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Eishockey

Löwen Frankfurt: "Das brennt wie die Hölle"

Drei Tore Vorsprung reichen den Frankfurter Löwen nicht, feiern darf Bad Nauheim - am Ende eines Eishockey-Derby-Spektakels in der DEL 2.

Bad Nauheim.Einen solch verrückten Eishockey-Abend hat Bad Nauheim schon lange nicht mehr erlebt. Insgesamt 13 Tore, allein sechs Treffer im Powerplay, zwei Tore in Unterzahl, defensive Blackouts, eine spektakuläre Aufholjagd, eine Achterbahnfahrt der Emotionen - und das alles in einem ohnehin stets brisanten Nachbarschaftstreffen. An dessen Ende feierte der EC Bad Nauheim vor 3748 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion tatsächlich einen 7:6 (2:5, 1:0, 3:1/1:0)-Erfolg nach Verlängerung gegen die Löwen Frankfurt. Nach einem Drei-Tore-Rückstand zur ersten Pause, in einer Partie mit vielen Fehlern auf beiden Seiten, aber auch mit ordentlich Feuer drin.

"Diese Niederlage brennt wie die Hölle. Wir haben zu viele dumme Strafen genommen. Aber wir müssen jetzt nach vorne schauen", sagt Löwen-Trainer Matti Tillikainen, während Christof Kreutzer, der Coach der Roten Teufel, meinte: "Ein Spiel ist nicht vorbei, bevor es nicht beendet ist. Wir haben im ersten Abschnitt Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen und mussten uns in der Pause sammeln und neu ausrichten. Wir wussten, dass wir noch 40 Minuten Zeit haben, um uns das Spiel zurückzuholen. Für einen Trainer sind die vielen Gegentore nicht schön. Für die Fans war's ein Spektakel."

Die Partie hatte zwei prägende Phasen: zuerst die zweite Hälfte des ersten Durchgangs. Bad Nauheim hatte gut begonnen, konnte ausnahmsweise mal einen Führungstreffer - durch Andrej Bires - erzielen. In einem spektakulären ersten Drittel waren durch den zwei Mal erfolgreichen Martin Buchwieser, Roope Ranta, Adam Mitchell und Stephen MacAulay dann aber gleich fünf Löwen-Tore gefallen - zwei sogar in eigener Unterzahl. Zwischenzeitlich hatte Zach Hamill zum 2:4 verkürzt, von vielen Anhängern aber waren die Hausherren zur ersten Pause schon abgeschrieben worden.

Der Auftritt in den zweiten 20 Minuten erstaunte dann umso mehr. Bad Nauheim zeigte sich vom Rückstand unbeeindruckt und steckte auch die weiteren Nackenschläge weg. Cody Sylvester beispielsweise hätte mit einem Penalty in der 21. Minute ein Zeichen setzen können, scheiterte aber an Torwart Patrick Klein. Immerhin verkürzte Andreas Pauli, und die Gastgeber waren zur zweiten Pause beim 3:5 noch im Spiel.

Die zweite, nun entscheidende Phase: die Schlussminuten. Bad Nauheim schien bei seiner Aufholjagd einfach viel zu viele, teils sehr, sehr gute Chancen liegengelassen zu haben und hatte nach dem Anschluss durch Stiefenhofer gerade das scheinbar wegweisende Gegentor zum 4:6 durch Eduard Lewandowksi bekommen (49.). Das schien's dann wohl gewesen zu sein. Die Löwen leisteten sich fortan aber zu viele kleinere Undiszipliniertheiten und Hinausstellungen, was die nimmermüden Stehaufmännchen aus der Kurstadt beflügeln sollte. Und tatsächlich: Vier Minuten vor Schluss war Bad Nauheim dank Zach Hamill nun schon zum zweiten Mal auf einen Treffer herangekommen. 78 Sekunden vor der Sirene erzielten die Hausherren gar den Ausgleich durch Cody Sylvester, und als sich die Frankfurter in der anschließenden Verlängerung noch einen Wechselfehler erlaubt hatten, bestrafte dies Hamill gar mit dem 7:6.

"Wenn man drei Minuten vor dem Ende 6:4 führt, darf man das Spiel nicht mehr aus der Hand geben", kritisierte Löwen-Stürmer Buchwieser, Tiilikainen schimpfte: "So wollten wir nicht auftreten. Jetzt müssen wir den Mist, den wir heute verzapft haben, ausbaden." Die Gelegenheit dazu haben die Löwen bei ihrem Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr) gegen die Lausitzer Füchse, Bad Nauheim tritt bereits um 17 Uhr in Crimmitschau an. mn/mka

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