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Ein Löwen-Punkt für die nächste Last-Minute-Rettung

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Von: Markus Katzenbach

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Wieder ein ganz später Löwen-Ausgleich: Wolfsburg-Spezialist Nathan Burns (links) jubelt über sein Tor zum 4:4.
Wieder ein ganz später Löwen-Ausgleich: Wolfsburg-Spezialist Nathan Burns (links) jubelt über sein Tor zum 4:4. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Im dritten Wolfsburg-Duell verlieren die Frankfurter Aufsteiger erstmals. Einen Zähler aber erkämpfen die Spezialisten für späte Spektakel.

Frankfurt -Mit sechs Angreifer auf dem Eis klappte es dann tatsächlich wieder. Keiner kann diese Last-Minute-Anstürme mit einem zusätzlichen Feldspieler für den auf die Bank beorderten Torwart besser als die Frankfurter Löwen, und es passte zu dem Aufeinandertreffen mit den Grizzlys Wolfsburg, dass diesmal Nathan Burns für das späte Spektakel sorgte, elf Sekunden vor Schluss. Das bessere Ende am Donnerstagabend sollten schließlich doch die Gäste für sich haben. Einen Punkt immerhin aber hatten die Aufsteiger in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys am Donnerstagabend gerettet, mit dem 4;5 (1:1, 1:1, 2:2/0:0, 0:1) nach Penaltyschießen vor 4051 Zuschauern - auch wenn die fünftplatzierten Wolfsburger sich nach diesem umkämpften Duell unter DEL-Tabellennachbarn so wieder ein kleines Stück absetzten.

„Das war ein Spiel mit Play-off-Atmosphäre“, schwärmte Grizzlys-Verteidiger Jordan Murray bei Magenta-Sport, der junge Löwen-Stürmer Constantin Vogt haderte nur etwas mit dem Ausgang: „Im Penaltyschießen kann es in beide Richtungen gehen, da haben wir heute den kürzeren gezogen.“

An Wolfsburg hatten die Löwen, für die es am Sonntag (14 Uhr) bei den Kölner Haien weitergeht, beste Erinnerungen, verbunden mit einem besonderen Termin - dem ersten Frankfurter DEL-Spiel seit der Pleite der Lions-Vorgänger vor zwölf Jahren. An diesem 16. September glückte ihnen auch gleich ein Coup: Den Champions-League-Teilnehmer bezwangen die Neulinge mit 5:2. Und auch beim zweiten Besuch am Mittellandkanal gingen sie Anfang November als Sieger vom Eis, nachdem ihr Goalie Jake Hildebrand die Grizzlys nicht nur im Penaltyschießen verzweifeln ließ.

Zum dritten Duell, nun erstmals in Frankfurt, passte es, dass die vierte Löwen-Reihe erstmals nach zum Teil längeren Verletzungspausen aller Beteiligter wieder in originaler Besetzung stürmte. Zum gelungenen Saisonstart hatten Nathan Burns, Brett Breitkreuz und Rylan Schwartz seinerzeit nach einem 0:2-Rückstand vier treffliche Co-Produktionen beigesteuert. Ein Tor von Breitkreuz, die ersten drei erstaunlicherweise von ihrem Center: Burns, sonst eher Helfer als Highscorer, stand dabei sinnbildlich für den Arbeitseifer der Frankfurter, ihren Löwen-Mut und ihren Zusammenhalt - Tugenden, die auch in den folgenden Wochen zu schon erstaunlich vielen Erfolgen beitragen sollten und die am Donnerstag wieder gefragt waren.

Beim nächsten Wolfsburg-Wiedersehen sorgte das wiedervereinigte Burns-Trio erneut für ganz viel Torgefahr und eine selten andauernde Diskussion zwischendrin: Minutenlang beugten die Schiedsrichter Sean MacFarlane und Martin Frano ihre Köpfe über den für den für den Videobeweis vorgesehenen Bildschirm zwischen den Strafbänken, bis beide endlich nickten und zum Mittelpunkt gedeutet wurde - zum Zeichen des zweiten Tores für die Löwen, das Daniel Wirt zugeschrieben wurde, nach Vorarbeit von Schwartz und Burns. Ob der Puck tatsächlich ganz die Linie überquert hatte, der in Gäste-Goalie Dustin Strahlmeier hineinschlitternde Wirt womöglich etwas falsch gemacht hatte oder was auch immer - die Referees überprüften alles, bis dieser Ausgleich 13 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels Gültigkeit erlangte,

„Das war ein wichtiges Tor für uns“, sagte Dylan Wruck kurz darauf im Pauseninterview bei Magenta-Sport. Erstmal gab es dabei Gratulationen zum 100. DEL_Scorerpunkt - in der dritten Minute hatte Wruck Dominik Bokk den Puck überlassen, der sehenswert aus der Drehung traf. Wirt rutsche die Scheibe dann durch, Wolfsburg traf durch Laurin Braun zum 1:1 (10.) und später im Powerplay durch Trevor Mingoia (37.), kurz vor der längeren Videosession. Damit nicht genug: Kaum hatte das dritte Drittel begonnen, landete ein abgefälschter Schuss des Ex-Frankfurters Luis Schinko im Löwen-Tor, nur 20 Sekunden später glich Breitkreuz aus.

Murray schoss noch ein Wolfsburger Überzahl-Tor (56.). Und dann schickte Headcoach Gerry Fleming die geballte Sturmkraft seiner ersten und vierten Reihe los, ein seltenes Szenario, ganz ohne Verteidiger - und Wolfsburg-Spezialist Burns wühlte den Puck mit Löwen-Willen ins Tor. Zu mehr sollte es nicht mehr reichen, für einen Punkt aber war diese Rettungstat wieder gut. Und der Spektakelwert noch höher.

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