Klärungsbedarf: Headcoach Bo Subr spricht mit seinen Löwen Klartext.
+
Klärungsbedarf: Headcoach Bo Subr spricht mit seinen Löwen Klartext.

Eishockey

Die Löwen erwarten endlich Lernprozesse

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
    schließen

Aufwand und Ertrag passen im Frankfurter Eishockey gerade nicht zusammen. "Wir müssen schlauer sein", fordert Manager Fritzmeier.

Frankfurt -Vor der Abreise aus Niederbayern am späten Dienstagabend fand Bo Subr noch deutliche Worte. "Inacceptable" sei der Auftritt im letzten Drittel gewesen, urteilte der Tscheche mit nordamerikanischer Eishockey-Prägung auf der Pressekonferenz nach der 2:3-Niederlage beim EV Landshut, ehe Subr, der Headcoach, in den Mannschaftsbus stieg und sich mit seinen Frankfurter Löwen auf die Heimfahrt begab. Nicht zu akzeptieren, gemessen an den Ansprüchen eines Meisterschafts- und Aufstiegsanwärters, war es tatsächlich gewesen, wie man sich den Sieg bei kriselnden DEL-2-Rivalen aus Landshut hatte nehmen lassen - und die Verantwortlichen erwarten rasche Löwen-Lernprozesse.

"Wir sind nicht mehr im Oktober, sondern im Dezember. Wir müssen sehen, wie man solche Spiele gewinnt", erinnerte Franz-David Fritzmeier und klang so, als hätte er sich seit dem Saisonstart frühere Fortschritte in dieser Hinsicht gewünscht. Die Wörter "endlich" und "lernen" jedenfalls fanden in einer Video-Medienrunde des Sportdirektors am Donnerstag auffällig häufig Verwendung. Auch mit Blick auf die Wochenend-Aufgaben, daheim am Ratsweg diesen Freitag (19.30 Uhr) gegen die Heilbronner Falken, am Sonntag (17 Uhr) beim ESV Kaufbeuren, zwei Vertreter aus dem Zweitliga-Mittelfeld.

"Das sind sicher zwei Mannschaften, die wir schlagen können", betonte Fritzmeier, aber eben: "Nur wenn wir endlich lernen, unsere Vorteile zu nutzen." Anders als in Landshut, wo man fast das ganze zweite Drittel erfolglos in der Zone des Gegners verbrachte. Und dann in einem wilden letzten Akt die 2:1-Führung verspielte. "Das muss man auch mal nach Hause bringen. Das ist vielleicht etwas langweiliger, bringt aber auch drei Punkte", mahnte der Sportdirektor, und: "Das muss man auch mal merken als einzelner Spieler. Wir haben eine erfahrene Mannschaft und müssen das jetzt langsam mal auf die Reihe kriegen."

Fritzmeiers Forderung, kurz gefasst: "Entweder vorne eiskalt zuschlagen oder hinten nicht so dämliche Gegentore fangen." Beides misslang den Löwen zuletzt wiederholt - gegen Gegner, die ihrerseits gelernt haben, sich mit ihnen nicht auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen, sondern sich lieber vor ihrem Tor verschanzen und auf schnelle Gegenstöße lauern. "Es sind immer wieder die gleichen Situationen. Da reden wir seit zwei, drei Wochen drüber", sagt der Manager.

Dabei, vergisst Fritzmeier nicht, "läuft es grundsätzlich ja gut. Wir sind von der Mannschaft überzeugt, wir haben die Klasse und die Möglichkeiten". Und immerhin sind die Löwen Tabellenzweiter, gerade erst durch den Lapsus in Landshut von der Spitze verdrängt. Trotzdem bleibt ein Missverhältnis bei Aufwand und Ertrag. "Da müssen wir schlauer sein", fordert Fritzmeier.

Besonders, wenn so viele Spiele anstehen wie im Dezemberstress. Ganz besonders, wenn dabei noch der eine oder andere Spieler angeschlagen ist oder ganz fehlt und es umso mehr Kräfte zu sparen gilt. Die Verteidiger Daniel Wirt und Markus Frais sind auf dem Weg zurück, am Wochenende aber ebenso wie Stürmer Manuel Strodel noch nicht sicher dabei. Matt Carey wiederum, bereits in Landshut vermisst, dürfte ziemlich sicher nicht auf dem Eis zu sehen sein, der Fall erscheint komplizierter. "Dazu ist derzeit kein Kommentar möglich", sagte Fritzmeier am Donnerstag nur.

So oder so: An den Ausfällen lag es in Landshut nicht, an mangelndem Willen auch nicht. "Wir lassen uns nie hängen", betont er. Aber bisweilen an der Umsetzung. Wobei: "Ich bin auch froh, dass wir jetzt den Widerstand spüren und nicht erst in den Play-offs", sagt Franz-David Fritzmeier. "Damit alle sehen, dass die anderen für uns nicht nur der Begleitschutz auf dem Weg zum Pokal sind." Noch so etwas, das jeder Löwe ganz schnell gelernt haben sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare