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Werders Theodor Gebre Selassie freut sich nach seinem Tor zum Ausgleich.

Werder Bremen enttäuscht beim 1:1 gegen Hannover

Seine Unzufriedenheit nach dem Dämpfer gleich zum Saisonauftakt in der Fußball-Bundesliga war Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt anzumerken.

Seine Unzufriedenheit nach dem Dämpfer gleich zum Saisonauftakt in der Fußball-Bundesliga war Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt anzumerken.

Für seine mit dem Saisonziel Europapokal-Plätze gestartete Mannschaft reichte es im Nordduell gegen Hannover 96 nur zu einem glücklichen 1:1 (0:0). „Ärgerlich”, monierte Kohfeldt. „Ich bin nicht zufrieden.”

Doch nicht nur der dürftige Auftritt auf dem Rasen hatte dem Coach die Laune verdorben. Auch die Sorge um Kapitän Max Kruse war ein Stimmungskiller. Der Offensivspieler musste nach 52 Minuten humpelnd den Platz verlassen. „Er hat einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes”, sagte Kohfeldt. Eine Untersuchung soll Klarheit bringen.

Ein Ausfall des Leistungsträgers wäre der nächste Rückschlag für die ambitionierten Bremer. Immerhin zeigte der 39 Jahre alte eingewechselte Claudio Pizarro einen guten Auftritt. Der Peruaner besaß bei seinem knapp halbstündigen Einsatz sogar zwei gute Chancen, ein Ersatz für Kruse wäre er aber wohl kaum.

Dass es noch zu einem Punkt reichte, hatten die Bremer Theodor Gebre Selassie zu verdanken, der in der 85. Minute den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie. Joker Hendrik Weydandt (76.) hatte die Gäste bei seinem Erstliga-Debüt in Führung gebracht und die 96-Hoffnung auf den ersten Sieg in Bremen seit dem 22. März 2003 genährt.

Der 23-Jährige, der vor vier Jahren noch beim niedersächsischen Kreisligisten TSV Groß Munzel kickte und in dieser Saison eigentlich nur für die U23 vorgesehen war, brauchte bei seinem Liga-Debüt nur 75 Sekunden für den ersten Treffer. „Eine Wahnsinnsgeschichte”, sagte Trainer André Breitenreiter. „So etwas gibt es nur im Fußball”, ergänzte 96-Kapitän Waldemar Anton. Weydandt selbst zog sich nach seinem Coup lieber zurück und wollte nicht sprechen.

Die Schlussphase mit den beiden Toren täuscht allerdings über die vorherigen 75 Minuten etwas hinweg. Lange Zeit sahen die 42.100 Zuschauer im ausverkauften Bremer Weserstadion zwei sehr zögerliche Mannschaften. „Wir haben die Aktionen nicht zu Ende gespielt”, merkte Kohfeldt an. „Wir sind nicht in die Tempo-Aktionen gekommen.”

Hannovers Angreifer Ihlas Bebou hatte in der 28. Minute die bis dahin beste Chance zur Führung. Nach einem Zuspiel von Linton Maina stand der Offensivspieler frei vor Werder-Torhüter Jiri Pavlenka, doch der Tscheche konnte parieren. Gute Chancen bei Werder: Fehlanzeige. „Ich hatte lange nicht das Gefühl, dass jetzt ein Tor fallen könnte”, erklärte Kohfeldt.

Nach der Pause wurde die Partie unterhaltsamer. Schwedens WM-Fahrer Ludwig Augustinsson vergab freistehend die erste Großchance für die Bremer. Neuer Schwung kam durch die Einwechslung von Vereinsikone Pizarro (67.). Der von den Werder-Fans mit stehenden Ovationen begrüßte Routinier hatte fünf Minuten nach seinem Comeback im Bremer Trikot sogar die Chance zur Führung. Eine Flanke von Augustinsson setzte der beste ausländische Bundesliga-Torjäger über das Tor. Nur drei Minuten später landete ein Kopfball des 39-Jährigen auf dem Netz.

Nach dem 0:1-Schock durch Weydandt traf Gebre Selassie zwar zum 1:1, große Freude kam beim Torschützen allerdings nicht auf. „Wir haben zwei Punkte verloren”, schimpfte Gebre Selassie.

(Von Tobias Brinkmann, dpa)

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