Hier noch im Bremerhavener Trikot, künftig aber in Frankfurter Farben: Carson McMillan (rechts).
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Hier noch im Bremerhavener Trikot, künftig aber in Frankfurter Farben: Carson McMillan (rechts).

Eishockey

Die lange Löwen-Suche führt zu McMillan

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Pünktlich zum Start der Vorbereitungen auf die neue DEL-2-Saison ist der letzte Stürmer gefunden. In dieser Woche geht es erstmals wieder auf das Eis am Ratsweg.

Frankfurt -Gut, dass es in der Eissporthalle am Ratsweg eine Webcam gibt. Der eine oder andere Anhänger der Frankfurter Löwen konnte so in der langen Sommerpause wenigstens ab und an einmal einen virtuellen Blick in die Heimstätte des Eishockey-Zweitligisten werfen, nach einer Corona-Saison schon ganz ohne Zuschauer, und zuletzt dabei auch einige Fortschritte begutachten: Das Eis ist bereitet, einschließlich der Markierungen für das Spielfeld und eingearbeiteter Sponsorenlogos. Alle Vorkehrungen sind getroffen, pünktlich zum Start der gemeinsamen Vorbereitungen auf die Anfang Oktober beginnende neue Saison der DEL 2, auch in anderen Bereichen. Gerade rechtzeitig dafür ist zum Beispiel die letzte Planstelle im Kader vergeben worden: Als vierter Ausländer kommt Carson McMillan nach Frankfurt, wie die Löwen am Sonntag vermeldeten.

"Wir freuen uns, mit Carson einen Spieler für uns gewonnen zu haben, der ein sehr erfahrener Allrounder ist, der den direkten Weg zum Tor sucht und sicherlich auch Härte ins Spiel bringen kann", erklärte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier das Ende einer langen Suche, für die man sich extra Zeit gelassen hatte, um den Richtigen zu finden. Der ehemaliger Kasseler Ryan Olsen, an dem die Frankfurter auch interessiert waren, orientierte sich doch anderweitig, mit dem 32-jährigen Kanadier McMillan aber wurden sie sich einig. Gradlinig, robust, gute Bully-Quote, Rechtsschütze - so einer hatte den Löwen noch gefehlt, in einem möglichen ersten Sturm mit dem spielstarken Techniker Dylan Wruck und dem vielseitigen Matt Carey.

McMillan spielte zuletzt drei Jahre für die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, für die er in 138 DEL-Spielen 19 Tore und 28 Assists beisteuerte. Nun soll der 1,82 Meter große und 89 Kilogramm schwere Stürmer, der zuvor immerhin 16 Partien für die Minnesota Wilds in der nordamerikanischen Superstar-Liga NHL betritt und insgesamt 380 eine Etage darunter in der AHL, ehe er 2017 in Dänemark mit den Esbjerg Energy Meister wurde und in der Folge dann auch in der Champions Hockey League spielte, eine tragendere Löwen-Rolle übernehmen.

"Jetzt kann es losgehen", sagt Fritzmeier. Der neue US-amerikanische Torwart Jake Hildebrand kann erst eine Woche später einsteigen, sonst sind aber praktisch alle Spieler vor Ort und bereit - so denn nichts Unvorhergesehenes passiert. Der eine oder andere hat noch den üblichen Medizincheck abzulegen, rund drei Viertel der Mannschaft aber begeben sich schon an diesem Montag aufs heimische Eis, und am Mittwoch dürften das erstmals alle zusammen tun. Zum Abschluss der ersten richtigen Vorbereitungswoche steht am Sonntag (14 Uhr) in Köln bereits das erste Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Aalborg Pirates an.

Auch mit dabei: Stürmer Edwin Schitz und der aus Bad Nauheim gebürtige Verteidiger Leon Schuster, zwei Youngster vom Kooperationspartner Krefeld, allein schon, um dem neuen Headcoach Bo Subr mit einem volleren Kader mehr Möglichkeiten im Trainingsbetrieb zu geben. Mit Nikolas Junnila darf dabei obendrein ganz junger Löwen-Stürmer vorspielen, 16 Jahre, aus der eigenen Jugend, mit finnischem Pass.

"Der Junge ist gut und hat fleißig trainiert", lobt Fritzmeier. Mit rund einem Dutzend Frankfurter Profis war Junnila schon in Darmstadt im Übungseinsatz, zwei Mal die Woche konnte seit Ende Juni in der dortigen Eishalle trainiert werden, Technik und andere Grundlagen, wofür während der Saison oft die Zeit fehlt. "Das war ein guter Fortschritt", sagt Fritzmeier, der lange auch über den Sommer bereitete und für diesen Zweck taugliche Eisflächen gesucht hatte. Der Fokus lag in den vorigen Monaten auf dem Off-Ice-Training, mit Kraftraumbesuchen und Laufkilometern, eine sinnvolle Ergänzung aber hat man in Darmstadt endlich gefunden. Und jetzt kann es ja auch endlich daheim am Ratsweg wieder aufs Eis gehen.

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