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Löwen-Jubel: Adam Mitchell hat getroffen. Foto: Hübner

Eishockey

Derby-Sieger auf Spitzenkurs

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Der Aufwärtstrend der Frankfurter Löwen geht gegen Bad Nauheim weiter. Und Verstärkung ist auch eingetroffen.

Frankfurt-Die Verstärkung landete am Dienstagabend auf dem Rhein-Main-Flughafen, für das Nachbarschaftstreffen auf der anderen Seite der Stadt war es dann aber doch zu spät. Helfen konnte Markus Kankaanperä den Frankfurter Löwen in dem stets brisanten Hessen-Duell mit dem EC Bad Nauheim noch nicht. Das soll der routinierte finnische Verteidiger in den kommenden Wochen und Monaten tun, in denen in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys die Entscheidungen fallen. Beim Besuch aus der Wetterau schaffte er es immerhin rechtzeitig in die stimmungsvolle Eissporthalle am Ratsweg, um nach der letzten Sirene einen zuletzt eher seltenen Heimsieg der Löwen gegen Bad Nauheim mit zu feiern: Das rassige Ringen vor 5308 Zuschauern entschieden sie mit 4:1 (0:1, 1:0, 3:0) für sich.

"Frankfurt war die bessere Mannschaft und hat uns vor allem im zweiten und dritten Drittel sehr unter Druck gesetzt", räumte Gästetrainer Christof Kreutzer ein, sein Frankfurter Kollege Matti Tiilikainen durfte zufrieden sein: "Wir hatten kaum schlechte Momente in unserem Spiel und haben uns vor allem vor ihrem Tor sehr gut verhalten. Das war der Schlüssel zum Erfolg, weil sie da sehr stark sind."

Hoch her war es von Anfang an gegangen, mit einer zusätzlichen Prise Derby-Leidenschaft, und ihre Ziele hatten beide so oder so: Für die Löwen ging es darum, sich weiter an die Spitze heranzuschieben, mit einem sechsten Sieg in Serie. Während sich den Bad Nauheimern die Gelegenheit bot, vom fünften Tabellenplatz aus den Frankfurtern noch einmal richtig nahe zu kommen.

Angepeitscht von den Fans beider Lager lieferten sich die Mannschaften einen heftigen Kampf, der allen Derby-Anforderungen gerecht wurde. Nur weitere Tore wollten erstmal nicht fallen, nach Andreas Paulis 1:0 in der neunten Minute für die Wetterauer. Diese verteidigten geschickt, ließen aber fortan ihre Kontermöglichkeiten aus. Und im zweiten Drittel zunehmend dominantere Löwen droschen eine Scheibe nach der anderen auf das Gästetor.

Doch entweder rettete dort EC-Schlussmann Felix Bick, oder seine Verteidiger warfen sich dazwischen. Fast 30 Löwen-Schüsse waren so ohne Erfolg in Bicks Richtung gefeuert worden, bis es dann doch klappte. Gut für die Frankfurter, dass Martin Buchwieser zurück war. So fehlten ihnen zwar immer noch acht Spieler, der Stürmer aber war rechtzeitig genesen, um nach in der 39. Minute die Kelle in Luis Schinkos Pass zu halten und so den verdienten Ausgleich zu besorgen.

Für diesen Nachholtermin hatten die Löwen extra noch einmal die goldenen Gewänder aus dem Schrank geholt, die eigens für das Open-Air-Spektakel in Offenbach entworfen worden waren. Mitte Dezember hatte man da mit einem Sieg gegen Bad Nauheim die Trendwende zum Besseren geschafft, und die speziellen Trikots sollten noch einmal als Glücksbringer taugen. Auch wenn die Kräfte im dritten Spiel in fünf Tagen hüben und drüben nachzulassen schienen, drängten die Frankfurter weiter, mit viel Herz - und wurden belohnt.

Max Eisenmenger (45.) und Adam Mitchell (47.) in Überzahl wendeten die Partie zu Löwen-Gunsten, Stephen MacAulay machte mit dem 4:1 ins leere Bad Nauheimer Tor alles klar (58.). Auch ohne Kankaanperä, der mit seinen 39 Jahren über 1000 Spiele in Finnlands erster Klasse bestritten hat und fürs Erste den verletzten Kanadier Steven Delisle ersetzen wird. Er dürfte am Freitag sein Debüt geben, auch dann steht wieder viel auf dem Spiel: Wenn die Löwen bei den Freiburger Wölfen ihre Siegesserie fortsetzen, könnten sie den Tabellenführer stürzen und möglicherweise selbst von der Spitze grüßen, im dichten Gedrängel der DEL 2. Eine frische Kraft kann da nicht schaden. 

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