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Eishockey

Anfang ohne glückliches Löwen-Ende

Die Frankfurter Löwen verlieren zum Start in die neue DEL-2-Saison ganz knapp das Hessen-Treffen in Kassel. Ein Sieg war möglich, über weite Strecken waren sie die bessere Mannschaft - und unterliegen trotzdem 2:3.

Kassel. Auf den Rängen der Kasseler Eissporthalle begann mit der letzten Sirene des Freitagabends gleich die erste Party der Saison, die Gäste aber schlitterten mit hängenden Köpfen vom Eis. Das hätte nicht sein müssen: Zum Start in die neue DEL-2-Runde waren die Frankfurter Löwen über weite Strecken die bessere Mannschaft, in einem brisanten Hessen-Treffen gleich zum Auftakt bei den alten Rivalen von den Kassel Huskies. Das half ihnen im Ergebnis aber wenig: Die Löwen verloren diese umkämpfte Partie vor stattlichen 5078 Zuschauer mit 2:3 (0:0, 2:2, 0:1), Matti Tiilikainen indes war trotz aller Enttäuschung über die Niederlage nicht unzufrieden. "Natürlich will man das erste Saisonspiel gewinnen, gerade wenn es ein Derby ist. Aber ich bin schon stolz auf die Leistung der Mannschaft. Es war ein sehr hohes Niveau für den Saisonstart", urteilte der Löwen-Headcoach und fand allerdings auch: "Kassel war etwas hungriger. Wir müssen uns weiter entwickeln und brauchen noch mehr Konstanz." Am besten schon am Sonntag (16 Uhr) bei der Heimpremiere gegen die Heilbronner Falken, damit man als Meisterschaftsanwärter nicht ganz ohne Ertrag aus dem ersten Wochenende kommt.

"Wir können es alle kaum erwarten, dass die Saison endlich losgeht, und dann mit so einem Derby, das ist schon etwas besonderes. Darauf arbeitet jeder im Sommer hin", hatte Verteidiger Marius Erk vor dem ersten Bully der Saison gesagt, ein echter Frankfurter Bub. Und Sportdirektor Franz-David Fritzmeier hatte zwar daran erinnert, dass es auch für derlei Begegnungen nur drei Punkte gebe, aber auch betont, "dass das schon ein spezielles Spiel ist, das wir gerade für unsere Fans unbedingt gewinnen wollen". Das war den Nordhessen-Besuchern durchaus anzumerken an, in einem von der ersten Sekunde an umkämpften, hitzigen Partie - so wie man sich ein Derby eben vorstellt.

Auch die Aufstellung entsprach im Wesentlichen den Erwartungen, sie las sich fast genauso wie am vergangenen Sonntag mit der gelungenen Meisterprüfung mit einem Testspielsieg zum Abschluss der Vorbereitungswochen bei Titelverteidiger Ravensburg Towerstars. Mit den beiden Neuzugängen Roope Ranta und Stephen MacAulay neben dem bewährten Kapitän Adam Mitchell im ersten Sturm, der schon andeutete, tatsächlich die Paradereihe werden zu können. Mit dem ehemaligen Nationalspieler Martin Buchwieser sowie den Verteidigern David Suvanto und Steven Delisle ließen weitere frische Verpflichtungen zumindest ansatzweise erkennen, wie sie den Löwen helfen mögen, in Zukunft gewiss noch etwas mehr.

Die ersten Volltreffer landeten indes zwei alte Bekannte: Erst Max Faber mit dem ersten Löwen-Tor der neuen Saison (22.), dann mit Leon Hüttl eine weitere bekannte Abwehrkraft (29.). Dass die unter dem ehemaligen Löwen-Coach Tim Kehler nach den Enttäuschungen der vergangene Saison ziemlich runderneuerten Huskies diese Frankfurter Führungen ausgleichen konnten, war für die Gäste ärgerlich. Zunächst, weil sie bei dem 1:1 von Ben Duffy Sekunden nach dem Faber-Tor kollektiv in einen Sekundenschlaf verfallen waren. Und etwas später, weil kurz vor dem 2:2 Austin Carrolls (34.) ihr Routinier Eduard Lewandowski frei vor dem Kasseler Gehäuse einen Zwei-Tore-Vorsprung vergeben hatte.

Im letzten Drittel entwickelte sich so ein Spiel auf des Messers Schneide. Ranta und Lukas Koziol trafen in schönster Lage den Puck nicht richtig, zwischendrin war der neue Frankfurter Torhüter Patrick Klein schwer gefordert. Luis Schinko, eines der neuen Löwen-Talente, hätte die Partie bei zwei prima Gelegenheiten kurz hintereinander entscheiden können, scheiterte aber am starken Huskies-Goalie Jerry Kuhn. Und so war dann das Glück eben Kassel hold: Justin Kirsch, ein früherer Frankfurter, überwand den sonst guten Klein aus dem Getümmel. Während der EC Bad Nauheim gleichzeitig zum Neustart einen Überraschungscoup gegen eine anderen Liga-Favoriten feierte, mit einem 3:2 nach Penaltyschießen gegen die Bietigheimer Steelers, denen auch ein Powerplay-Tor des alten Löwen Tim Schüle nichts half.

Seine ehemaligen Kollegen haderten etwas mit dem Ausgang in Kassel, ganz traurig waren sie nicht. "Alles in allem war das ein sehr solides Spiel. Wir hätten mehr daraus holen können und haben unglücklich verloren", meinte Jungstürmer Max Eisenmenger, "aber es gab viele Dinge, auf denen wir aufbauen können". Auch wenn dieser Anfang ein unglückliches Ende hatte.

Von Markus Katzenbach

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