Jubel über das 2:0 für die Löwen: Rylan Schwartz (links) und Manuel Strodel (rechts) mit Torschütze Max Faber.
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Jubel über das 2:0 für die Löwen: Rylan Schwartz (links) und Manuel Strodel (rechts) mit Torschütze Max Faber.

Eishockey

Ein "ganz anderes" Löwen-Spiel mit Fans

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Zur Rückkehr der Zuschauer am Ratsweg nach über eineinhalb Corona-Jahren Zwangsabwesenheit kann in Frankfurt ein standesgemäßer Testspielsieg gefeiert werden. Die neuen Stürmer zeigen Abschlussqualitäten.

Frankfurt -Alles war angerichtet für das große Wiedersehen, ein paar plötzliche Probleme im Ablauf gab es aber doch noch. Dabei waren die allermeisten der bei den Frankfurter Löwen üblichen Rituale vollzogen worden, zur Rückkehr der Fans in die Eissporthalle am Ratsweg nach über eineinhalb Corona-Jahren Zwangsabwesenheit. Einschließlich der "Carmina Burana" zur festlichen Einstimmung und der Wunderkerzen auf den - notgedrungen noch immer eher spärlich besetzten - Rängen. "Wiedersehen macht Freude", rief Rüdiger Storch den lange vermissten Zuschauern zu. Nur dass bei der Vorstellung der einzelnen Spieler der neue Goalie Jake Hildebrand schon vorher auf dem Eis war statt pünktlich aus dem Tunnel zu kommen und der aufgerufene Youngster Constantin Vogt wegen schulischer Verpflichtungen gar nicht auftauchte, brachte selbst den routinierten Hallensprecher kurz aus dem Takt. Sei es drum, anderes war an diesem Donnerstagabend wichtiger. "Für uns war es gut, um nach der Pause wieder reinzukommen. Das hat uns geholfen", sagte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier über das 5:0 (3:0, 0:0, 2:0) im Testspiel gegen die Saale Bulls aus der Oberliga Nord.

Dass wegen einiger Coronafälle im Kader des ambitionierten Eishockey-Zweitligisten die Vorbereitungen auf die am 1. Oktober beginnende neue Saison zuletzt unterbrochen werden musste, war an der Aufstellung ebenso zu sehen wie bisweilen auf dem Eis - verständlich nach zwei Wochen höchstens eingeschränktem Training und dünn besetzten und wenig eingespielten Reihen, Dylan Wruck konnte nur in Zivil die Glückwünsche von Hallensprecher Storch zum 29. Geburtstag entgegennehmen, Tomas Sykora saß auch noch auf der Tribüne.

Deutlich wurde ohne diese beiden Leistungsträger und ohne Youngster Vogt schon: Der Frankfurter Kader ist in dieser Saison gewiss fein, aber eben recht klein, zumal nach dem der fest eingeplante Routinier Patrick Buzas unvermittelt um Vertragsauflösung gebeten hatte. Verstärkung scheint da noch geboten zu sein und wird auch gesucht. Verteidiger Marius Erk füllte die so immerhin drei Sturmreihen auf, der 17 Jahre junge Nikolas Junnila aus der Löwen-Jugend durfte sich als zusätzlicher Angreifer über Einsatzzeit freuen, die ihm über die Saison wegen seines finnischen Passes verwehrt bleiben wird.

Entscheidendere Rollen spielten andere, die dafür vorgesehen sind. Die neuen Stürmer Matt Carey (nach 22 Sekunden), Carson MacMillan (12. Minute) und Rylan Schwartz (52.) zeigten mit Toren Abschussqualitäten, der von den Fans am meisten gefeierte Verteidiger Max Faber (11., im Powerplay) und der junge Neuzugang Pierre Preto (49.) trugen ebenso zu einem standesgemäßen Sieg bei, gegen einen teils überforderten Drittligisten. "Das war schon ordentlich", urteilte Fritzmeier.

Im letzten Test am Sonntag (18.30 Uhr) wartet mit Zweitliga-Rivale EC Bad Tölz ein anderes Kaliber, wirklich zählen wird es in einer Woche mit dem Saisonstart beim EHC Freiburg. Das erste Heimspiel steht zwei Tage später an, gegen den ESV Kaufbeuren. Anfang nächster Woche wollen die Löwen nach Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt bekanntgeben, wie viele Zuschauer dann kommen dürfen und unter welchen Bedingungen.

Am Donnerstag, im Nachholspiel für den aus Coronagründen ausgefallenen Test gegen den EV Landshut, hätten es 1804 sein dürfen, die offizielle Zuschauerzahl lautete 1732, tatsächlich waren es wohl doch einige weniger an einem eher ungünstigen Abendtermin unter der Woche. Als das Spiel begonnen hatte, nach einer Gedenkminute für Walter Langela, den im Juli gestorbenen Löwen-Begründer, machten die, die da und großzügig über die Tribünen verteilt waren, tüchtig Stimmung. "Das war ein großartiges Gefühl", freute sich Stürmer Manuel Strodel über lange nicht mehr erlebte Unterstützung. "So ist das ein ganz anderes Spiel."

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