Sie wollen mit den Löwen weiterhin hoch hinaus: Headcoach Bo Subr (von links), Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und Assistenztrainer Jan Barta bei der Vorstellung des neuen Trainerteams in der Sommer-Lounge auf dem Börsen-Parkhaus.
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Sie wollen mit den Löwen weiterhin hoch hinaus: Headcoach Bo Subr (von links), Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und Assistenztrainer Jan Barta bei der Vorstellung des neuen Trainerteams in der Sommer-Lounge auf dem Börsen-Parkhaus.

Eishockey

Der neue Chef an der Löwen-Bande

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Mit Bo Subr hat der Frankfurter Eishockey-Zweitligist einen neuen Headcoach gefunden. Ihm zur Seite steht ein alter Bekannter.

Frankfurt -Die Klärung der für die nähere Löwen-Zukunft wichtigsten Personalie erfolgte auf einem der höheren Dächer Frankfurts, wieder einmal. Vor drei Jahren bei der Vorstellung des damals gerade inthronisierten Trainertrios um Matti Tiilikainen war in den Maintower geladen worden, für den ersten offiziellen Auftritt von Bohuslav Subr ging es am Mittwochnachmittag nun in eine sommerliche Lounge auf dem Börsen-Parkhaus, und hohe Erwartungen bestehen bei dem ambitionierten Eishockey-Zweitligisten ja auch weiterhin - wenn auch unter seit Corona-Zeiten veränderten Umständen. "Ich weiß, dass es hier immer hohe Ziele gibt. Wir werden alle darauf hinarbeiten", versprach der neue Headcoach zum Einstand, angesprochen auf den nach wie vor angestrebten Aufstieg in die erste Klasse, indes: "Bis dahin ist es noch ein langer Weg."

Noch haben die Löwen ja auch gerade erst eine halbe Mannschaft beisammen, zwölf Spieler unter Vertrag. Die Frage nach dem Chef hinter der Bande aber ist jetzt beantwortet. "Wir haben nach der Saison genau analysiert: Welcher Trainer passt zu uns, welches Trainerteam, wer ist finanzierbar, wie sind die fachlichen Kompetenzen, wie ist es menschlich?", erklärte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, nach der Trennung von Tiilikainen-Nachfolger Olli Salo kurz vor Weihnachten selbst als Coach eingesprungen, die Trainerfindungsfragen. Subr, der in den vergangenen sechs Jahren die in der deutschen Oberliga Nord angesiedelten Tilburg Trappers aus den Niederlanden anleitete, habe sich rasch als Wunschkandidat herauskristallisiert.

"Wir haben Bo ausgesucht, weil er ein selbstbewusster Trainer ist, der die Mannschaft mit klaren Vorgaben führen kann, aber auch die Kommunikation mit den Spielern und den anderen Trainern sucht", erklärte Fritzmeier. "Wir brauchen einen starken Headcoach, wir brauchen aber auch ein starkes, stabiles Trainerteam."

Dazu wird als Subrs Assistent in noch stärkerer Rolle Jan Barta gehören, aus dem Löwen-Nachwuchs schon in Fritzmeiers Stab berufen und künftig als Nachfolger von Marko Raita fest bei den Profis, weiter als Development Coach aber besonders für die Talente zuständig. "Wir haben einen Staff zusammen, der für den maximalen Erfolg brennt, da freue ich mich jetzt schon darauf", sagte der 36-jährige frühere Frankfurter Profi.

"Hungrig auf den

nächsten Schritt"

"Jan ist einen weiten Weg gegangen, die letzten zwei Jahre war er fast nonstop in der Eissporthalle. Es ist zumindest in Deutschland außergewöhnlich, dass ein Trainer im Nachwuchs ausgebildet, bei den Profis fortgebildet wird und dann aufsteigt", betonte Fritzmeier. Der Trainerwerdegang von Bartas künftigem Vorgesetzten Bohuslav, genannt Bo, Subr ist diesem nicht ganz unähnlich.

Der 41-jährige Tscheche, in jungen Jahren ausgezogen in die nordamerikanischen Talente-Ligen, nach einer Knieverletzung zurück nach Europa, in Frankreich, Schweden, Norwegen und den Niederlanden auf dem Eis, ehe er 2011 die Schlittschuhe an den Nagel hängte, sammelte ebenso im Nachwuchs erste Coach-Erfahrungen, in niederländischen Junioren-Auswahlen. In Tilburg wurde er zudem drei Mal Oberliga-Meister. "Er hat gezeigt, dass er langfristig bei einem Club arbeiten kann. Jetzt ist er hungrig auf den nächsten Schritt", sagte Fritzmeier.

Für die Löwen wird es eher ein Neustart als eine Fortführung der vor drei Jahren unter Tiilikainen begonnenen Aufbauarbeiten, notgedrungen. Das Ziel Aufstieg hat man erst einmal verpasst, im Viertelfinale schied man knapp gegen die späteren Meister und damit auch Aufsteiger von den Bietigheim Steelers aus. Besonders bitter: Selbst entwickelte Talente wie Leon Hüttl hat man so an DEL-Clubs verloren, bei einem Aufstieg wären sie alle geblieben. Den nächsten Anlauf nach oben unternimmt ein Kader mit zur Hälfte neuen Gesichtern. Die Corona-Wellen haben auch die Löwen-Welt durcheinandergewirbelt. Dass das wirtschaftliche Überleben Priorität vor sportlichen Ambitionen hat, betonen die Macher immer wieder, das spiegelt sich auch in den Planungen für die neue Saison wieder: Allzu großes finanzielles Risiko will man nicht gehen, das ist verständlich, sieht an anderen DEL-2-Standorten aber durchaus anders aus. "Viele Vereine rüsten auf, auch die kleineren. Einfacher wird es nicht", sagte Fritzmeier.

Keine Einigung

mit Mitchell

Der Sportdirektor kündigte für die nächsten Wochen weitere Verpflichtungen an, möglicherweise auch die eine oder andere Vertragsverlängerung mit bewährten Kräften. Adam Mitchell, der in den Play-offs wegen einer Schulterverletzung schmerzlich vermisste Kapitän, wird nicht darunter sein, das ist eine knifflige Personalfrage. "Wir hätten ihn gerne gehalten und haben ihm ein Angebot gemacht, vom Budget her in einer minimierten Situation wegen seines Alters und weil das Risiko mit seinen Verletzungen höher ist. Er hat aber abgelehnt, wir sind zu weit auseinander", erklärte Fritzmeier. "Die Tür ist nicht zu, aber es gibt kein neues Angebot. Wir kümmern uns erst einmal um andere Spieler."

Acht, neun Stürmer, zwei, drei Verteidiger und ein Torwart fehlen noch. Mitte August beginnt die heiße Phase der Vorbereitung, Anfang Oktober die neue Saison, Einblicke in seine Eishockey-Vorstellungen gewährte der neue Chef an der Löwen-Bande vorab: "Wir wollen ein Team bauen, das attackiert und aggressiv nach vorne spielt. Wie es die tolle Fan-Base hier erwartet", erklärte Bo Subr. "Wir werden hart arbeiten für den bestmöglichen Erfolg." Ein erster Anfang ist gemacht.

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