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Löwen-Jubel mit Mathieu Tousignant (rechts) und Co.

Löwen Frankfurt

Frankfurt ist nach einem spektakulären 8:1 im Spitzenspiel gegen Ravensburg jetzt selbst Tabellenführer

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Die Frankfurter Löwen trumpfen im Gipfel der DEL 2 nach allen Regeln der Kunst auf – an einem Spitzenabend, in jeder Hinsicht.

Frankfurt - Auf den Rängen konnte schon beginnen, als das verblüffend ungleiche Gipfeltreffen noch in vollem Gange war. „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“, schallten die Sprechchöre von den Tribünen der Eissporthalle am Ratsweg, und danach noch ein für solche Gelegenheiten klassischer Gesang: Etwas für sie so Schönes wie am Sonntagabend dürften die Fans der Frankfurter Löwen wohl wirklich schon lange nicht mehr gesehen haben, obwohl die Saison in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys bis dahin ja auch nicht so schlecht verlaufen war, im Gegenteil. Eine solch spektakuläre Machtdemonstration indes erlebt man eben auch nicht alle Tage: Mit einem mitreißenden 8:1 (3:0, 2:0, 3:1) stürzten entfesselte Löwen vor 5209 Zuschauern den bisherigen Tabellenführer Ravensburg Towerstars und übernahmen am 37. Spieltag erstmals selbst so richtig den ersten Platz in der DEL 2.

Löwen Frankfurt: Beeindruckende Leistung von Mathieu Tousignant

„Wir wollten unbedingt zeigen, dass wir das beste Team sind“, sagte Mathieu Tousignant nach einem beeindruckenden Zurechtrücken der Kräfteverhältnisse, das für ihn auch ganz persönlich etwas Besonderes war. Von 2015 bis 2017 war er schon in Ravensburg Leistungsträger und Publikumsliebling gewesen, nun feierten ihn die Frankfurter Anhänger für einen überragenden Auftritt gegen den alten Arbeitgeber. Das 5:0 erzielte er selbst, zwei weitere Treffer legte er auf.

Auch interessant: Mathieu Tousignant ist ein Mann für besondere Momente, aber gewiss kein Selbstdarsteller

Dabei gab es eigentlich niemanden groß hervorzuheben: Die Löwen trumpften im ganzen Rudel auf, das betonte auch Matti Tiilikainen. „Es geht nur als Team. In solchen Spielen müssen alle ihr bestes Eishockey spielen, das haben die Jungs getan“, lobte der Frankfurter Headcoach, sein Ravensburger Kollege Jiri Ehrenberger wusste: „Wir werden ein bisschen brauchen, um diese Niederlage zu verdauen.“

Tatsächlich erlebten seine zuletzt immer wieder strauchelnden Towerstars diesmal eine echte Demütigung. Vom ersten Bully an zerlegten die Löwen sie nach allen Regeln der Kunst, mit Tempo, Biss und Klasse – was sich anders als im Chancenwucher vergangener Wochen auch im Ergebnis niederschlug. Antti Kerälä (7.) Max Faber (11.) und Carter Proft (12.) schossen früh ein 3:0 heraus. Später trafen Eddy Lewandowski (33.), Tousignant (37.), erneut Faber (46.) und Lewandowski (48.) sowie nach Ravensburgs Ehrentor durch Olivier Hinse (11.) noch Kevin Maginot (56.) zu einem Sieg, der lange vor dem Ende klar war und der gar zweistellig hätte ausfallen können.

Löwen Frankfurt: Erstes Drittel als Grundlage zum Sieg

Herausragend an diesem Spitzenabend war vor allem das erste Drittel. Das bislang beste dieser Saison? „Ich glaube schon“, meinte Tiilikainen. „Hoffentlich finden wir einen Weg, immer so zu starten.“ Leidenschaft, Disziplin, Cleverness – diese Tugenden waren für ihn gegen Ravensburg entscheidend, und sie sind es über den Tag hinaus.

„So müssen wir jedes Spiel spielen“, mahnte Trainer Tiilikainen. In einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann und in der es seit Wochen drunter und drüber geht, da liefern auch die Seinen beste Beispiele. Ehe sie am Sonntag ein ganz anderes Löwen-Gesicht zeigten, hatten sie am Freitagabend mit dem 3:4 nach Penaltyschießen bei Abstiegskandidat Bad Tölz wieder einmal zwei Punkte liegen lassen, nach langer Busfahrt ins verschneite Bayern. „Da wirkte es so, als wäre die halbe Mannschaft in Frankfurt geblieben und nicht in Bad Tölz“, fand Tiilikainen. „Aber heute waren alle hier auf dem Eis.“ Und wie.

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