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Der Nürnberger Hanno Behrens jubelt über den Treffer seiner Mannschaft zum 1:0 gegen den FC Augsburg. Foto: Daniel Karmann/dpa

Sieg nach 182 Tagen

Nürnberger Lebenszeichen gegen FC Augsburg

"Das gibt uns einen Push!" Nach 20 sieglosen Spielen beendet der "Club" seine Negativserie mit einem 3:0 im Derby gegen den FCA. Der Heimsieg soll ein Signal der schon abgeschriebenen Franken zum Start in ihre Entscheidungswochen im Abstiegskampf sein.

Update vom 9. April 2019: Mitten im Abstiegskampf wirft der FC Augsburg Trainer Manuel Baum und Co-Trainer Jens Lehmann raus.

Nürnberg (dpa) - Minutenlang feierten die Fans des 1. FC Nürnberg ihre Fußball-Lieblinge - und die "Club"-Profis genossen das Bad vor der jubelnde Menge.

Der stark abstiegsbedrohte FCN hat nach 182 Tagen wieder ein Bundesligaspiel gewonnen - und wie! Der Tabellenletzte besiegte im Derby den FC Augsburg mit 3:0 (0:0).

"Das ist ein schöner Tag für uns. Gefühlt ist es der erste Sieg nach drei Jahren", sagte Außenverteidiger Tim Leibold: "Das gibt uns einen Push!" Zum Auftakt seiner Entscheidungswochen mit den Spielen gegen den FCA, in Stuttgart und wieder daheim gegen den FC Schalke 04 war es für die Franken nach zuvor 20 sieglosen Partien seit dem 3:0 gegen Düsseldorf am 29. September 2018 ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. "Wir sind sehr glücklich. Mich freut, dass sich die Mannschaft heute mal belohnen konnte für ihren aufopferungsvollen Kampf", sagte Boris Schommers nach dem Premierenerfolg im sechsten Spiel als Chefcoach.

Mittelstürmer Mikael Ishak (52. Minute), der eingewechselte Matheus Pereira (88.) und Mittelfeldspieler Eduard Löwen (90.+1) erzielten die Tore vor 42.658 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion. Mit 16 Punkten verließ der Aufsteiger zumindest bis Sonntag den letzten Platz. Die lange Zeit lediglich auf ein Unentschieden spekulierenden Augsburger bleiben mit 25 Punkten in der Gefahrenzone. "Zu wenig Charakter" gezeigt zu haben, kreidete Rani Khedira seiner Mannschaft an. Auch Trainer Manuel Baum äußerte sich "enttäuscht über die Leistung".

Schommers hatte eine offensivere Marschroute angekündigt. Der Versuch verpuffte jedoch nach einer ersten Druckphase. Nach Eckbällen kamen die Innenverteidiger Ewerton (12.) und Lukas Mühl (13.) jeweils zum Abschluss, aber erfolglos. Auch ein Kopfball von Sebastian Kerk kam zu zentral aufs Tor (15.). Danach verflachte das Spiel. Es wurde lange Abstiegskampf ohne fußballerischen Esprit geboten. Die Gäste agierten oft einfallslos mit langen Bällen. Ein Gewaltschuss von Kapitän Daniel Baier (17.) und ein zu schwacher Abschluss von Philipp Max (29.) waren die einzigen gefährlichen Offensivaktionen.

Da es auf dem Platz auch nach der Pause an Spielwitz fehlte, war es fast logisch, dass das erste Tor nach einem ruhenden Ball fiel. FCA-Verteidiger Max verhalf dem FCN mit einem unnötigen Foulspiel zu einem Freistoß. Kerks präzise Hereingabe verwertete Ishak am zweiten Pfosten geschickt mit dem Außenrist. Es war das vierte Saisontor des Nürnberger Mittelstürmers. "Dieses Spiel brauchte einen Türöffner, der ist glücklicherweise uns gelungen", sagte Schommers zum 1:0.

Der FCA versuchte drei Tage vor dem Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig zu antworten. Baier schoss, aber Christian Mathenia konnte glänzend parieren (61.). Ein Abseitstor von Michael Gregoritsch wurde zurecht aberkannt (67.). Der FCA wollte jetzt, kombinierte aber oft unsauber. Der eingewechselte Marco Richter vergab eigensinnig (75.).

Der "Club" wollte den ersten Sieg 2019 nun unbedingt. Ein Schuss von Robert Bauer aus 20 Metern ins linke Toreck schien die Entscheidung zu sein. Doch Yuya Kubo hatte nach Ansicht des Schiedsrichters im Zentrum im Abseits stehend aktiv eingegriffen (77.). Dann kam es zum großen Finale mit dem Doppelschlag von Matheus Pereira und Löwen nach zwei klasse "Club"-Kontern. "Da waren wir effektiv", lobte Schommers.

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