DEL2, ESV Kaufbeuren vs Löwen / Loewen Frankfurt / 19.01.2021, erdgas schwaben arena, Kaufbeuren, DEL2, ESV Kaufbeuren v
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Kein Löwen-Glück: Stürmer Christian Kretschmann (Mitte) sieht, wie die Scheibe an das Kaufbeurer Gehäuse prallt statt ins Tor.

Eishockey

Comeback mit unglücklichem Löwen-Ende

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Im ersten Spiel nach der Corona-Zwangspause verlieren die Löwen nach Verlängerung. Dabei war in Kaufbeuren mehr möglich.

Kaufbeuren – Sie hatten sich so sehr darauf gefreut, endlich wieder aufs Eis zu dürfen. Und dann saßen sie hinterher mit einer gewissen Portion Frust im Bus, auf der langen Fahrt zurück aus dem Allgäu. Ihr Comeback nach der langen Corona-Zwangspause dürfte sich für die Löwen Frankfurt zumindest zwischenzeitlich angefühlt haben wie ein falscher Film. Einen Punkt immerhin hatten sie am späteren Dienstagabend dann doch noch erkämpft, sich richtig belohnt aber nicht. „Beide Mannschaften haben hart gefightet und mit viel Tempo gespielt“, sagte Franz-David Fritzmeier, der Frankfurter Sportdirektor und inzwischen ja auch Headcoach, über das 4:5 (1:2, 1:1, 2:1/0:1) nach Verlängerung beim ESV Kaufbeuren und hielt das Positive fest: „Kompliment an meine Mannschaft, wie wir aus der langen Pause herausgekommen sind.“

Dreieinhalb Wochen hatten die Löwen nicht spielen, nur vier Tage nach einer zweiten Quarantäne in fast direkter Folge trainieren dürfen. Das Wichtigste: Alle Betroffenen hatten die Infektion gut überstanden. Nur Stürmer Carter Proft, während der zweiten Quarantäne erkrankt, durfte noch nicht wieder aufs Eis. Auch ohne ihn lieferten die Löwen einen beachtlichen Auftritt ab, doch am unglücklichen Ende waren es zu viel der Widrigkeiten, auch für Fritzmeier.

Nach 43 Spielminuten hatte er schon Gesprächsbedarf gehabt, in diesem Fall, weil er mit den Unparteiischen haderte. Die Strafe gegen David Suvanto war schon umstritten gewesen, doch als dann Manuel Strodel in Unterzahl zu Fall gebracht wurde, Kaufbeuren aber statt einer eigenen Strafzeit so genug Freiraum zum 4:2 durch Jon Lammers bekam, war das Maß voll. Umstimmen ließen sich die Schiedsrichter freilich nicht, stattdessen gab es weitere zwei Minuten Zwangspause für die Heftigkeit der Beschwerden von der Löwen-Bank.

Schon vorher hatten die Frankfurter Grund zum Hadern. Auch mit der einen oder anderen Entscheidung der Spielleiter, vor allem mit dem Missverhältnis von Schüssen, Puckbesitz und Toren. Und mit dem einen anderen eigenen Fehler im Detail. Allein im ersten Drittel hatten sie 14 Mal das Gehäuse der Kaufbeurer anvisiert, diese umgekehrt nur vier Mal das der Frankfurter. Bei ihnen aber war jeder zweite Schuss ein Treffer, durch Fabian Voit (4.) und Tyler Spurgeon (18.). Während bei den Löwen nur Darren Mieszkowski (16.) erfolgreich war.

Das zweite Drittel bestritten die Gäste dann fast durchweg als Powerplay bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis, den Puck über die Linie brachte aber bloß Adam Mitchell (24.). Und statt selbst in Führung zu gehen, ließ sich ihr Goalie Patrick Klein (34.) von Branden Gracel überlisten, da sah er nicht gut aus.

Die Löwen indes kämpften sich zurück, erzwangen durch zwei späte Tore von Stephen MacAulay die Verlängerung und einen Punkt. Mehr wurde es nicht, weil Lammers in der Extraschicht traf. Bitter für die Löwen, die an Partien und Punkten so viel Nachholbedarf haben. Immerhin: Einige Zuversicht durften sie aus dieser ersten Etappe nach dem Neustart für den folgenden Spielemarathon trotzdem mitnehmen – auch wenn der Ausgang noch nicht stimmte.

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