Eishockey DEL 2, Loewen Frankfurt - Heilbronner Falken
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Eishockey ist bis auf Weiteres verboten: Löwen-Stürmer Martin Buchwieser muss wegen einer Herzmuskelentzündung erst einmal jede Anstrengung vermeiden.

Bittere Diagnose bei den Löwen

Corona-Fall mit Folgen: Der Frankfurter Eishockeyprofi Martin Buchwieser leidet an einer Herzmuskelentzündung. Er ist nicht der einzige.

Frankfurt – Am letzten Freitagabend hatte er noch auf dem Eis gestanden, bei einer für die Frankfurter Löwen ohnehin unerfreulichen Angelegenheit. Der Besuch bei den Bietigheim Steelers vor einer Woche bot für den Aufstiegsanwärter aus der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys mit einem 0:5 einen herben Dämpfer nach zuvor vielen erfreulichen Ergebnissen seit der langen Corona-Zwangspause, für Martin Buchwieser allerdings hatte er noch ungleich schwerwiegendere Folgen: Bei dem Stürmer des ambitionierten DEL-2-Vertreters wurde danach eine Herzmuskelentzündung festgestellt. Er falle „aufgrund von Nachwirkungen einer Corona-Infektion aus“ und werde auf unbestimmte Zeit fehlen, hieß es am Donnerstag nun in einer Mitteilung des Vereins.

Das Spiel dann am Abend beim ESV Kaufbeuren, das die Löwen Frankfurt mit 7:1 gewannen, wird nicht das letzte sein, dass Martin Buchwieser verpasst. Vorsicht ist geboten, es ist inzwischen ein leidiges Thema im Eishockey. In den oberen Ligen in Deutschland und weltweit gab es in den vergangenen Monaten einige ähnlich beunruhigende Diagnosen – auch bei den Nachbarn vom EC Bad Nauheim, wo es Kapitän Marc El-Sayed traf. Für die Löwen ist es bereits der zweite Fall: Vor Buchwieser war bei Verteidiger David Suvanto eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert worden, wie Buchwieser war dieser zuvor an Covid-19 erkrankt gewesen – und hatte die Infektion als ausgestanden gewähnt.

„Ich dachte, alles sei überstanden“, sagt auch Martin Buchwieser, der selbst schon um den Jahreswechsel herum positiv getestet worden war, vor sechs, sieben Wochen also. Alle Eishockey-Profis in Deutschland müssen nach solchen Erkrankungen eine intensive medizinische Untersuchung durchlaufen, ehe sie wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen dürfen, auch Buchwieser – mit unauffälligem Befund. Am 19. Januar, beim ersten Spiel nach zwei aufeinanderfolgenden, kollektiven Quarantänen für die Löwen, war er wieder im Einsatz, und fortan auch gut in Form. „Ich hatte keine Beschwerden. Keine Schmerzen, kein Fieber, mein Geruchs- und Geschmackssinn waren in Ordnung“, berichtet er. „Und dann verspürte ich während der Partie in Bietigheim plötzlich Stiche in der Brustgegend. Nach dem Match wurde mir in der Kabine schwindelig.“

Das medizinische Team der Löwen schickte, zumal nach den Erfahrungen mit Suvanto, den 31-Jährigen daraufhin sogleich in die Uni-Klinik Frankfurt zur Magnetresonanztomographie. Diese offenbarte die gleiche bittere Diagnose: Herzmuskelentzündung, eine ernste Erkrankung, die in der Folge grippaler Infekte entstehen kann und im Zusammenhang mit Covid-19-Infektionen verstärkt aufzutreten scheint. „Damit ist nicht zu spaßen. Beim schlimmsten Verlauf kann man gleich tot umfallen. Aber ich scheine noch Glück im Unglück zu haben. Es handelt sich nach Meinung der Ärzte um einen leichten Fall“, sagt Buchwieser.

Er wird jetzt mit Medikamenten behandelt, darf sich frei bewegen, jede Art von Anstrengung allerdings ist verboten. „Mir geht es so weit gut, ich habe keine Beschwerden. Wenn sich der leichte Verlauf bestätigt, werde ich nach einigen Tagen mit leichtem Sport beginnen dürfen“, erklärt der gebürtige Garmischer, wobei: „Besser als Sport sollte es Bewegung heißen. Denn der Puls darf nicht hoch sein.“

Mit ihm fällt den personell ohnehin gebeutelten Löwen der nächste Leistungsträger aus, bis zum Ende der Transferfrist am 1. März wird man sich noch einige Gedanken über frische Kräfte machen. In der Abwehr oder im Angriff? Das wird wohl auch von der Verfassung der derzeit noch ausfallenden Verteidiger Kyle Wood und Max Faber abhängen.

Im Fall von Martin Buchwieser machen ihm die Ärzte sogar Hoffnung, bei optimalen Heilungsverlauf auch noch in dieser Saison aufs Eis zurückkehren zu können. „In vier Wochen wird wieder eine gründliche Untersuchung gemacht. Je nachdem könnte ich danach vielleicht mit dem normalen Training beginnen“, berichtet er. „Bis dahin werde ich, so weit es die Corona-Bestimmungen erlauben, möglichst nahe an der Mannschaft bleiben, mir die Spiele anschauen und Daumen drücken.“ Das jedenfalls hat in Kaufbeuren schon einmal geholfen.  löf/mka

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