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Peters sieht zuweilen „ein Klima der Angst“ beim DFB

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Peter Peters
Möchte DFB-Präsident werden: Peter Peters. © Frank Rumpenhorst/dpa

In knapp einem Monat wird der neue DFB-Präsident gewählt. Der Ton im Wahlkampf wird rauer. Peter Peters will ein angebliches „Klima der Angst“ im Deutschen Fußball-Bund überwinden.

Frankfurt/Main - Der Wahlkampf um das Präsidentenbüro beim Deutschen Fußball-Bund geht in die entscheidende Phase.

Knapp vier Wochen vor dem DFB-Bundestag in Bonn hat Peter Peters offen wie selten zuvor über das zerrüttete Verhältnis zu seinem Vizepräsidentenkollegen Rainer Koch gesprochen - und über ein angebliches „Klima der Angst“ in der Führungsebene des Verbandes. „Ich bin mit dem alten DFB unzufrieden. Ich will etwas ändern, sage deutlich: So können wir nicht mehr weitermachen“, sagte Peters, der am 11. März im Bonn gegen Bernd Neuendorf antritt, im Interview der „Frankfurter Rundschau“.

Der frühere Schalker Finanzvorstand (59) wird zwar vom Profifußball unterstützt, geht aufgrund der Stimmmehrheit der Amateurvertreter aber als Außenseiter in die zukunftsweisende Wahl. Gegenkandidat Neuendorf (60) wurde von den Amateuren um Vizepräsident Koch (63) vorgeschlagen. Eigentlich führen Peters und Koch den Verband seit dem Rücktritt von Fritz Keller im Mai 2021 interimsmäßig gemeinsam - doch von Zusammenarbeit kann kaum mehr eine Rede sein.

Teile der Teams bekanntgegeben

„Ich finde das aktuelle Vorgehen völlig in Ordnung: Er will mich nicht, ich will ihn nicht“, sagte Peters. „Er scheint böse mit mir zu sein, weil ich mich klar gegen ihn positioniert habe. Aber ich finde, es ist doch viel besser, dass wir solche Fragen im Vorfeld erörtern, als dass wir, wie in der Vergangenheit, nach fünf Monaten Amtszeit erkennen: Es funktioniert schon wieder nicht und wir geraten ins nächste Desaster.“

Auch Neuendorf, der als früherer Staatssekretär im Familienministerium von Nordrhein-Westfalen vergleichsweise neu in der Verbandsarbeit ist, hatte zuletzt mehrere Interviews gegeben. Beide haben inzwischen zumindest Teile ihrer Teams bekanntgegeben, die im Falle der jeweiligen Wahlsiege das Ruder im DFB übernehmen sollen.

„Ich für mich stelle jedenfalls fest, dass in kritischen kontroversen Fragen und Diskussionen zuweilen ein Klima der Angst herrscht“, sagte Peters, der seit etlichen Jahren im Fußball arbeitet. „Das hemmt und belastet Menschen. Das alte Team hat nicht funktioniert, deswegen stellen wir drei uns als neues Team zur Wahl.“

Zwist ist komplex

Auch Neuendorf wirbt mit einer Neuaufstellung des engsten Führungskreises - der alte um Keller und Koch hatte den DFB auch öffentlich mehrfach in Misskredit gebracht. Koch hatte angekündigt, nicht mehr als 1. Vizepräsident zu kandidieren. Einen Sitz im DFB-Präsidium strebt er aber weiterhin an.

Peters antwortete in der „fr“ auf die Frage, warum er Koch nicht mehr traue: „Weil wir in wesentlichen Angelegenheiten unterschiedlicher Meinung waren. Für mich ist das eine Frage der Kultur. Ich stehe für eine andere Form der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung. Es macht doch keinen Sinn, zukünftig weiter zusammenzuarbeiten, wenn kein Vertrauen vorhanden ist. Darauf weise ich lieber vor der Wahl hin, als später wieder Probleme zu haben.“

Der Zwist ist komplex. Peters vertritt den DFB derzeit im Council des Weltverbands FIFA. Koch sitzt im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA. Ob das so bleibt, hängt wohl sehr vom Ausgang der Wahl in Bonn ab. dpa

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