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Der Haie-Fluch hält an

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Von: Markus Katzenbach

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Frankfurter Frust: Löwen-Verteidiger Reece Scarlett brüllt seine Enttäuschung heraus.
Frankfurter Frust: Löwen-Verteidiger Reece Scarlett brüllt seine Enttäuschung heraus. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Die Frankfurter Aufsteiger verlieren auch das dritte Spiel gegen Köln

Frankfurt -Mit einem Schlag wurde es in der sonst so lauten Eissporthalle am Ratsweg mucksmäuschenstill. Wie schon so oft hatten die Frankfurter Löwen in Last-Minute-Ausgleichsbemühungen ihren Torwart Jake Hildebrand für einen sechsten Feldspielers vom Eis genommen, wie oft hatte das in dieser Saison schon zu spektakulären Erfolgen geführt. Diesmal aber sauste Gästestürmer Andreas Thureson allein auf das verwaiste Gehäuse zu, schob den Puck mühelos über die Linie - und alle Löwen-Hoffnungen waren dahin, für diesen Freitagabend, genau 49 Sekunden vor dem Ende. Mit 3:5 (1:0, 1:2, 1:3) hatten sie vor mit 6990 Zuschauern ausverkaufter Halle damit auch die dritte Begegnung mit den Kölner Haie verloren, wieder einmal, der Frankfurter Haie-Fluch an: Gegen jede andere Mannschaft aus der ersten Klasse des deutschen Eishockeys haben die Aufsteiger erstaunlicherweise zumindest schon einen Punkt gesammelt, nur gegen Köln nicht.

„Es war ein spannendes Spiel, in dem wir am Ende den Kürzeren gezogen haben“, meinte Jan Barta bei Magenta-Sport, und der Frankfurter Co-Trainer wusste auch warum: „Wir waren nicht immer ganz wach, das bestraft Köln. Auch wenn wir am Ende noch mal rangekommen sind, nehmen wir leider keine Punkte mit.“ Wie in dieser Runde bislang immer gegen die Haie. In der Tabelle rutschen die Löwen damit auf den zehnten Platz ab, den letzten, der für die Teilnahme an den Pre-Play-offs berechtigt - da hatte man schon deutlich mehr Polster auf dem Punktekonto.

Zwei Mal waren die Löwen geschlagen aus Köln heimgekehrt, einmal knapp und unglücklich mit 1:3, einmal desaströs und saftig mit 0:9, Anfang Dezember. Der Willen, diese Scharte auszuwetzen und im ersten Heimspiel auch den ersten Saisonsieg gegen die Haie zu erzwingen, war ihnen beim Wiedersehen anzumerken. „Wir wollen natürlich nach der extremen Pleite in Köln ein Zeichen setzen, da ist für uns selbst und auch für die Fans noch eine Rechnung offen“, betonte David Elsner nach dem ersten Drittel bei Magenta-Sport und konnte bis dahin feststellen: „Ich glaube, das funktioniert ganz gut.“

Tatsächlich führten die Frankfurter mit 1:0, nach einem Tor von Carter Rowney, typisch: Den Puck hatte der allgegenwärtige Center erst an der Bande behauptet, um ihn dann nach einem Schuss von Brendan Ranford und einer nicht ganz gelungenen Abwehr des Kölner Torhüters Mirko Pantkowski beim Nachsetzen an diesem vorbei über die Linie zu fegen (11. Minute).

Auch Elsner bekam dafür einen Scorerpunkt: Er vertrat den erkrankten DEL-Topscorer Dominik Bokk im Frankfurter Paradesturm. Mit Nathan Burns, Brett Breitkreuz, Reid McNeill und dem zum letzten Mal gesperrten Ryan Olsen hatten die Löwen weitere Ausfälle zu verkraften, ohne den den jungen Verteidiger Paul Reiner als Aushilfsstürmer hätten sie gar keine vier Angriffsreihen zusammenbekommen. Immerhin besteht abgesehen von Breitkreuz bei allen Hoffnung, am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen die Eisbären Berlin mitwirken zu können. Und immerhin konnte Jake Hildebrand, am Freitag beim knappen 3:4 in Straubing noch leicht angeschlagen aussetzend, schon wieder das Tor hüten. Als die Kollegen in der 24. Minute Louis-Marc Aubry indes allein vor seinem Gehäuse vergaßen, war er ausnahmsweise auch nicht auf dem Posten und ließ eine Lücke zwischen Schlittschuh und Pfosten, die der Kölner zum 1:1 nutzte.

Es war ein nicht immer hochklassiges, aber umkämpftes, intensives Spiel zwischen dem Tabellenneunten und -achten. Die Löwen führten bald wieder: Chad Nehring traf am Ende einer eigentlich bis dahin eher schwachen, zwischenzeitlich gar doppelten Überzahlphase - langsam bessert sich die schlechteste Powerplay-Quote der Liga, nach schon zwei Treffern dieser Art am Freitag. Dafür verteidigten die Frankfurter bisweilen zu nachlässig, vor allem vor ihrem Tor - nach Aubry nutzte das mit Andreas Thureson (34.) ein zweiter Vertreter aus der Haie-Vorzeigereihe, die den Kölnern am Freitag einen überraschenden Overtime-Sieg in Mannheim beschert und das auch wieder gut herausgespielt hatte.

Bitter für die Löwen: Am Ende des zweiten Drittels traf Rowney den Pfosten, bald nach dem letzten Seitenwechsel vollendete Nicholas Baptiste einen Kölner Konter von gleicher Stelle zum 3:2. Und dann patzte auch noch Hildebrand zum ersten Mal in dieser Saison so richtig: Bei einem Klärungsversuch hinter seinem Kasten sprang dem so oft so starken Goalie, der den Aufsteigern schon so viele Punkte festgehalten hat, der Puck von der Bande über die Kelle, und Landon Ferraro - neben Carter Proft und Alex Roach einer von drei Ex-Frankfurtern bei den Haien - schubste ihn ins leere Tor. Reece Scarlett mit einem weiteren Powerplay-Treffer sorgte noch für Löwen-Hoffnung (56.), Thureson indes dann für Stillschweigen am Ratsweg.

„Wir haben manchmal schlechter gespielt und gewonnen, jetzt haben wir gut gespielt und keine Punkte mitgenommen“, haderte Co-Trainer Barta, nicht ohne kämpferisch zu schließen: „Wir haben noch 16 Spiele. Da können wir punkten, darauf legen wir alles aus.“

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