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Bittere Niederlage für die Löwen in Nürnberg

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Von: Markus Katzenbach

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Auch Brett Breitkreuz hat kein Glück: In Nürnberg lassen die Löwen zu viele Chancen liegen.
Auch Brett Breitkreuz hat kein Glück: In Nürnberg lassen die Löwen zu viele Chancen liegen. © © PuckpixbySteph

Diesmal leiden lange überlegene Löwen unter den Wendungen der Eishockey-Welt. Statt möglichen drei Punkten gibt es in Nürnberg eine blutige Nase.

Nürnberg -Gegen Ende seines Premierenabends saß Bastian Flott-Kucis auf der Bank und schüttelte ziemlich bedient den Kopf. Dass der Goalies der Frankfurter Löwen die letzten beiden Minuten seines ersten Auftritts in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys nicht zwischen den Pfosten verbrachte, sondern diesen Platz für einen in verzweifelten Ausgleichsbemühungen aufs Eis gebrachten sechsten Feldspielers verlassen hatte, war am früheren Dienstagabend so schließlich nicht zu erwarten gewesen. Lange überlegene Löwen verloren aber am 5. Spieltag trotz einer 2:0-Führung noch 2:3 (2:0, 0:1, 0:2) bei den Nürnberg Ice Tigers - eine ganz bittere Niederlage, zumal gegen mögliche Konkurrenz im Kampf um den DEL-Klassenerhalt.

„Man hat es in den vergangenen Spielen auch gesehen: Gegen Wolfsburg und Berlin haben wir die Spiele gedreht, jetzt waren wir in der Führungsrolle“, haderte Verteidiger Simon Sezemsky im Interview bei Magenta-Sport und urteilte. „Wir haben uns dann zu viele Fehler erlaubt, vielleicht einen Tick zu sicher gefühlt. Das wird halt bestraft.“ Großes Lob gab es trotzdem hinterher vom Gegner. „Frankfurt hat großartig gespielt, großes Kompliment“, sagte Nürnbergs Headcoach Tom Rowe und räumte ein: „Wir hatten sehr viel Glück, dass wir gewonnen haben.“

Bemerkenswert war es tatsächlich, wie forsch der Aufsteiger die Begegnung begann, das wurde auch bald belohnt. In der ersten Minute hatte Sezemsky die erste große Chance, in der zweiten Minute Dominik Bokk die zweite große, und nach kaum dreieinhalb nutzte dann Carter Rowney die dritte gute Gelegenheit: Einen steilen Pass von Brendan Ranford verwertete der NHL-Veteran mit aller Routine. Dass Ryan Olsen in der zwölften Minute zum 2:0 traf, im Powerplay nach einem kurzen Querpass von Dylan Wruck, war beredter Ausdruck drückender Löwen-Überlegenheit in einem aus ihrer Sicht hervorragenden ersten Drittel.

Nur Bastian Flott-Kucis hatte wenig Möglichkeiten, sich zu bewähren, das sollte sich aber später zumindest etwas ändern - und der Ersatztorwart, der am fünften Spieltag erstmals die Chance auf Spielpraxis erhielt, machte seine Sache ordentlich.

Bis etwa zur Hälfte der Partie kontrollierten die Gäste das Geschehen sehr souverän, kombinierten sich immer wieder gefährlich nach vorne und ließen hinten kaum etwas zu - 25:11 Schüsse nach 40 Spielminuten waren dafür ein statistischer Beleg, nach Toren stand es nur noch 2:1. Dennis Lobach (38.) hatte für langsam erwachende Nürnberger getroffen, dabei war Frankfurt näher am dritten Treffer.

„Wir machen vorne Druck und kassieren hinten das Tor“, ärgerte sich Stürmer Yannick Wenzel und gab als Losung für den Schlussabschnitt aus: „Strukturiert spielen, einfach spielen, direkt nach vorne gehen, wie vor dem Gegentor.“

Ganz zurück zu ihrer Linie fanden die Löwen, die am Freitag (19.30 Uhr) mit Red Bull München einen Spitzen-Gast zum nächsten Heimspiel erwarten, allerdings nicht mehr. Daniel Schmölz (45.) glich im Powerplay aus, sie selbst ließen danach gute Chancen zur erneuten Führung aus - und dann schlug Schmölz ein zweites Mal zu (56.). Flott-Kucis ging vom Eis, Olsen holte sich bei einer wilden Prügelei noch eine blutige Nase. Das war es, und da halfen dann auch keine Komplimente vom gegnerischen Trainer mehr.

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