Endlich wieder ein Löwen-Sieg: Carter Proft (links) nimmt Maß und trifft zum 4:2.
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Endlich wieder ein Löwen-Sieg: Carter Proft (links) nimmt Maß und trifft zum 4:2.

EISHOCKEY

Balsam auf die Löwen-Seele

Fritzmeiers Frankfurter lernen eine bittere Lektion und stoppen vor dem Derby gegen Bad Nauheim den Abwärtstrend. Die Ausfallliste ist noch länger geworden, da gibt es aber auch eine gute Nachricht: Martin Buchwieser steht vor seinem Comeback.

Frankfurt -Dieses Erfolgserlebnis war Balsam auf die Löwen-Seele. Dem plötzlichen steilen Abwärtstrend setzte es ein zumindest vorläufiges Ende, und obendrein war es wieder einmal gegen einige Widrigkeiten errungen worden. "Die Spieler waren super happy", berichtete Frankfurt-David Fritzmeier, Headcoach und Sportdirektor der Frankfurter Löwen, für ihn selbst galt das auch. Nach vier Niederlagen in rascher Folge war am Donnerstagabend schließlich mit dem 4:2 (0:0, 2:1, 2:1) bei den Bayreuth Tigers endlich wieder ein Sieg gelungen, der vor dem Endspurt der zweiten Kasse des deutschen Eishockeys mit für die Frankfurter noch fünf Partien in nur neun Tagen auch wieder mehr Löwen-Mut machte.

Weiter geht es schon an diesem Samstag (19.30 Uhr) mit einem etwas spezielleren Termin am Ratsweg, das Nachbarschaftstreffen mit dem EC Bad Nauheim. "Sie hatten sich noch einmal berappelt, haben jetzt aber ein paar Dämpfer bekommen. Für sie ist es ein Do-Or-Die-Spiel: Sie müssen gewinnen, oder sie sind wahrscheinlich weg vom Fenster", sagt Fritzmeier über die letzten Play-off-Hoffnungen der Wetterauer, die er wie in Derbys ja ohnehin immer "wieder mit dem Messer zwischen den Zähnen" erwartet.

Was die Seinen da zu tun haben, ist für ihn "ganz einfach: Verteidigen wir gut, haben wir gute Chancen zu gewinnen. Wenn nicht, wird es ein langer Abend." Dieser Grundsatz gilt über den Samstag hinaus - und die Löwen haben die Lehre bitter lernen müssen: Die jüngsten Pleiten haben für Fritzmeier nicht zuletzt mit mangelnder Abwehrbereitschaft zu tun, bei 18 Gegentoren in vier Spielen. Mit der Abkehr vom Erfolgsprinzip waren die Meisterschafts- und Aufstiegsanwärter auch in der Tabelle vom Kurs abgekommen. Vor dem Heimspiel gegen den EV Landshut am 22. März waren sie gut in Richtung zweitem Rang unterwegs, mit fünf Siegen in Serie - und unterlagen an einem enttäuschenden Montagabend dem damaligen Tabellenletzten 2:4. "Danach hat sich ein falsches Mindset eingeschlichen", sagt Fritzmeier. "Einige meinten, wir brauchen mehr Spielwitz, das war aber nicht das Problem. Es lag daran, dass wir etwas müde waren, unsere Chancen nicht genutzt und die Defensive vernachlässigt haben."

Es folgten drei weitere Niederlagen, darunter eine heftige in Bad Tölz, mit 3:7 und zwischenzeitlichem 0:6-Rückstand. "Das war hoffentlich rechtzeitig ein Schuss vor den Bug. Jetzt sollte es der Letzte kapiert haben", sagt Fritzmeier: "Wenn wir unser Spiel spielen, den Gegner weghalten von unserem Tor, können wir jeden Gegner schlagen." Wie Bayreuth, durch Tore von Luis Schinko (24., 26.), Mike Fischer (48.) und Carter Proft (58.). Obwohl mit Leon Hüttl, Alexej Dmitriev und Eduard Lewandowski drei weitere Spieler auf die lange Ausfallliste kamen und während der Partie noch Sebastian Collberg und Christian Kretschmann ausschieden. "Am Ende haben wir ohne Zehn gespielt, aber gut zusammen gehalten und füreinander gekämpft", urteilt Fritzmeier.

Der eine oder andere dürfte schon gegen Bad Nauheim wieder spielen können, oder wenigstens am Montag (19.30 Uhr) in Bad Tölz, da gibt es noch etwas gutzumachen. Martin Buchwieser ist nach seiner Herzmuskelentzündung am Samstag wieder dabei - und kann helfen, in der letzten Terminhatz der DEL-2-Hauptrunde bis zum nächsten Sonntag etwas mehr als den derzeitigen fünften Platz herauszuholen. "Die Belastung ist schon groß für alle", sagt Franz-David Fritzmeier, "aber ich bin zuversichtlich": Die Löwen-Einstellung scheint wieder zu stimmen.

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