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Das Löwen-Eis wird dünner

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Von: Markus Katzenbach

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Löwen-Enttäuschung: Reece Scarlett.
Löwen-Enttäuschung: Reece Scarlett. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Auch gegen die Berliner Meister gelingt den Frankfurter Aufsteigern keine Trendwende. Am Ende ist es wie zuletzt öfter: Nicht schlecht gespielt, trotzdem verloren.

Frankfurt -Auf dem Podest hinter dem Schiedsgericht fand sich eine stattliche Sammlung von Gummihühnern. Im guten halben Dutzend waren sie von den Rängen aufs Eis geworfen worden, im Lauf eines hitzigen Donnerstagabends, um von den Referees wieder von dort entfernt zu werden - in der Eissporthalle am Ratsweg traditionell der Ausdruck des Unmuts der Zuschauer über Entscheidungen den Schiedsrichter. Tatsächlich gab es für die Frankfurter Löwen und ihre Anhänger den einen oder anderen Anlass zum Hadern in dieser Hinsicht, insbesondere bei der Verteilung der Strafen. Dafür, dass der Auftritt des Aufsteigers gegen die ja immer noch amtierenden Meister der ersten Klasse des deutschen Eishockeys nicht mit wenigstens einem Löwen-Punkt belohnt wurde, waren das indes gewiss nicht die einzigen Gründe. Das 2:4 (1:3, 1:0, 0:1) gegen die Eisbären Berlin war auch Ausdruck davon, dass die schwer gestrauchelten Titelverteidiger aus der Bundeshauptstadt spät in der Hauptrunde offenbar langsam doch zu ihrer Form finden. Und mit einer Aufholjagd ihre bis dahin gründlich verkorkste Saison noch retten könnten.

Den Rückstand auf die Löwen jedenfalls haben die Berliner auf sieben Punkte verkürzt, 15 Spiele vor dem Ende. Die besten zehn bleiben im Play-off-Rennen - ein Bereich, aus dem die Frankfurter nun erstmals in dieser Saison heraus rutschten. Was entscheidend war? „Das erste Drittel“, meinte Headcoach Gerry Fleming, selbst zwei Jahre Co-Trainer bei den Eisbären. „Wir haben vor der Partie noch darüber gesprochen: Wir dürfen nicht so leicht den Puck verlieren, Berlin hat die Spieler, um das zu nutzen“, tadelte er. „Das hat uns einiges gekostet.“

Drei Tore, um genau zu sein: Giovanni Fiore (7.), Leonhard Pföderl (8.) und Jonas Müller (9.) trafen früh im Minutentakt - ein Rückstand, dem die Löwen letztlich erfolglos hinterherliefen. Auch wenn Ryan Olsen bald das 1:3 gelungen war (13.). Ausgerechnet Olsen, der mit seiner ruppigen Spielweise die Geister scheidet. Und nun im ersten Spiel nach seiner Sieben-Spiel-Sperre gleich trefflich zuschlug. Bemerkenswerterweise gleich als Vertreter des doch nicht rechtzeitig genesenen und schwer vermissten Topscorer Dominik Bokk in der ersten Löwen-Reihe eingesetzt, in einer umkämpften Begegnung, hüben wie drüben von großer Bedeutung - für die Berliner als Etappe ihrer dringend nötigen Aufholjagd, für die Frankfurter, um ihren trotz weiterhin recht achtbarer Auftritte einsetzenden Abwärtstrend umzukehren. Und Berlin auf Distanz zu halten.

Zwei Mal hatten sie gegen die Eisbären schon in letzter Minute ausgleichen können, in Berlin gar einen 0:4-Rückstand im letzten Drittel aufgeholt und einen Punkt gerettet, um dann nach Verlängerung zu verlieren, am Ratsweg nach einem weiteren ihrer vielen ganz späten Ausgleichstreffer 2:1 in der Extraschicht gewonnen, da hatte sich der Löwen-Wahnsinn wiederholt. Diesmal nicht.

„Wir sind aufgewacht und haben auch ein bisschen härter gespielt. Wir schauen, dass wir das noch mal drehen“, hatte ihr Jungstürmer Constantin Vogt noch gehofft, nach einem zweiten Drittel, in dem Chad Nehring (34.) im Powerplay auf 2:3 verkürzt hatte. Die Stimmung kochte über vor 5572 Zuschauern, der Ausgleich lag in der Luft, im Kampf auf Biegen und Brechen, ein Treffer aber glückte nur noch dem Berliner Yannick Veilleux (53.). Am Ende war es so wie zuletzt öfter bei den Löwen: Nicht schlecht gespielt, trotzdem verloren.

„Wir haben die drei Punkte nicht geholt. Jetzt kommen wir zurück und bereiten uns auf Schwenningen vor“, blickte Flemming gleich voraus: Am Sonntag (16.30 Uhr) geht es weiter, wieder unter Play-off-Platz-Konkurrenten. Auf inzwischen dünnerem Eis, bei allem Löwen-Einsatz.

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