Impfbetrug-Skandal beim SV Werder Bremen: Jetzt liegen erdrückende Beweise gegen Ex-Trainer Markus Anfang vor.
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Impfbetrug-Skandal beim SV Werder Bremen: Jetzt liegen erdrückende Beweise gegen Ex-Trainer Markus Anfang vor.

Impfpass-Skandal bei Werder Bremen

Impfpass-Skandal: Jetzt liegen Beweise gegen Werder Bremens Ex-Coach Markus Anfang vor

  • Björn Knips
    VonBjörn Knips
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Bisher gab es nur Mutmaßungen, jetzt hat die Bremer Staatsanwaltschaft erste Beweise im Fall Markus Anfang vorgelegt. So haben die Ermittlungen ergeben, dass die Angaben im Impfpass des ehemaligen Trainers des SV Werder Bremen nicht stimmen.

Bremen - Markus Anfang lässt sich inzwischen von einem Anwalt vertreten – und dieser hat bereits um Akteneinsicht gebeten. Gegen Anfangs Co-Trainer Florian Junge wurde am Montagnachmittag wie erwartet ebenfalls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Aus organisatorischen Gründen war das am Freitag nicht mehr möglich gewesen. Junge hatte wie auch Anfang am Freitagabend seinen Rücktritt erklärt. Für beide ist das Kapitel Werder Bremen nach nur wenigen Monaten beendet, ihre Verträge wurden aufgelöst.

Impf-Skandal beim SV Werder Bremen: Beweise gegen Ex-Trainer Markus Anfang sind erdrückend

Juristisch gesehen geht die Geschichte allerdings erst so richtig los. Die Beweise gegen Markus Anfang sind erdrückend. Laut Impfpass sollen beide Impfungen des 47-Jährigen Ex-Trainers von Werder Bremen im Impfzentrum Köln durchgeführt worden sein. Doch dort hat Anfang definitiv keinen Piks bekommen. „Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die für das Impfzentrum Köln zuständig ist, hat uns mitgeteilt, dass keine Daten von Herrn Anfang im EDV-System erfasst worden sind“, teilte Oberstaatsanwalt Frank Passade auf Nachfrage der DeichStube* mit. Zudem sei die Chargennummer der ersten Impfung nie verimpft worden und die Nummer der zweiten Impfung passe nicht zu dem in Anfangs Impfpass eingetragenen Datum. Deswegen geht die Staatsanwaltschaft von einer Fälschung des Impfausweises aus.

Dafür sprechen auch die Datums-Einträge für die Impfungen. Der erste Piks soll nach „Spiegel“-Informationen am 20. April erfolgt sein – in Köln wohlgemerkt. Doch an dem Tag war Markus Anfang mit seinem damaligen Club Darmstadt 98 in Würzburg und feierte einen 3:1-Sieg. Die zweite Impfung soll dann entgegen erster Hinweise nicht – wie von der DeichStube berichtet – im Juli, sondern bereits am 1. Juni erfolgt sein. So oder so passt das überhaupt nicht zu Anfangs Aussagen kurz nach seinem Dienstantritt bei Werder Bremen Mitte Juni. Damals hatte der neue Coach erklärt, er sei noch nicht geimpft. Auch im August galt der Ex-Profi immer noch als Ungeimpfter, musste sogar kurzzeitig in Quarantäne, weil ein Spieler positiv getestet worden war. Daran erinnerte sich dann wohl auch ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts, als er im Zuge des jüngsten Corona-Falls bei Werder (Marco Friedl) alle Impfausweise der Grün-Weißen überprüfte. So einen besaß inzwischen nämlich auch Anfang, allerdings mit falschen Angaben, die dabei herauskamen. Und noch etwas Merkwürdiges ist dem Gesundheitsamt laut „Spiegel“ aufgefallen. Anfangs Impfausweis enthielt die Kategorie „Covid-19“. Doch diese Vordrucke gab es noch gar nicht zum Zeitpunkt der ersten Impfung.

Impf-Betrug bei Werder Bremen: Welche Strafe droht Ex-Trainer Markus Anfang?

Markus Anfang selbst wurde bislang noch nicht angehört. In der Regel entscheiden Anwälte nach der Akteneinsicht, ob sie ihren Mandaten aussagen lassen. Als Beschuldigter ist Anfang dazu nicht verpflichtet. Ob es zu einer Anklage und dann auch zu einer Hauptverhandlung kommt, ist offen. Bei einem Schuldeingeständnis besteht auch die Möglichkeit der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage. Ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe und einer Bewährungsstrafe ist ebenfalls möglich. Beides würde dem ehemaligen Trainer des SV Werder Bremen den Gang vor Gericht ersparen. (kni) Lest auch: Interimscoach Danijel Zenkovic positiv auf Corona getestet - Werder Bremen gehen die Trainer aus! *DeichStube.de ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mediengruppe Kreiszeitung und der WESER-KURIER Mediengruppe sowie ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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