An der Taktiktafel: Der neue Trainer Bo Subr (links) erklärt den Löwen seine Eishockey-Vorstellungen.
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An der Taktiktafel: Der neue Trainer Bo Subr (links) erklärt den Löwen seine Eishockey-Vorstellungen.

Eishockey

Die Löwen legen los

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Die Vorbereitungen haben begonnen: Seit dieser Woche trainieren die Frankfurter Löwen daheim am Ratsweg. Erst einmal geht es auch um einen Findungsprozess.

Frankfurt -Besonders spektakulär war der Treffer nicht und auch nur im Training erzielt. Nachdem er den Puck über die rote Linie bugsiert hatte, stieß Dylan Wruck trotzdem einen kleinen Jubelschrei aus, und ein glückliches Strahlen zog kurz über sein Gesicht: Toreschießen macht eben immer Spaß, selbst in einem Übungsspielchen, das nur über ein Drittel des Feldes geht, Fünf gegen Fünf, in einer Angriffszone, auf ein Tor. Die Löwen legen los: Wruck, der von den Heilbronner Falken gekommene Highscorer, und die neuen Kollegen gehen seit dieser Woche daheim am Frankfurter Ratsweg aufs Eis, angeleitet von Bo Subr. dem ebenfalls neuen und fürs Erste zumindest von seiner Mannschaft recht angetanen Headcoach.

"Es herrscht eine gute, positive Stimmung", sagt Subr. "Die Jungs arbeiten hart, aber es sieht so aus, als würden sie alles auch genießen." Das hilft, schließlich gilt es, noch eine gewisse Strecke zu bewältigen, bevor es überhaupt richtig ernst wird. Gut sechs Wochen wird die gemeinsame Löwen-Vorbereitung dauern, bis für sie die neue Saison in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys beginnt, am 1. Oktober mit einem Gastspiel beim EHC Freiburg. Die erste große Aufgabe lautet für Subr und die Seinen: "Dass wir uns als Gruppe finden", so formuliert das der Trainer.

Im Übungsbetrieb unterbricht er, wenn es Anlass dazu gibt, ruft Anweisungen etwa zur Position eines Einzelnen oder der allgemeinen Raumaufteilung durch die Halle, zwischendrin bittet er das ganze Team wiederholt zur Taktiktafel. "Bo ist ein sehr authentischer, zielstrebiger und ehrgeiziger Trainer, der aber auch gut in der Kommunikation mit den Spielern ist", sagt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, der den zuvor bei den in der deutschen Oberliga antretenden Tilburg Trappers aus den Niederlanden arbeitenden Coach nach Frankfurt geholt hat - zu einem Team, das nach dem Viertelfinal-Aus in der vergangenen DEL-2-Saison und dem damit vorerst verpassten Aufstieg anders aufgestellt wurde, etwa zur Hälfte aus alten und neuen Löwen besteht.

Leichter als vor 20 Jahren

Die Verpflichtungen von durchaus namhaften Spielern wie Wruck haben schon Erwartungen geweckt, der Weg indes zum Traumziel erster Klasse ist weit und bisweilen unvorhersehbar. "Es sind viele unterschiedliche Charaktere, die vielleicht auch auf unterschiedliche Art und Weise gespielt haben", erklärt Subr. "Jetzt geht es erst einmal darum, dass alle auf den gleichen Stand kommen."

Er selbst hat sich gut vorbereitet auf seine neue Mannschaft, viele Gespräche mit Fritzmeier, Assistenztrainer Jan Barta und Torwart- und Videocoach Valtteri Salo geführt. "Es macht es einfacher, wenn man in eine funktionierende Organisation kommt", meint der 41-jährige Tscheche mit nordamerikanischer Profi-Vita. Und er hat viele Videos geschaut, von Löwen-Spielen der vergangenen Runde und natürlich auch von einzelnen Spielern, über jeden einzelnen hat er sich informiert. "Das ist ja heutzutage leichter als vor 20 Jahren", sagt er und lacht: "Man klappt den Laptop auf und hat die Videos da."

Möglichst viel den Puck haben

Zum persönlichen Kennenlernen gab es in dieser Woche nun auch die eine oder andere schöne Überraschung. "Einige haben über den Sommer einen guten Schritt gemacht und sich verbessert", hat Subr festgestellt. Da hat sich das auf Darmstädter Eis erstmals mögliche Sommertraining der in Frankfurt Verbliebenen und frühen Rückkehrer offenbar ausgezahlt, ebenso wie das Off-Ice-Training mit Athletiktrainer David Dubiel. Zum Beginn der richtigen Vorbereitungen auf die neue Saison sind nun alle in Frankfurt eingetroffen, auch die Nordamerika-Fraktion mit Wruck und Co., nur zwei noch nicht: Der neue Torwart Jake Hildebrand aus den USA steigt erst nächste Woche ein. Und Patrick Buzas - der als Führungsspieler eigentlich fest eingeplante Neuzugang soll den Löwen kurzfristig abgesagt haben, heißt es in der Gerüchteküche.

Trainer Subr hat auch so schon einen gut besetzten Kader zur Verfügung. Am Sonntag (14 Uhr) steht in Köln bereits das erste Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Aalborg Pirates an, in einer ersten Phase der Vorbereitung, in der neben dem Findungsprozess nicht zuletzt die Fitness im Vordergrund steht. "Das werden zwei harte Wochen", kündigt Bo Subr an. Um Feinheiten geht es nebenbei trotzdem auch schon. "Wenn wir jetzt aufs Eis gehen, wollen wir das auch so machen, wie wir spielen wollen", sagt er. Damit sich keine schlechten Gewohnheiten einstellen.

Seine Vorstellungen von Eishockey, kurz gefasst: "Möglichst viel den Puck haben. Wenn man den Puck nicht hat, ihn mit der nötigen Aggressivität und harter Arbeit so schnell wie möglich zurückerobern." Und nicht zuletzt: "Immer ein Tor mehr schießen als der Gegner", schließt Bo Subr und lacht. Spätestens im Oktober wird das nicht ganz unwichtig werden.

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