund im heimischen Olympiastadion ist vergessen. Allzu große erneute Einschnitte will er in seinem zweiten Spiel nach über zehneinhalb Jahren als Trainer in der Bundesliga auch nicht vornehmen. "Zu viele Dinge von einem Spiel aufs andere zu ändern - auf keinen Fall, das ist nicht gut", betonte der 55-Jährige. Die Spieler müssten auch ein bisschen Ruhe bekommen, ergänzte Klinsmann, damit sie bis Weihnachten ihren Rhythmus aufnehmen könnten.

Wer schon glaubte, der Klinsmann-Effekt sei durch den verlorenen Einstand womöglich verpufft oder geschwächt, sieht sich getäuscht. Die Hertha-Profis sind hin und weg und voll des Lobes für den Nachfolger von Ante Covic, der nach vier Meisterschaftspleiten nacheinander in der vergangenen Woche hatte gehen müssen.

Klinsmann sei im Weltfußball ein Riesenname, eine Persönlichkeit. "Das motiviert jeden Spieler extra", betonte der vom FC Liverpool ausgeliehene Marko Grujic in einem Interview der "Berliner Zeitung" und des "Berliner Kurier" (Donnerstag). "Man spürt die Energie, dass sich jeder neu beweisen will", sagte der 23 Jahre Mittelfeldspieler. "Jeder im neuen Trainerteam ist unter Strom, das überträgt sich auf uns Spieler", sagte Davie Selke in einem Interview dem "Kicker" (Donnerstag). "Der Wettkampf um die Startelfplätze ist neu entfacht", betonte Angriffskollege Salomon Kalou in der "Bild"-Zeitung (Donnerstag).

Aufbruchstimmung bei Hertha und der Grund heißt weiter und erst recht Klinsmann. Bis Weihnachten will er so viele Punkte wie möglich holen. Es tut auch not, Hertha rutschte durch das verlorene Spiel gegen den BVB auf den Relegationsrang ab. Gegner Frankfurt steht allerdings auch unter Druck: Das Team von Adi Hütter verlor in der Liga zuletzt dreimal nacheinander, ist aber immer noch Tabellenzehnter. "Wir müssen auch gegen Hertha versuchen, mit Power, Überzeugung und Mut zu agieren. Wir müssen den Bock umstoßen, dass das Ergebnis auf uns steht", sagte der Österreicher zur Situation.

Klinsmann kenne er nur zufällig von einem Treffen in einem Restaurant in diesem Jahr. "Ich freue mich morgen, wenn ich ihn sehe", sagte Hütter, der bei dem früheren Bundestrainer erkannt hat, dass dieser sehr viel wert auf "Disziplin und taktische Ruhe" lege.

Die Erfahrung als Trainer im Kampf gegen den Abstieg fehlt Klinsmann, als Spieler sammelte er sie einst mal bei Tottenham Hotspur, erzählte er. Es gehe nur über Arbeit, betonte Klinsmann, der sich ansonsten aber auch in seiner neuen Rolle in der neuen Umgebung in einem Kennenlernprozess befindet. Ob sie denn mit dem ICE nach Frankfurt reisen würden, fragte er die Medienvertreter, die er knapp 20 Minuten vorher mit einem freundlichen "Morgen, Morgen" begrüßt hatte. So einen schnellen Zug gebe es in Kalifornien nicht.

Details zum Spiel auf bundesliga.de

Mannschaft Eintracht Frankfurt

Mannschaft Hertha BSC

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