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Bereit zum Löwen-Start

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Die Löwen legen los: Carter Rowney und Co. sollten gut auf die Saison vorbereitet sein.
Die Löwen legen los: Carter Rowney und Co. sollten gut auf die Saison vorbereitet sein. © Jan Huebner

In Frankfurt beginnt das zweite erstklassige Eishockey-Jahr seit der Rückkehr eines traditionsreichen Standortes in die DEL - mit Löwen, die sich in aller Bescheidenheit auf allen Ebenen verbessern wollen.

Frankfurt -Die Umbesetzungen am Ratsweg haben auch ihre Tücken. „Jetzt sehe ich wirklich alt aus“, sagt Carter Rowney augenzwinkernd und lacht über die Feststellung, dass er neben Dominik Bokk neuerdings noch einen zweiten jungen Kerl im ersten Sturm der Frankfurter Löwen neben sich hat: Der seit zwei Wochen erst 21 Jahre alte Markus Schweiger, aus Kaufbeuren und der Zweiten Liga gekommen, hat es in der Vorbereitung schließlich noch besser gemacht als ohnehin angenommen und sich gleich für die Paradereihe der Löwen empfohlen - deren unangefochtener Star auch im zweiten DEL-Jahr der Kanadier Rowney ist, selbst wenn der passionierte Teamplayer mit solchen Einschätzungen wenig anzufangen weiß, mit seinen 34 nebenbei immer noch im besten Eishockey-Alter ist.

Die ersten Herausforderungen der neuen Runde beschreibt er entsprechend im Sinn des Großen und Ganzen: „Dass wir uns so schnell wie möglich als Team finden.“ Wobei das sicher gerade allen Mannschaften so ginge. Zum Beispiel den Iserlohn Roosters, die diesen Freitag (19.30 Uhr) zum ersten Spieltag in die Eissporthalle am Ratsweg kommen. Oder die Augsburger Panther, bei denen am Sonntag (19 Uhr/beides live auf Magenta-Sport) der erste Frankfurter Auswärtstermin angesetzt ist. Zwei Mannschaften, die in der zurückliegenden Saison anders als von ihnen selbst erwartet hinter den Löwen einliefen, bei denen sich über den Sommer auch deshalb noch mehr geändert hat als in Frankfurt, wo auch 14 Neuzugänge verzeichnet wurden - und die es nun vermutlich umso mehr wissen wollen.

„Augsburg wird alles tun, um nicht noch einmal in so eine Situation zu kommen, und mehr als bereit sein“, meint Löwen-Manager Franz-David Fritzmeier über den Fast-Absteiger, der nur deshalb erstklassig blieb, weil es aus der Zweiten Liga niemand nach oben schaffte. Und bei den Roosters gab es gerade schon einen kräftigen Vorgeschmack: Die Auftaktgegner bestritten vor knapp zwei Wochen in Iserlohn ihre Generalprobe gegeneinander, mit einem erst gegen Ende noch knappen Frankfurter 3:2-Erfolg. Und einem „ruppigen Antasten“ vor allem von Iserlohner Seite, wie Fritzmeier die bisweilen harte Gangart umschreibt.

Löwen-Lehren aus dem letzten Jahr

So oder so: „Es wird von der ersten Minute ein harter Kampf sein“, weiß der Sportdirektor, und das dann nicht nur für das erste Wochenende, sondern für die ganze Saison. Das erste erstklassige Löwen-Jahr war insgesamt ein voller Erfolg, nicht nur wegen Platz zehn. Das zweite gilt gemeinhin als nicht einfacher. „Wir müssen besser spielen, um Gleiches zu erreichen“, lautet Fritzmeiers Losung dafür. Weil die Euphorie des frischen Aufstiegs nicht mehr trägt, und weil auch die anderen neu auf- und eingestellt sind - siehe Augsburg.

Löwen-Lehren aus der Vorsaison wurden natürlich auch gezogen. Zum Beispiel, „dass uns am Ende Körner gefehlt haben, weil wir nicht gut genug gearbeitet haben“, so Fritzmeier. Zu seinen Erwartungen an Trainer-Rückkehrer Matti Tiilikainen und das Team gehören weit vorne Weiterentwicklung und gesteigerte Professionalisierung, überhaupt Verbesserungen auf allen Ebenen. Besseres Powerplay, bessere Struktur, weniger Gegentore, weniger Scheibenverluste, lautet des Managers nicht abschließende Detailauflistung. Und Teamgeist und Emotion sollen auch weiter dazu gehören, versteht sich von selbst.

„Es wird sehr laut werden“

Wo das hinführen soll? „Viele Experten, die uns letztes Jahr als Abstiegskandidat gesehen haben, sehen uns jetzt im Viertelfinale“, weiß Fritzmeier, damit kann er wenig anfangen. Bei allen Ambitionen: Die Löwen wollen bescheiden bleiben und sich auf die tägliche Arbeit konzentrieren. „Gekommen, um zu bleiben“, lautete letztes Jahr das clevere Motto, nun hat man es weiter gedreht: „Alles ist möglich, aber jeder Punkt zählt“. Was auch nach oben alles offen lässt und bei der Mindestanforderung den Klassenerhalt nicht als drückende Pflichtübung formuliert. Eine sinnvolle Vorgabe bei einem Personalbudget, das immer noch weiter unten in der - in diesem Punkt indes auch relativ dicht beieinander liegenden - zweiten Hälfte der Liga angesiedelt ist.

Trotzdem hat man bei einem von Gesellschafter Stefan Krämer auf 8,7 Millionen Euro bezifferten Gesamtetat namhafte Verteidiger wie Ville Lajunen oder Maksim Matushkin anlocken können. Oder einen im Vorjahresvergleich deutlich verstärkten zweiten Sturm, mit Cody Kunyk, Cameron Brace und Joe Cramarossa. Mit gut verteiltem Einsatz der Mittel, klarem Konzept und Überzeugungskraft. Und weil man in Frankfurt stets die Jugend pflegt, die erstmal mehr Arbeit, aber auch weniger Geld kostet. Und trotzdem zu überzeugen weiß. Beispiel Schweiger, über den Kollege Rowney nur Lob ausschüttet.

Mit der Vorbereitung ist Fritzmeier zufrieden. Wichtig ist bei dem auch wegen Einsatzmöglichkeiten für die Jungen bewusst klein gehaltenen Kader: Verletzungsprobleme gab es kaum. Inzwischen haben sich recht feste Reihen gefunden, in einem intensiven Training ließ sie Tiilikainen am Donnerstag noch einmal in den derzeitigen Zusammenstellungen durch verschiedene Spielformen rauschen. An den Special-Teams hat man zuletzt gearbeitet, vor allem aber, so der Headcoach, an der Löwen-Identität: „Wir wollen aktiv, hart und smart spielen“, ist Tiilikainens Kurz-Version davon. Immer mit dem Fokus auf das eigene Team, auch bei der gezielten Vorbereitung auf den Gegner: „Wenn wir über Iserlohn sprechen, sprechen wir darüber, was wir machen müssen.“

Bereit zum Löwen-Start, Anführer Rowney freut sich schon darauf. „Das erste Spiel ist immer besonders aufregend, und das auch noch in unserer Halle“, sagt er und schwärmt von der Ratsweg-Atmosphäre, in der zum Auftakt gut 5000 Zuschauer erwartet werden: „Es wird sehr laut werden, die Fans werden alles geben“, weiß der Löwen-Star. „Und ich hoffe, das auch alle bekommen, was sie sich wünschen.“

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