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Bittere Löwen-Pointe in letzter Sekunde

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Da jubelten die Löwen noch: Chad Nehring (Mitte) trifft zum Ausgleich.
Da jubelten die Löwen noch: Chad Nehring (Mitte) trifft zum Ausgleich. © Jan Huebner

Die Frankfurter Aufsteiger bestimmen die ganze Begegnung gegen Nürnberg, drängen auf den Sieg - und verlieren mit der Schlusssirene.

Frankfurt -Mit einem Schlag herrschte Stille in der Eissporthalle am Ratsweg. Nicht einmal eine Sekunde mehr war auf der Anzeigetafel verblieben, zwei, drei Zehntel höchstens, als dieser Dienstagabend eine irgendwie passende Pointe erfuhr. Aus Sicht der Frankfurter Löwen war es natürlich eine bittere, fast schon ein schlechter Scherz: Das ganze Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers hatten sie bestimmt, bis zuletzt auf Sieg gespielt - und dann drückte Daniel Schmölz noch den Puck über ihre Torlinie, als alles sich schon auf eine Verlängerung einstellte, in die Sirene hinein, und die Frankfurter DEL-Aufsteiger hatten mit 1:2 (0:1, 0:0, 1:1) verloren. „Wir waren klar die bessere Mannschaft, es war sicher eine gute Leistung. Aber du musst halt auch deine Chancen nutzen, da haben wir uns schwer getan“, haderte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier mit dem Ausgang.

Ärgerlich zudem: Zu gerne hätte man weiter Distanz gewahrt zu den Nürnbergern und dem ganzen unteren Tabellendrittel der ersten Klasse des deutschen Eishockeys. Nun muss man aufpassen, dass der schöne und eigentlich immer noch stattliche Vorsprung auf die Abstiegszone nicht langsam doch noch zu schmelzen beginnt, nach der dritten Niederlage in Folge: passabel nach Penaltyschießen gegen Wolfsburg, desaströs in Köln, nun über die Maßen unglücklich gegen Nürnberg.

„So zu Hause zu verlieren ist grausam“, klagte Goalie Jake Hildebrand danach bei Magenta-Sport und berichtete: „Ich dachte, die Zeit wäre schon abgelaufen.“ War sie aber nicht, wie die Referees minutenlang im Videobeweis checkten und diskutierten, bis sie zur allgemeinen Frankfurter Ernüchterung auf den Mittelpunkt zeigten. „Wir haben das Spiel sicher nicht in der letzten Sekunde verloren“, meinte Fritzmeier. Immerhin konnte er festhalten: „Wir haben 60 Minuten gedrückt und alles getan. Auf jeden Fall war es eine sehr gute Reaktion.“ Ín Bezug auf die deftige Niederlage zwei Tage vorher in Köln, 0:9 - eine ganz andere Erfahrung für die Liganeulinge, die bis dahin doch in fast jedem Spiel bis zum Ende um Punkte hatten kämpfen können. Der Wille zur Wiedergutmachung war den Löwen anzumerken, verunsichert wirkten sie von der derben Abfuhr vom Sonntag auch nicht - und trotzdem ging der Schuss nach hinten los.

Wer weiß, wie diese Partie verlaufen wäre, hätte Dominik Bokk nach kaum 30 Sekunden den Puck von Daniel Wirt nicht an den Pfosten, sondern ins Tor abgefälscht? So sollte diese frühe Szene sinnbildlich für die folgenden vergeblichen Löwen-Bemühungen stehen. Sie drängten aufs Nürnberger Tor, dominierten das Geschehen, spielten eine Art Dauer-Powerplay im Ice-Tigers-Drittel und schafften es meist auch, die stets drohende Kontergefahr einzudämmen. Nur dass Rylan Schwartz gleich drei Mal hintereinander der Puck verlor, rächte sich dann doch: Den Nürnberger Konter nutzte Dane Fox in der dritten Minute zum 0:1.

Viel mehr kam von den Gästen nicht. Während die Löwen Gelegenheiten in Großhandelsdimensionen vergaben. In der ersten Überzahl des Abends hielt Brett Breitkreuz dann noch zwei, drei Mal erfolglos die Kelle in Schüsse von Bokk. Das oft und zurecht kritisierte Frankfurter Powerplay, das statistisch schlechteste der ganzen Liga, sah viel besser aus als so oft in den vergangenen Wochen, zum Ziel führte es aber auch erst einmal nicht. „Es fällt unglaublich schwer, mit einem Rückstand in die Kabine zu gehen“, klagte Verteidiger Maximilian Gläßl nach dem zweiten Akt: „Wir sind voll im Spiel, physisch da, kämpfen und machen, wir müssen halt nur ein Tor machen.“

Interessant im Übrigen: Nach der schwachen Leistung in Köln stand David Elsner nicht im Kader, an seiner Stelle stürmte der junge Constantin Vogt. Bitter war wiederum, dass Nathan Burns wieder auf unbestimmte Zeit ausfällt. Dafür nahen die Comebacks von Brendan Ranford und Reece Scarlett. Am Dienstagabend sahen beide erst einmal, wie die Löwen doch noch trafen, durch Chad Nehring (48.), im Powerplay, ausgerechnet. Und wie sie weitere beste Chancen vergaben, bis zum bitteren Ende. „Jetzt gilt es stark zu sein und den Kopf oben zu behalten“, betonte Franz-David Fritzmeier, mit Blick schon auf das nächste Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen Ingolstadt, noch mitten im plötzlichen Frankfurter Frust.

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