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Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann verlor gegen seinen nächsten Arbeitgeber.

Nagelsmann verliert gegen neuen Club - Poulsens Tag

Beim Rasenschach zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig hat Ralf Rangnick seinem künftigen Trainer Julian Nagelsmann ein taktisches Schnippchen geschlagen.

Beim Rasenschach zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig hat Ralf Rangnick seinem künftigen Trainer Julian Nagelsmann ein taktisches Schnippchen geschlagen.

Die Kraichgauer mussten sich drei Tage vor dem Champions-League-Schlager gegen Manchester City mit 1:2 (0:0) den Sachsen geschlagen geben. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel immer mehr genauso gestalten können, wie wir uns das vorgestellt haben”, sagte RB-Chefcoach Rangnick nach der Partie frohlockend.

Yussuf Poulsen erzielte in der 53. und 73. Minute beide Tore für die Sachsen - sein erster Doppelpack in der Bundesliga. Andrej Kramaric verkürzte in der Nachspielzeit (90.+3) per Foulelfmeter. 28.115 Zuschauer in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena erlebten eine Partie, die sichtlich von den taktischen Vorgaben der beiden Trainer und den bevorstehenden internationalen Aufgaben beider Clubs geprägt war. Leipzig ist nach dem dritten Sieg im sechsten Saisonspiel seit fünf Begegnungen ungeschlagen. Damit gelang auch die Generalprobe für die Europa-League-Partie am Donnerstag bei Rosenborg Trondheim.

Während RB ohne den angeschlagenen Spielmacher Emil Forsberg antrat, mussten die personell ohnehin geschwächten Gastgeber kurzfristig auch noch auf Kevin Vogt, Ermin Bicakcic und Havard Nordtveit verzichten. Kapitän und Abwehrchef Vogt wird nach Nagelsmanns Angaben aber im Königsklassen-Knaller am Dienstag gegen den englischen Meister Manchester City mit Pep Guardiola wohl wieder einsatzfähig sein.

„Ich kann einigermaßen damit leben”, sagte Nagelsmann nach dem Rückschlag mit schmalen Lippen. „Wir hatten aber die besseren und klareren Chancen.” Der 31-Jährige wechselt im Sommer 2019 zu RB und hatte dort bereits im Juni einen Vierjahresvertrag unterschrieben.

Die relativ unerfahrenen Kevin Akpoguma, Stefan Posch und Justin Hoogma bildeten die TSG-Abwehr. Davon unbeeindruckt setzte Hoffenheim das RB-Team in der Anfangsphase unter Druck. Angreifer Adam Szalai hatte nach 19 Minuten Pech, als sein Kopfball erst an der Latte und dann auf der Torlinie landete.

Die Leipziger agierten eher vorsichtig gegen die Mannschaft von Nagelsmann. Mit einer Dreierkette, die bei Gegenangriffen zu einer Fünferkette wurde, nahm RB die Hoffenheimer Außen Nico Schulz und Pavel Kaderabek meist aus dem Spiel.

Kevin Kampl versuchte immer wieder, seine Mitspieler auch nach vorne zu treiben. Der Spielführer hatte nach 41 Minuten plötzlich selbst freie Schussbahn, Torhüter Oliver Baumann lenkte das Leder aber über die Latte. Ein abgefälschter Kullerball von Werner landete wenige Szenen danach am linken Posten. „Wir haben eine super Leistung als Mannschaft gebracht”, sagte Kampl später. Rangnick prophezeite: „Hier gewinnen nicht so viele Mannschaften.”

Bei der TSG lief in der Offensive lange nichts, auch weil von Vizeweltmeister Kramaric kaum etwas zu sehen war. Der Kroate vertändelte nach der Pause eine vielversprechende Konterchance. Die Führung der Leipziger fiel dann, als Posch nach einem Zweikampf mit Werner liegen blieb und der Poulsen bedienen konnte. Vehement, aber vergebens forderten die Hoffenheimer einen Freistoß. Schiedsrichter Deniz Aytekin ließ das Tor aber zu Recht gelten.

Am Ende standen sich die Kraichgauer selbst im Weg: Szalai blockte einen Torschuss des eingewechselten Kerem Demirbay (60.) ab und versemmelte wenige Minuten später selbst eine dicke Chance. Die vielen Auswechslungen machten das zerfahrene Spiel nicht besser. Poulsen traf dann erst den Pfosten für die cleveren Leipziger, ehe er den Ball mit dem Körper zum 2:0 über die Linie drückte.

(Von Ulrike John, dpa)

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