Wieder auf dem Eis: Dominik Meisingers Rückkehr hilft den Löwen. Foto: Hübner

Eishockey

Besuch von alten Freunden

  • schließen

Dass Dominik Meisinger wieder auf dem Eis ist, tut den Löwen gut. Im Derby gegen Bad Nauheim könnten das auch ein paar Kumpels von früher merken.

Frankfurt.Unter der Woche war Dominik Meisinger wieder einmal mit Andreas Pauli zum Essen verabredet, das ist nicht ungewöhnlich. Von Zeit zu Zeit treffen sich die alten Kumpels aus Bayern, sie haben es schließlich auch nicht weit zueinander: Der eine ist bei den Frankfurter Löwen angestellt, der andere beim EC Bad Nauheim - und weil der Spielplan in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys es so will, haben die beiden an diesem Freitagabend noch einen gemeinsamen Termin, um 19.30 Uhr in der Eissporthalle am Ratsweg. Dann erwarten Meisingers Löwen Pauli und die anderen Gästen aus der Wetterau zu einem Nachbarschaftstreffen in der DEL 2, das stets eine besondere Brisanz in sich birgt - und das natürlich auch beim Abendessen ein Thema war.

"Wir reden jetzt nicht nur über Eishockey", berichtet Dominik Meisinger, "aber da tauscht man sich schon mal aus". Gerade bei ihm selbst gab es da in jüngster Zeit das eine oder andere zu vermelden. Nachdem er die ersten Spieltage verpasst hatte, kehrte er vor zwei Wochen endlich aufs Eis zurück. "In gewisser Weise ist er ein Schlüsselspieler für uns und nicht umsonst unser Assistant Captain", erklärt Franz-David Fritzmeier. "Er gibt uns Halt, ist ein absoluter Teamplayer und auch als Anführer für die Jungen ganz wichtig."

Kaum Zeit zum Grübeln

Besonders beeindruckt hat den Sportdirektor, wie stark der Stürmer nach seiner Knieverletzung zurückgekommen ist. Zu den beiden letzten von bislang sieben allesamt gewonnenen Heimspielen dieser Runde trug er seinen Teil bei. Schon beim 6:1 gegen die Bietigheim Steelers, noch mehr beim 6:3 im dramatischen Hessen-Duell mit den Erzrivalen von den Kassel Huskies, durch eine wichtige Vorarbeit.

"Dieses Tor beschreibt ihn sehr gut", lobte Headcoach Matti Tiilikainen hinterher seinen Center. Mit 0:3 lagen die Löwen zurück, als Meisinger sich an der Bande gegen zwei, drei Huskies behauptete, mit dem ihm eigenen Kampfgeist, und obendrein den Überblick besaß, die Scheibe auf Carter Proft querzulegen, der sie dann ins Tor drosch - als Startschuss zur Trendwende.

Ein bisschen ist Dominik Meisinger selbst überrascht, wie gut er gleich wieder ins Geschehen gefunden hat. "Ich hatte da schon Bedenken, nach acht Wochen Pause", räumt er ein. Aber dann sei gar nicht viel Zeit zum Grübeln geblieben: Weil zuletzt nur drei Center zur Verfügung standen, fand er sich ständig auf dem Eis wieder. Viel besser wird die Personalsituation nicht: Zwar ist mit Christian Kretschman ein neuer Stürmer gekommen. Neben Mike Fischer fällt aber nun auch Alex Roach langfristig aus, und die Einsätze von Steven Delisle und Max Eisenmenger scheinen ebenfalls eher unwahrscheinlich. "Wir haben auch so eine hohe Qualität im Kader. Wenn die Vier ausfallen, tut das auf Dauer aber schon weh", meint Meisinger.

Da ist es gut, dass nach den Spielen gegen Bad Nauheim und bei den Lausitzer Füchsen am Sonntag (17 Uhr) der Ligabetrieb ein Wochenende ruht - und danach immerhin Delisle und Eisenmenger wieder bereit stehen dürften. Woran noch zu arbeiten ist, weiß Meisinger so oder so. "Unsere Special Teams sind katastrophal, und auswärts müssen wir schleunigst in die Spur finden", nimmt er kein Blatt vor den Mund, insgesamt findet er: "Es sind viele Dinge ausbaufähig. Aber die Mannschaft arbeitet hart und ist charakterlich top. Wenn wir ein paar Kleinigkeiten in den Griff kriegen, sieht das viel besser aus."

"Wir brauchen die Punkte"

Auch so stehen die Löwen als Tabellendritter schon nicht schlecht da, mit einem Punkt und einer Partie mehr als Bad Nauheim. "Die Top Vier sind unser Anspruch", betont Meisinger. Ein Derbysieg würde da helfen und hätte obendrein eine emotionale Note, wie der Kassel-Coup vor einer Woche. Der 26-Jährige weiß das, zumal er Erfahrungen auch auf der anderen Seite gesammelt hat. Ehe er im vorigen Sommer in Frankfurt anheuerte, spielte er zwei Jahre für Bad Nauheim, auch da taten sich die Löwen stets schwer gegen die Wetterauer.

Viele damalige Kollegen finden sich nicht mehr in der Kurstadt, dafür aber eben Kumpels von früher, neben Pauli auch Daniel Stiefenhofer und Huba Sekesi. "Alles Jungs aus Bayern, wir kennen uns schon aus dem Nachwuchs", erklärt Meisinger. Bei aller Freundschaft: "Wir brauchen die Heimpunkte dringend, vor allem, wenn es auswärts so läuft." Worauf Andreas Pauli und Co. nun allerdings auch kaum Rücksicht nehmen dürften.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare