1. Startseite
  2. Sport
  3. Löwen Frankfurt

Ein Bonuspunkt für die Löwen-Willenskraft

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Katzenbach

Kommentare

Der nächste wahnsinnige Löwen-Willensakt: Brett Breitkreuz drückt den Puck zum 2:2 ins Mannheimer Tor.
Der nächste wahnsinnige Löwen-Willensakt: Brett Breitkreuz drückt den Puck zum 2:2 ins Mannheimer Tor. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Beim heißen Derby in Mannheim verdienen sich die Frankfurter DEL-Aufsteiger spät einen Zähler - auch wenn sie im Penaltyschießen verlieren.

Mannheim -Kaum sechs Sekunden fanden sich noch auf der Anzeigetafel, als der Löwen-Wahnsinn die nächste Wiederholung erfuhr. Kurz zuvor war Nathan Burns hauchdünn am rechten Innenpfosten gescheitert, in Unterzahl gar, aber die Comeback-Spezialisten der ersten Klasse des deutschen Eishockeys drängten einfach weiter auf den Ausgleich, ganz zuletzt wie üblich mit einem sechsten Feldspieler für ihren vom Eis geeilten Goalie Jake Hildebrand - und wieder einmal waren sie damit erfolgreich: Dominik Bokk legte den Puck noch einmal zurück auf Brett Breitkreuz, und der brachte ihn tatsächlich im Tor unter. Das Aufeinandertreffen bei den Mannheimer Adlern hatten die Frankfurter Löwen ein paar Minuten später dann trotzdem verloren, mit 2:3 (1:1, 0:1, 1:0/0:1) nach Penaltyschießen am Ende eines Mittwochabends mit großem Sport und hohem Thrillerfaktor. Sich aber einen fast schon sensationellen Bonuspunkt verdient bei dem Meisterschaftsanwärter, allein schon für ihre unfassbare Löwen-Willenskraft.

„Wir haben uns einen Punkt gestohlen mit unserem sechs gegen fünf, das tut sehr gut“, befand Verteidiger Simon Sezemksky hinterher bei Magenta-Sport und haderte nicht allzu sehr mit dem Ausgang der Zugabe, die diese bemerkenswerte Begegnung in jedem Fall verdient hatte. „Das wir am Ende mit der Niederlage rausgehen ist ärgerlich, aber im Penaltyschießen kann es in beide Richtungen kippen“, meinte er.

Schon dem Treffen der beiden alten Erzrivalen Ende November daheim am Ratsweg hatte eine ganz ähnliche Dramaturgie innegewohnt, da mit gar zwei späten Löwen-Toren zum Ausgleich, auch da mit der Freude über einen eher unverhofften Punkt, auch da mit einem Mannheimer Erfolg im Shootout, im heißesten Derby-Duell im deutschen Eishockey. Welchen Stellenwert diese Begegnung auch unter Adler-Fans genießt, zeigte bereits die Besucherzahl: Die sonst selten ausverkaufte, riesige SAP-Arena war mit 13 600 Zuschauern wieder voll gefüllt. Wobei auch viele Frankfurter den Weg ins nahe Mannheim gefunden hatten.

Sie sahen nach anfänglichen Vorteilen für die klar favorisierten Gastgeber eine Begegnung auf Augenhöhe, erstaunlich genug zwischen einem hoch dotierten Titelanwärter und einem Aufsteiger. Matthew Donovan brachte die Adler in Führung (7. Minute), aber die Löwen schlugen bald zurück: Mannheim-Spezialist David Elsner, der auch im November mit einer feinen Einzelleistung getroffen hatte, kurvte cool vor dem Adler-Tor quer und zielte genau ins rechte Eck (12.).

„So kann man zufrieden sein, wenn man in Mannheim spielt“, bilanzierte Elsner nach dem ersten Drittel. Chancen gab es danach auf beiden Seiten, und hätten die Frankfurter im normalen Powerplay eine ähnliche Quote wie im späten sechs gegen fünf, hätten sie gewonnen. So mussten sie nach dem 2:1 für Mannheim durch Thomas Larkin (38.) lange einem Rückstand hinterher laufen - bis zum Wahnsinn der sechstletzten Sekunde. „Wir spielen sehr zielstrebig in den letzten Minuten, bringen unheimlich viele Scheiben zum Tor, gehen so hart nach, wie wir können, und man sieht, dass wir uns regelmäßig belohnen“, versuchte sich Verteidiger Sezemsky in einer Erklärung dieser Löwen-Spezialität.

Weiter geht es für den Tabellenneunten schon am Freitagabend (19.30 Uhr), gleich gegen die nächste Branchengröße: Spitzenreiter Red Bull München, die derzeit ohne Zweifel beste Mannschaft der DEL - und trotzdem schon in Frankfurt bezwungen. „Das war eine unfassbare Stimmung“, erinnert sich Sportdirektor Franz-David Fritzmeier an das 4:3 nach Penaltyschießen Ende September am Ratsweg und meint zum Wiedersehen an gleicher Stelle: „Wir brauchen auch jetzt wieder die Unterstützung der Fans, wenn wir eine Chance haben wollen.“ Zur Frage, wann es nach zwei verlorenen Penaltyschießen auch endlich mit einem Derbysieg gegen Mannheim klappt, hatte Verteidiger Sezemsky dann noch eine ähnliche Idee: „Beim nächsten Heimspiel, mit unserem Fans im Rücken.“

Auch interessant

Kommentare