Bayern München - Borussia Mönchengladbach
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Beim Rekordmeister war Rudy nur selten im Mittelpunkt

Mittelfeld-Star vor Knackpunkt

Ex-Bayern-Spieler in der Karriere-Krise: Zukunft in der Bundesliga ungewiss

Einst spielte er sogar in der Nationalmannschaft, jetzt steht ein Ex-Spieler des FC Bayern München vor einem Karriere-Knackpunkt. 

  • Sebastian Rudy steht vor einer ungewissen Zukunft
  • Der Ex-Bayer möchte bei der TSG Hoffenheim bleiben
  • Kann und will sich Hoffenheim Rudy noch leisten?

Sinsheim - Hohe Erwartungen setzte die TSG Hoffenheim in die Rückhol-Aktion des verlorenen Sohnes. Sebastian Rudy sollte den Abgang von Karim Demirbay auffangen und die zentrale Rolle im Mittelfeld einnehmen. Doch bereits ein Jahr nach seiner Rückkehr könnten sich die Wege wieder trennen.

Sebastian Rudy: Hoffenheim lässt Kaufoption in Höhe von fünf Million verstreichen

Im Sommer endetHoffenheims einjährige Ausleihe von Sebastian Rudy wieder. Die TSG müsste fünf Millionen zahlen, um ihn langfristig zu verpflichten. Eigentlich ein akzeptabler Preis, zumalRudy mit 30 Startelf-Einsätzen durchaus ein Eckpfeiler im Team war. So ganz kam dieser jedoch nicht an das Niveau alter Hoffenheimer Zeiten ran. Unter Alexander Rosen fand sich Rudy zuletzt sogar auf der Bank wieder. Laut Informationen des Kickers hat die TSG dieOption nicht gezogen. Wie die Ablöse, dürfte auch das Gehalt Probleme machen, zumal der gut dotierte Vertrag des 31-Jährigen auf Schalke noch für zwei Jahre läuft.Doch wie konnte die Karriere von Rudy einen so unschönen Verlauf nehmen?

Vorstellung Sebastian Rudy FC Schalke 04

Ex-FCB-Spieler: Daran ist Rudy letztendlich gescheitert

Die Stärken und Schwächen desSebastian Rudys sind leicht erklärt, doch gerade diese machen es aktuell so schwierig für den 31-Jährigen. Rudy ist ein Stratege vor der Abwehr. Mit seiner Ruhe am Ball, seiner Übersicht und seinem sauberen Passspiel kann er ein Spiel hervorragend aus der Tiefe lenken. Damit ist er perfekt geeignet für Teams mit einem hohen Ballbesitz-Anteil. So wie ihn eben ein Großteil der Top-Teams* praktiziert. Daher ist es wenig überraschend, dass er seine Stärken beim FC Bayern München* durchaus einbringen konnte. Trotz allem hat sich der Wechsel für Rudy im Jahr 2017 nicht bezahlt gemacht. Sein Scheitern lag sicher auch daran, dass die Fußstapfen echter Weltklasse-Sechser wie Schweinsteiger oder Xabi Alonso für den gebürtigen Schwarzwälder schlichtweg zu groß waren. Ebenso war auch die aktuelle Konkurrenz im Mittelfeld mit Spielern wie Thiago oder Martinez zu stark. 

Beim Rekordmeister war Rudy nur selten im Mittelpunkt

Ähnliches gilt auch für die Nationalmannschaft. Zwar schätzt Joachim Löw noch immer die Fähigkeiten des Hoffenheimers, so zieht er dennoch andere Spieler vor. Während lange Schweinsteiger, Kroos und Khedira die Fäden zogen, stehen nun neben dem Madrilenen Gündogan, Can und Goretzka vor Rudy. Daher probierte Löw ihn auch des Öfteren als Rechtsverteidiger aus, wofür er jedoch nicht das nötige Skill-Set besitzt.

Sebastian Rudy

Der Rudy-Wechsel zu Schalke: Das Drama nimmt seinen Anfang

Da der Mittelfeld-Stratege erkannte, dass er bei den Bayern womöglich immer nur Ergänzungsspieler bleiben würde, entschied er sich 2018 für einen Wechsel zu Schalke. Ganze 16 Millionen Euro überwiesen die Knappen für denWunschspieler von Tedesco. Doch hier sollte Rudy nicht glücklich werden, zumal seine Defizite gnadenlos aufgezeigt wurden. Der eher schmächtige 74-Kilo-Mann fehlt es mitunter an Dynamik und ist keiner, der in einer zweikampf- und laufbetonten Spielweise auftrumpft. Zudem braucht er Vertrauen und ein harmonisches Umfeld, damit der feinfühlige Stratege aufblühen kann. Dinge, die ihm der FC Schalke nie geben konnte. „Der Verein hat es verpasst, mich zu schützen“, klagte Rudy seinen Arbeitgeber nach der Hoffenheim-Rückkehr an.

Braucht die TSG Rudy überhaupt noch?

Die Ausleihe nachHoffenheim sollte die stockende Kariere wieder ins Laufen bringen. Doch seit dem Nagelsmann-Abgang ist dasHoffenheim, trotz Rang sieben, im Jahr 2020 nicht mehr das, wasRudy aus seiner Zeit gekannt hatte. Während unter Nagelsmann noch sauberes Aufbauspiel großgeschrieben wurde, ähnelte die Hoffenheimer Spielweise nun ein wenig dem Schalker Rumpel-Fußball.  Somit hat Rudy Mühe sich gegen die jüngere Konkurrenz im Mittelfeld zu behaupten.Es ist anzunehmen, dass die TSG in den kommenden Jahren vermehrt auf Eigengewächs Dennis Geiger und Rekordeinkauf Diadie Samassekou setzt. Dazu kommt noch Florian Grillitsch, der mit 24 Jahren wesentlich jünger ist und ähnliche Leistungen wie Rudy anbietet.

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Rudy vor dem Bundesliga-Aus? Ist der Verzicht auf Gehalt die einzige Lösung?

Da das Verhältnis vonRudy zuSchalke 04 weitestgehend zerrüttet ist, scheint eine Einigung mit Hoffenheim durchaus möglich zu sein. Der Westfälische Anzeiger hält sogar einen ablösefreien Wechsel für möglich, zumal die krisengebeutelten Schalker Rudy somit von der Gehaltsliste hätten. Dazu müsste aber auch Rudy Gehalts-technisch Abstriche machen. Einem Deal den Rudy wohl eingehen müsste, wenn er nicht zwei Jahre auf der Schalker Tribüne verbringen möchte. Mit seinen 31 Jahren und zuletzt durchwachsenen Leistungen ist er kein Kandidat bei ambitionierten Clubs. Für schwächere Bundesligisten* ist Rudy womöglich der falsche Kandidat, weil hierfür Laufstärke und Härte im Spiel vonnöten ist. Also genau die Fähigkeiten, die dem noch-Hoffenheimer fehlen. Bliebe höchstens noch die Option Ausland.Für den heimatverbundenen Schwarzwälder dürfte das jedoch keine Option sein. 

Sebastian Rudy ist im Herzen immer in Baden-Württemberg geblieben.

Rudy ist noch immer sehr mit dem Schwarzwald sowie seiner langjährigen Heimat im Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen verbunden. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Mittelfeld-Ressigeur fast seine komplette Bundesliga-Zeit beimVFB Stuttgart und der TSG Hoffenheim verbrachte. Schon im Jahr 2017 fiel Rudy sein Abgang nach München schwer, wie dieRhein-Neckar-Zeitung berichtete. Der bodenständige Fußballer hat sich demnach in dem ruhigen Stadtteil immer wohlgefühlt, auch weil die Leute seine Privatsphäre stets akzeptiert hatten. Nach einem Eintrag im goldenen Stadtbuch und feierlichen Verabschiedungen packte er dennoch seine Koffer und kam im Münchner Stadtteil Grünwald unter. Doch nun ist Rudy zurück in der Region. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er und seine Frau Elena, die 2018 ihr erstes Kind bekommen haben, gerne bleiben möchten.

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9 Jahre DU & ICH ♥️#bestefrauderwelt

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