Endlich wieder auf dem Eis: Max Faber.
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Endlich wieder auf dem Eis: Max Faber.

Eishockey

Der Neuanfang ist gemacht - und wie

Die Löwen freuen sich über Max Fabers Comeback. Alle Probleme sind damit aber nicht beseitigt.

Frankfurt -Für den einen oder anderen entscheidenden Moment war Max Faber auch in seinen ersten beiden Jahren bei den Frankfurter Löwen gut. Aber ein solches Comeback? Das war eine fast schon märchenhafte Pointe, damit hätte der so lange vermisste Verteidiger selbst nie gerechnet. "Gleich in den beiden ersten Matches das Siegtor zu erzielen, war natürlich super", sagt Faber, das hilft auch bei der Wiedereingewöhnung auf dem Eis. Selbst wenn er selbst weiß: "Ich bin noch lange nicht in optimaler Form. Vor allem läuferisch muss ich weiter hart an mir arbeiten."

Alles andere wäre auch ein noch größeres Wunder als der gelungene Wiedereinstand. Nach einem ganzen Jahr ohne Spiel hatte Faber in seinen ersten drei Partien direkt getroffen - gegen Freiburg und in Bayreuth entscheidend in der Verlängerung, im umkämpften, verlorenen Hessenduell bei Spitzenreiter Kassel zum zwischenzeitlichen 1:1. Und beim vierten Einsatz, dem 4:3 gegen Bayreuth steuerte der 27-jährige Rückkehrer noch zwei Vorlagen bei, nur im fünften, dem 1:4 zuletzt gegen die Tölzer Löwen blieb er ganz ohne Scorerpunkt - an einem für die ganze Mannschaft enttäuschenden Montagabend.

"Das war ein gutes Comeback. Ich bin froh, dass er wieder da ist", urteilt Franz-David Fritzmeier insgesamt, wie Faber selbst schränkt der Sportdirektor und Headcoach des Eishockey-Zweitligisten ein: "Aber man merkt schon, dass er körperlich noch nicht in Bestform ist."

Das geht anderen Löwen ähnlich. Auch bei Stürmer Sebastian Collberg, ebenfalls nach einer Verletzungspause gleich wieder im Dauereinsatz, fehlt Fritzmeier noch einiges. Verteidiger Kyle Wood und Angreifer Mike Fischer, die dieses Wochenende mit Terminen am Freitag (19.30 Uhr) daheim gegen die Dresdner Eislöwen und am Sonntag (18.30 Uhr) bei den Heilbronner Falken sich zurückmelden könnten, werden sich ebenso erst wieder einfinden müssen. Das Problem ist nur: Es gibt kaum Zeit, gezielt an Nachholbedarf zu arbeiten. Im Fall Fabers führte das zu der kuriosen Konstellation, dass er am Montag sein fünftes Spiel bestritt, aber bis dahin nur einmal wirklich mit der Mannschaft trainiert hatte.

Seit zwei kollektiven Corona-Quarantänen in rascher Folge im Januar ist der ohnehin enge DEL-2-Kalender in Frankfurt wegen der nachzuholenden Spiele besonders voll, bei Partien im Zwei-Tages-Takt war zwischendrin kaum mehr als Regeneration möglich - was auch die Verbliebenen, die viele Begegnungen mit wenig Personal zu bewältigen hatten, strapazierte.

Es sei in den letzten Partien, nicht nur gegen Bad Tölz, schon deutlich gewesen, dass die Mannschaft nicht mehr so viel Energie hatte, meint Fritzmeier. Was irgendwann erwartbar war bei der Terminhatz nach der Corona-Zwangspause ohne Training und Spiele, dafür lief es lange fast schon erstaunlich gut. "Die Mannschaft war jetzt gottfroh, dass wir mal wieder intensiv trainieren konnten", berichtet der Trainer und Manager über die wenigstens drei spielfreien Tage, nun, da wieder sechs Begegnungen in elf Tagen anstehen. Immerhin vier davon zu Hause, das spart Buskilometer und auch ein paar Kräfte.

"Wir müssen den Fokus wieder mehr aufs Training legen", sagt Fritzmeier. "Sonst lässt der Körper nach." Es ist ein Spagat: So viele Spiele wie möglich gewinnen. Und dabei Zeit finden, Rückkehrer wie Faber oder auch Neuverpflichtung Kale Kerbashian einzuarbeiten. An Schwachstellen zu feilen, die durch kleinere oder größere Ausfälle immer wieder durcheinandergewirbelten Reihen einzuspielen. Und Energie zu sammeln für die Play-offs. Dann schließlich zählt es. "Da muss man vielleicht auch mal in Kauf nehmen, in einem Spiel mal ein bisschen müde zu sein. Auf Dauer hat man dafür aber mehr Kraft", gibt Franz-David Fritzmeier zu Bedenken. Die Arbeiten für ein gutes Ende laufen, der Neuanfang ist zumindest für Max Faber gemacht. Und wie. Michael Löffler und Markus Katzenbach

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