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Wieder in Löwen-Farben: Eric Stephan feiert gegen Heilbronn ein gelungenes Comeback in Frankfurt.

Eishockey

Belohnung für den Löwen-Einsatz

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Die Frankfurter Löwen setzen ihre Siegesserie in der DEL 2 fort, zwei Tage nach dem Dresdner Zehn-Tore-Spektakel ist das gegen Heilbronn aber eine zähe Angelegenheit. Manuel Strodel gibt ein gutes Beispiel ab, Eric Stephan ein solides Comeback - und Sebastian Collberg Grund für Sorgen.

Frankfurt – Fast wirkte es wie eine Wiederholung vom Dienstagabend, auch wenn die Frankfurter Löwen ihre schwarzen Heim- und nicht die weißen Auswärtstrikots übergestreift hatten. Die Bilder aber glichen sich, die Situation auch. Wieder jedenfalls warf sich Manuel Strodel kurz vor Schluss aufopferungsvoll in einen aufs Tor fliegenden Puck und verhinderte so Gefahr fürs Löwen-Tor und einen möglichen Ausgleich, wieder sank er schmerzverzerrt aufs Eis und schleppte sich schließlich zur Bank. Und wieder war kurz darauf ein Frankfurter Sieg Gewissheit, auch wieder mit einem 2:1 (0:1, 1:0, 1:0) – nur diesmal eben nicht bei den Ravensburg Towerstars, sondern gegen die Heilbronner Falken.

„Manu ist eine kleine Kämpfersau. Für seine Blocks ist er bekannt, wir sind froh, dass wir ihn haben“, fand Luis Schinko hinterher ein spezielles Lob für den Kollegen, er durfte sich auch selbst auf die Schulter klopfen: Mit seinem Ausgleich zum 1:1 hatte der junge Stürmer in der 28. Minute seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Diese nächsten drei Punkte und damit der vierte Sieg in Serie waren keine Selbstverständlichkeit, auch gegen den Tabellenletzten der DEL 2 nicht: Heilbronn war ein guter, giftiger Gegner in einem zähen Ringen, und den Löwen merkte man den Termin- und Reisestress der vergangenen Wochen erstmals richtig an, der Personalmangel kam hinzu.

Am Sonntagnachmittag fehlte nach den Verteidigern David Suvanto und Kyle Wood mit Sebastian Collberg auch der dritte von vier in der zweiten Eishockey-Liga erlaubten Spielern ohne deutschen Pass, das war eine bittere Pointe: Ausgerechnet Roope Ranta, sein Vorgänger in Frankfurt und nun in Dresdner Diensten, hatte den schwedischen Stürmer am Freitag heftig an die Bande gecheckt. Die Frankfurter Verantwortlichen hoffen nur, dass die Folgen bei einer MRT-Untersuchung Collbergs sich als nicht allzu schwerwiegend erweisen.

„Wir waren noch mal von einem für uns harten Ausfall gebeutelt und hatten nur noch einen Importspieler auf dem Eis“, wies Sportdirektor und Headcoach Franz-David Fritzmeier darauf hin und fuhr fort: „Kompliment an meine Mannschaft, wie sie sich kollektiv ins Spiel reingekämpft hat.“ Heilbronn habe alles versucht, alles reingeworfen, so Fritzmeier: „Aber wir haben dagegen und sie bei einem Tor gehalten, Geduld bewahrt und im richtigen Moment zugeschlagen.“

Beim neunten Spiel in 20 Tagen in der Nachholterminhatz seit ihrer Corona-Zwangspause wirkten die Löwen nicht so spritzig wie bei den bemerkenswerten Siegen zuletzt in den Spitzenspielen gegen Kassel und in Ravensburg und dem 10:2-Spektakel in Dresden. Nichts fiel ihnen leicht, Ungenauigkeiten schlichen sich ein. Sie wehrten sich aber nach dem Rückstand durch Heilbronns Topscorer Dylan Wruck (9.) nach Kräften gegen einen Rückschlag in ihrer Aufholjagd.

Bestes Beispiel dafür war Manuel Strodel: Bei dem sehr soliden Comeback von Eric Stephan, aus Bietigheim zurückgekommen, um die Lücken in der Löwen-Abwehr zu stopfen, war seine Einsatzbereitschaft bezeichnend. Eine besondere Belohnung gab es auch noch: Adam Mitchells Schlagschuss zum entscheidenden Tor in der 56. Minute wurde abgefälscht, die Schiedsrichter schrieben es dem tapferen Strodel zu.

Nur Zeit für Erholung bleibt kaum: Am Dienstag (19.30 Uhr) geht es gleich weiter, mit dem nachzuholenden Nachbarschaftstreffen gegen den EC Bad Nauheim.

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